Trailerprogramm: Django Unchained, Monster University, 360, The Master, Looper, Beyond: Two Souls, ZombiU

Django Unchained [Quentin Tarantino]

Okay, okay… dürfte wohl schon so ziemlich jeder gesehen haben. Trotzdem noch schnell meine 2 cents zum neuen Streifen von Quentin Tarantino. Das Mashup-Prinzip seiner letzten Filme scheint das Spielkind des postmodernen Exploitation-Kinos hier auf jeden Fall fortzuführen. Nachdem er Martial Arts und Comic (Kill Bill), Action und Giallo (Death Proof) sowie Kriegsfilm und Spaghetti-Western (Inglorious Basterds) zusammengeführt hat, steht im Falle Django Unchained die Hochzeit von Spaghetti-Western und Blaxploitation auf dem Programm. Wie schon bei den letzten Flicks, gelingt es Tarantino – zumindest dem Trailer nach zu urteilen – die beiden so unterschiedlichen Genre-Ansätze so perfekt zusammen zu führen, dass sie wie eine untrennbare, homogene Einheit erscheinen. Jepp, dieser Django ist nicht nur ein dunkler Racheengel, sondern obendrein ein ziemlich cooler Blaxploitation-Prototyp, der einen tödlichen Schuss auch mal mit einem launischen Oneliner – unterlegt von funkigen Klängen – kommentiert. Sieht natürlich alles schick aus und so weiter… auch wenn ich ein bisschen das Gefühl habe, dass Tarantino sich dieses Mal allzu uninspiriert bei sich selbst bedient haben könnte. Außerdem wird Django sich wohl oder übel mit der letzten – noch gar nicht so alten – Western-Revitalisierung der Coens True Grit messen lassen müssen. Gegen deren intelligente, düstere und charmante Auseinandersetzung mit dem Genre könnte Tarantinos Spiel-Exzess ziemlich alt aussehen. Ist aber nicht das erste Mal, dass ich nach Sichtung eines Trailers des Großmeisters kritisch bin; und bisher hat mich der Quentin doch jedes Mal wieder positiv überrascht. Auch zuletzt mit Basterds, den ich für eine der besten Exploitation-Hommagen der letzten zehn Jahre und einen der originellsten Kriegsfilme überhaupt halte. We’ll see… (via)

The Master [Paul Thomas Anderson]

Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott (*hysterisch herumhüpf). Paul Thomas Anderson ist meiner Meinung nach der beste derzeit arbeitende amerikanische Regisseur. Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix gehören zu den besten lebenden Schauspielern und ich liebe einfach große und zugleich minimalistische bis karge Arthaus-Dramen. Stichwort ‘Minimalismus': Nach dem epischen There will be Blood (2007) scheint Anderson in “The Master” wieder back to the roots zu gehen. Das einfache Set-Up, die Konzentration auf die beiden Hauptcharaktere, das leise, sich langsam aufbauschende und schließlich implodierende Drama, die ruhigen Kameraeinstellungen, jepp, das erinnert alles schon verdammt stark an den wunderbaren Last Exit Reno (1996), der weitaus spröder ist als Andersons spätere Erfolge, nichts desto trotz aber zu den sehenswertesten Dramen der 90er Jahre gehört. Ist auf jeden Fall fest vorgemerkt. (via)

360 [Fernando Meirelles]

Muss hier natürlich rein, allein schon wegen des Titels… Aber auch darüber hinaus bin ich angefixt. Regisseur Fernando Meirelles hat mit City of God (2002) mindestens ein großes Meisterwerk in seiner Vita vorzuweisen, und mit Der ewige Gärtner (2005) hat er bewiesen, dass er die Inszenierung von großem menschlichen Drama vor dem Hintergrund politischer Prozesse auch unabhängig seiner Herkunft sehr empathisch zu meistern weiß. Na gut, Stadt der Blinden wollen wir jetzt einfach mal kurz ignorieren und stattdessen lieber feststellen, dass er in 360 unverhohlen dem großen Alejandro González Iñárritu nachzueifern scheint: Mosaike, Episoden, die sich zwischen Tragik, Komik, Thrill zu einem epischen Kaleidoskop zusammenfügen? Kennt man: Amores Perros, 21 Gramm… und so weiter. Aber besser gut kopiert, als schlecht selbst gemacht! Sowohl die wunderschönen Bilder als auch der epische Cast und die elegante Inszenierung sprechen für einen gewaltigen, mitreißenden Film, der durchaus in einer Liga mit der Konkurrenz aus Mexiko spielen könnte. (via)

Looper [Rian Johnson]

Science Fiction Mysterythriller um zeitreisende Killer… hmmm… lässt mich erst mal so rein bilder- und storytechnisch ziemlich kalt. Nichts, was man nicht irgendwie schon mal in time gesehen hätte. Aaaaber: Die Regie lässt aufhorchen. Rian Johnson hat mit Brick (2005) einen der coolsten Neo-Noir-Thriller der letzten Jahrzehnte veröffentlicht und mit The Fly zudem eine der coolsten Folgen der – großartigen – Serie Breaking Bad inszeniert. Das lässt Optimismus zu, auch wenn Looper nicht danach aussieht, als ob er den Philip K. Dick’schen Topoi irgendwas neues hinzufügen könnte. Abwarten. (via)

