Redux Riding Hood – Ein Disney-Märchen läuft Amok

Die Geschichte hinter Steve Moores Redux Riding Hood (1997) ist mindestens genau so spannend wie der eigentliche Film. Gegen Mitte der 90er plante Disney unter dem Projektnamen Totally Twisted Fairy Tales zusammen mit MovieToons eine Reihe von animated Shorts, die klassische Märchenstoffe düsterer, schräger und vor allem erwachsener erzählen sollten. Moores Neuinterpretation ist dann tatsächlich der einzige Film, der dafür produziert wurde: 1997 fertig gestellt, im selben Jahr mit einer Oscar-Nominierung geadelt, ein Jahr später von Disney in den Giftschrank verbannt.

Schon merkwürdig, da wurde Steven Moore einerseits freie Hand bei der Inszenierung gelassen, andererseits schien das Ergebnis doch nicht so ganz dem von Disney intendierten Film zu entsprechen. Redux Riding Hood beginnt als eine Auseinandersetzung des älter gewordenen Wolfes mit seinem Rotkäppchen-Trauma und läuft gegen Ende total aus dem Ruder. Zu viel sei an dieser Stelle nicht gespoilert, aber der Film enthält unter anderem multible Wolf-Versionen, Zeitreisen und eine ordentlich psychotische Inszenierung. Gerade der nostalgische und zugleich schräge Stil, inklusive Hammer-Score erinnert nicht zuletzt an die mutigeren Tex-Avery-Cartoons der guten alten Zeit… hey, und der hat auch schon mal eine ziemlich erwachsene Red Hot Riding Hood (1943) im Programm, die ebenfalls mit Zensur und Giftschrank-Politik zu kämpfen hatte (die gibt es dann nach dem Klick zu sehen).

Auf seinem Blog erzählt Steve Moore mehr zur Entstehung des Films und zu den Kämpfen die er auszufechten hatte… (via /film)

via Cinematze

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