Fundstücke aus der Soundcloud: Daniel Wilson, Chet Faker, Johnny Ripper

Das coole an Soundcloud ist, dass man ungefiltert und unvermittelt zum Kunstgenuss kommt. Ungefiltert: weil die viele tolle Musik da, im Gegensatz zu vieler Musik aus den 90ern, fast völlig ohne Werbung, Berichterstattung, also kurz ohne Inszenierung auskommt. Unvermittelt: weil man einen fast direkten Draht zum Künstler hat und damit in vielen Fällen zu Menschen die eigenartige und/aber schöne Dinge machen. Ich zumindest habe beständig das Gefühl in einer entrückten, weil augenscheinlich marktfreien und nicht-inszenierten Zwischenwelt jemandem beim Schaffen großartiger Dinge zu zu hören. WEIL ich mir nun dachte, dass sich “Musikempfehlungen-Erhalten” meistens so anfühlt wie das hier, und mich fragte warum soll ich sowas machen, musste ich mir mal soeben diese Rubrik selbst legitimieren. Ich will hier eigentlich nur zu den eigenartig-schönen Tönen verleiten.

Daniel Wilson

Beginnen wir minmalistisch. Daniel Wilson braucht für seine Musik anscheinend nur zwei Dinge: seine Stimme und einen Synthesizer, und wenn er auch nur seine Stimme hätte wäre das schon völlig ausreichend, denn die besteht ja eigentlich nur aus soul. Ich muss durchaus gestehen, dass seine Musik hart an der Too-Much-Love-Inside-Grenze entlangt schrammt, aber ich schätze er kriegt den Bogen ganz gut. Die besten Songs, wie ich finde, sind in seinen zwei Sets zusammengefasst. Übertrack ist auf jeden Fall “triggerdance”.

Chet Faker

Ebenfalls fetten soul in der Stimme hat der Australier Chet Faker, aber er ist nicht so minimalistisch wie Wilson. Seine Musik ist eine supergeniale Mischung aus Songwriting das auf Stimme setzt und elektronischer Musik. Ich seh ihn in einer Reihe mit James Blake, nur seine Kompositionen sind meist ein wenig komplexer und er hat mit “Post-Dubstep” nichts zu tun (wenn es das überhaupt gibt) und ich mag seine Beats sehr. Auch hier empfehle ich vor allem die Sets.

Johnny Ripper

Mit über 19.000 Followern ist Johnny Ripper eigentlich schon so eine Art Soundcloud-Star. Er hat eine große Bandbreite und ist, ohne all zu sehr future zu sein, sehr experimentierfreudig (future-stuff zeig ich im nächsten Artikel). Manchmal finde ich ihn nicht up-to-date genug, meistens dann wenn er mich an Four Tet erinnert. Am besten gefallen mir die perkussiv verfrickelten  Stücke die an Radiohead erinnern, die Yann Tiersen Reminiszenzstücke und vor allem wenn Johnny mit dem Piano scheinbar einfach nur phantasiert und dieses dann mit elektronischen oder anderen Tönen in so Sphären einhüllt.

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