Monster University [Pixar]

Ich freu mich drauf, auch wenn ich mir schon ungefähr vorstellen kann in welche Richtung der Film gehen wird und wie die Kritiker darauf reagieren. Natürlich wird hier von Pixar an ein alter Hit wieder aufgewärmt, um einen ordentlichen Blockbuster zu erzeugen. Aber erstens hat die Geschichte bewiesen, dass Pixar im Gegensatz zu anderen Animationsschmieden (Hallo Dreamworks) das Konzept “Fortsetzung” durchaus  drauf haben und zweitens trifft es mit der Monster AG (2001) (Die besten Animationsfilme der 00er Jahre) einen Film, der wirklich charmant war und dessen Fortsetzung ich allein schon wegen der coolen Charaktere nur begrüßen kann. Achja, und ganz abgesehen davon, sieht der Trailer auch noch verdammt schick aus. Kann was werden… und da mit Wrecking Ralph demnächst auch ein origineller Animationsfilm wieder am Start ist, stört die Wiederaufwärmung des Monster-Stoffes nicht allzu sehr.  (via)

Beyond: Two Souls [Quantic Dream]

Mal wieder ein Videogame-Trailer, der mich ziemlich umgehauen hat. Auch wenn das Gameplay darunter ziemlich leidet (wenn auch bei weitem nicht so sehr, wie bei den interaktiven Filmen der 90er à la Dragons Lair), gehören Quantic Dream derzeit mit zu den wenigen Spieleentwicklern, die konsequent darum bemüht sind, cineastische Narration hinüber in die Game-Welt zu transferieren. Okay, um ehrlich zu sein, so 100% erfolgreich waren sie damit bisher noch nicht: Die Story von Heavy Rain (2010) taugte auch nicht zu mehr als zu einem simplen Exploitation-Thriller kurz vor albernem Thrash und Fahrenheit (2005) war ebenfalls einfach too much Mystery-Horror-Flick, um wirklich als intelligente Geschichte durchzugehen. Aber allein das Bemühen, endlich, endlich, endlich auch in Videogames intelligente (!) Geschichten zu erzählen ehrt die Game-Designer von Quantic Dream. Nächster Versuch: Beyond: Two Souls. Dieses Mal ist mit Ellen Page (Juno, Inception) sogar eine richtig starke Schauspielerin mit dabei. Die Bilder sehen wie schon zuvor einfach gigantisch aus, die Atmosphäre stimmt, alles ist up to date…. und doch werden auch hier letzten Endes Gameplay und Narration/Dramaturgie/Inszenierung darüber entscheiden, ob der SPIELFilm ein wegweisendes Meisterwerk oder nur wieder ein weiterer Schritt auf der Suche nach dem perfekten medialen Mashup wird. Nach zwei kleinen Enttäuschungen – und Verwunderung über die niedrigen Ansprüche der Gamer-Szene, was intelligentes Storytelling betrifft – will ich auch dieses Mal zuversichtlich sein, wenn auch mit einem leichten, kritischen Magengrummeln, das sich nicht ganz verhindern lässt. (via)

ZombiU [Ubisoft]

Gametrailer No. 2: Haben wahrscheinlich auch schon alle gesehen… und eigentlich habe ich fast keine Lust, hier irgendwas für die Wii-U zu promoten, nachdem die Vorstellung des Game Line-Ups auf der E3 so enttäuschend war. Wohlgemerkt, das Game-Line-Up, nicht die Konsole selbst. In der sehe ich nach wie vor ungeheures Potential aber auch tendenziell die selbe Gefahr wie bei der Wii. Kurz zusammengefast: Nintendo ist Meister der Innovationen, wenn es um das Design neuer User-Interfaces geht, wenn es darum geht Next-Gens zu entwickeln, die eben nicht nur die Grafik sondern auch die Spielerfahrung als solche revolutionieren können. Das Problem dabei: Hardwaretechnisch sind sie einfach nicht so fit wie Sony, Microsoft oder gar Sega (zumindest war es bis jetzt immer so). Ihre Konsolen sind zwar optimiert für ihre eigenen Spiele, machen es dadurch aber auch Dritt-Entwicklern ungemein schwierig, Spiele zu programmieren, die technisch up to date sind. Und von Drittentwicklern lebt einfach nunmal eine Konsole. Was bringen mir die genialen Möglichkeiten der Wii, wenn diese doch vorrangig für plumpe Party-Spiele genutzt werden? Das ist vor allem deswegen traurig, da Nintendo der Konkurrenz (sprich, Sony und Microsoft) kreativ soooo weit überlegen ist (während diese schlicht die Konzepte von Big-N kopieren und innovationstechnisch so immer hinterher hampeln). Vielleicht klappts ja dieses Mal mit dem Support von Dritten, Ubisofts ZombiU gibt auf jeden Fall Anlass zur Hoffnung… und dann klappt es eventuell sogar mit der Aussöhnung von Core und Casual, von Family und Hardcore-Zockern. Zu wünschen wäre es, gerade weil Nintendo trotz Wii-Defizite meiner Meinung nach die Einzigen sind, die die derzeit vor sich hin dümpelnde Game-Generation (Shooter, Shooter, Call of Gähn) vor sich selbst retten können. (via)

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