Vincent Van Goghs “Sternennacht” als beeindruckender Domino-Effekt

Die Domino-Künstlerin FlippyCat hat eine gigantische Domino-Konstruktion errichtet, die in ihrem Fall die Entstehung des post-impressionistischen Gemäldes Sternennacht (1889) von Vincent Van Gogh nachzeichnet. Die Eckdaten sind an und für sich schon mehr als beeindruckend: 7.067 Domino-Steine, 11 Stunden Arbeit, akribische Video-Dokumentation des Aufbaus… Was das ganze Projekt aber wirklich zum Meisterwerk werden lässt, ist die Tatsache, dass die Steine am Ende des Prozesses nicht einfach fallen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes die Entstehung des Bildes nachzeichnen: Von der Grundierung des Hintergrunds bis zur expressiven Linienführung der Wolken und Sterne ist in dem Sturz sämtlicher Steine der Arbeitsprozess Van Goghs widergespiegelt. Ein Juwel des verspielten Kultur-Remix und die schönste Hommage, die man sich für dieses Gemälde vorstellen kann.

via

Kranke Figurationen von Olivier de Sagazan

Puh… da bewirbt sich jemand für die Regie der kommenden Tool oder Nine Inch Nails Videos… oder für das Art-Design des kommenden Lynch-Streifens… oder für einen Innenarchitekten-Job direkt in der Hölle. Sowohl Bilder als auch Videos von Olivier de Sagazan sind zutiefst verstörende Trips in die Abgründe des menschlichen Individuums: Destruktive, dekonstruktive Metamorphosen, Bodyhorror zwischen Verfall und Mutation, zwischen Ästhetik des Hässlichen und surrealer, pathologischer Selbstentortung. Ist das jetzt poetisch oder einfach nur böse? Faszinierend ist es allemal.

Weitere Werke von Olivier de Sagazan via Robotmafia

The Hobbit in der Sowjetunion (1976)

Ein großartiger kulturhistorischer Leckerbissen wurde die Tage mal wieder vom Retronauten hervorgekramt. 1976 erschien in der Sowjetunion die russische Übersetzung von J.R.R. Tolkiens The Hobbit or There and Back Again (1937), unterlegt mit wunderbaren Illustrationen von M. Belomlinskij. Demnächst kommt dann ja auch Peter Jacksons “The Hobbit” in die Kinos und wird mit Sicherheit ein großer, bunter und mitreißender Fantasy-Blockbuster. So originell illustriert wie in der damaligen russischen Variante wird er indes mit Sicherheit nicht sein.

Weitere Bilder des “sowjetischen” Hobbit beim Retronauten

Rahmen im Rahmen

Der Künstler Taylor Holland hat für sein Projekt Fra[mes] hochauflösende Fotos von Gemälde im Louvre geschossen, deren Rahmenornamente multipliziert und diese wiederum in das Innere der Rahmen geshoppt. Herausgekommen sind Bilderrahmen, die sich selbst ausstellen, allerdings nur selten in geordnetem Minimalismus sondern zumeist in einem sich selbst referierenden, selbst auflösenden Chaos. Die Verzierung der Präsentationsfläche wird zu ihrem eigenen Ausstellungsobjekt, das Framing wird zur Kunst an und für sich. Eine faszinierende Auseinandersetzung mit der Wirkung von Rahmenbedingungen und Kontextualisierungen der Kunst im musealen Milieu und eine nicht zuletzt auch bissige Abrechnung mit dem Ausstellungsfetisch der postkulturellen Epoche.

using high-resolution digital photographs of ornate frames at the louvre museum in paris as source material, i have taken frames and digitally filled them with the content of themselves.

this project was born of the idea that, on several visits to the louvre, i was often more interested in the artistic merit of the frame than the art itself. the result hopefully challenges the viewer’s notion not only of what art is, but the viewer’s own perceptions about where to find and appreciate art in various settings such as the louvre.

Fra[mes] by Taylor Holland via Minimal exposition