Links fürs Wochenende

Ich bin ja nur ein Atheist, aber…

Raventhird macht sich Gedanken darüber, was er tun würde, wenn er die katholische Kirche wäre. Und da ist tatsächlich ziemlich viel Cooles dabei.

Pop als Zeitgeschichte

Jürgen Danvel macht sich Gedanken über eine mögliche Historisierung der Pop-Kultur, über die Frage ob wir uns bereits in einer Zeit nach dem Pop befinden (der ja immer mal wieder für tot erklärt wird) und wie die historisierende Forschung mit dem Phänomen als solches umgehen könnte:

Neben der Gretchenfrage, was wir eigentlich unter Pop in einer historischen Perspektive verstehen und wie er zeitlich zu verorten wäre, gibt es noch einige praktische Probleme für die pophistorische Forschung. Damit sich Zeitzeugenschaft und Historiographie nicht gegenseitig im Wege stehen, müssen diejenigen, die auf dem Gebiet der Popgeschichte arbeiten, ihre eigenen Sozialisationserfahrungen mit Pop kritisch als vorwissenschaftliche Prägungen reflektieren, um sie nicht unter der Hand zum Maßstab für die historische Betrachtung zu machen. Sonst könnte die begrüßenswerte Affinität zum methodischen Problem werden.

Das Netz, das Glück, die Beziehung – Die Gesellschaft und das Internet (Audio)

Gert Heidenreich bei SWR2 Wissen über die Beziehung zwischen Internet und welche Rolle es in Zukunft für die Bildung spielen könnte. Der Text kommt tatsächlich im Ansatz erst einmal für meinen Geschmack etwas zu kulturpessimistisch daher, und hat auch einige altlinke Dogmen im Programm, ist aber dennoch ein interessanter Beitrag zum Diskurs und ein schönes Manifest für eine Entschleunigung der kulturellen Perzeption und Partizipation (Transkript als PDF)

“Shades of Grey” – Knallharte Zweisamkeit

Sehr guter Kommentar zu dem “Shades of Grey”-Phänomen, vielleicht sogar der beste, den ich bisher zu dem Thema gelesen habe:

Warum ereifert sich nur jeder über den Softporno “Shades of Grey”? Warum kaufen Millionen ein todlangweiliges Sado-Maso-Buch? Weil der Sex wieder eine Utopie geworden ist.

Das Kind als Bio-Aktie

Interessanter Kommentar von Götz Eisenberg über eine neue Form der Missachtung des Kindes als Kind.

Eltern betrachten ihr Kind offenbar nicht mehr als Geschenk, sondern als eine Art Bio-Aktie, von der eine gute Performance erwartet wird. Seit die Bergwerke stillgelegt sind und keine Kohle mehr gefördert wird, hat man die kindlichen Gehirne als „Ressource“ und „Humankapital“ entdeckt.

“Breaking Bad”-Star Bryan Cranston: “Die Gier steckt in jedem von uns”

Falls ihr noch nicht mitbekommen habt: Letzte Woche ist die fünfte, zweigeteilte und finale Staffel der herausragenden Serie Breaking Bad im US-Fernsehen angelaufen. Gehört für mich mit zum Besten, was in den letzten Jahrzehnten im TV gelaufen ist. Das Spiegel-Interview mit Hauptdarsteller Bryan Cranston (ebenfalls bekannt aus Malcolm Mittendrin) ist zwar schon etwas älter, liefert aber interessante Einblicke in die Genese der Serie bis zum Ende der vierten Staffel und ist es daher wert zu diesem tollen Anlass wieder hervorgekramt zu werden.

Wolfgang Michal: Mein Medien-Menü

Neue Folge der großartigen Medien-Menü-Reihe von Christoph Koch. Wolfgang Michal – freier Journalist und Mitherausgeber von Carta – präsentiert eine angenehme, im besten Sinne des Wortes, medial-konservative und zugleich sehr vielfältige, offene Medienmischung zusammen. Am schönsten finde ich (als RSS-Leser) immer noch den Satz: ” Feed-Reader sind für mich protestantischer Extremismus”. Der wird eingerahmt.

Pearl Jam Albums from Worst to Best

Kanonisierungen und Listenwahn sind immer gut… und die Geschmackspolizisten von Stereogum dürfen sich so etwas ohnehin ausnahmslos erlauben. Und ganz nebenbei kann ich dieser Liste sogar fast ausnahmslos zustimmen: Vs. weit vorne, No Code weiter vorne, Ten nicht auf Platz eins… jepp da würde ich ne Unterschrift drunter setzen. Und jetzt wird erst einmal zurück in die gute alten 90er Jahre geflüchtet.

Fünf Filmfreunde Tumblr

Für den kleinen Cine-Snack zwischendurch gibt es die Filmfreunde jetzt auch im Tumblr-Format. Vorbeistolpern lohnt sich.

I Wanna be the Guy: Gaiden (Freeware Game Download)

Alle denen der Name “I wanna be the guy” etwas sagt, die werden jetzt wohl entzückt aufjauchzen. Jepp, das Hardcore-Freeware-Game bekommt einen Nachfolger. Und der für seinen extrem hohen Schwierigkeitsgrad berüchtigte Vorgänger wird hier tatsächlich nochmal getoppt. Ich meine, wenn es bereits vor dem ersten Level auf der Weltkarte drei Möglichkeiten gibt, zu krepieren, dann weiß man worauf man sich einstellen kann. Ein Fest für Retro-Gamer, die sich von einer abartigen Herausforderung und tausend Toden nicht abschrecken lassen. Eindrücke auch im Let’s play unten.

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Seedling (Browsergame)

Und noch ein großartiges Freeware-Game für Retro-Zocker. Seedling ist aber bei weitem nicht so knackig wie I Wanna be the Guy, setzt nur rudimentär Geschicklichkeit voraus und begeistert stattdessen als minimalistisches und zugleich episches Action-Adventure mit hohem Rätsel-Anteil. Gerade Zelda-Jünger dürften sich in der faszinierenden und geheimnisvollen Welt zwischen Dorf, Wald und Dungeon schnell wohlfühlen und einige Zeit mit diesem grundsympathischen Rollenspiel totschlagen.

Welche Spielfilme im Fernsehen laufen

Infografik

Letztes Jahr auf Seite360:

Tiefe, kreative Sommerlöcher zwingen uns dazu, weniger längere Artikel zu schreiben und uns mehr an netten Fundstücken zu ergötzen. Immerhin erscheint am Sonntag das erste Trailerprogramm mit  Hugo, Contagion, Barney’s Version, Tim und Struppi, Juan of the Dead und Insidious. Ansonsten sind es wie gesagt die kleinen Dinge… Street Art aus Russland, Bastardpop von Wugazi, gebärdende Pornostars, Antispiele und Vorfreude auf The Dark Knight Rises.

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