Trailerprogramm: Total Recall, Bernie, 100 Yen, Bar 25, Ted, Yellow Submarine, Frankenweenie

Total Recall [Len Wiseman]

Ach kommt schon… muss das so aussehen? Dass ein Remake von Total Recall sich von dem 90er Exploitation-Szenario von Paul Verhoevens Klassiker verabschiedet, finde ich ja noch okay, war auch irgendwie zu erwarten: Aber ernsthaft, dieses Matrix trifft Minority Report Szenario scheint mir gerade derart dröge, dass ich echt nicht die geringste Lust verspüre den Film zu sehen. Okay, die ein oder andere Blade Runner Referenz ist schon ganz nett, aber eigentlich hätte ich mir doch ein wenig mehr Philip K. Dick und ein bisschen weniger Action-Spektakel gewünscht. Ohnehin scheint mir in dem Trailer noch nicht so ganz klar, woran sich die Macher jetzt tatsächlich orientieren wollen: Der literarischen Vorlage  Erinnerungen en gros (1966)? Dem Original Total Recall (1990)? Oder wollen sie doch ihr eigenes, Post-Matrix CGI-Spektakel inszenieren. Ich befürchte das Letzte und erwarte schon eher einen kleinen bis mittelschweren Fail. (via)

Ted [Seth MacFarlane]

Yes… allein die Regie lässt schon aufhorchen. Seth MacFarlane (Family Guy), der ohnehin immer zwischen Genie und Wahnsinn pendelt, inszeniert die Geschichte eines junggebliebenen Erwachsenen, der mit seinem Teddy-Bär zusammenlebt. Das etwas aus der Art geschlagene Kuscheltier wird natürlich von niemandem anderen als MacFarlane selbst gesprochen, der hier alles andere als brave Family Comedy abliefert. Natürlich ist der Film restricted, natürlich ist er derb, unsensibel und ziemlich asozial: Absurde Zoten, dummer Wortwitz, groteske Situationen und ein guter Schuss pythonesker Surrealismus. Can’t wait to see this! (via)

Bernie [Richard Linklater]

Und auch hier lässt die Regie aufhorchen… insbesondere in Verbindung mit dem Hauptdarsteller. Richard Linklater und Jack Black tuen sich erneut zusammen und drehen einen makaberen, schwarzhumorigen Comedy-Flick über den Killer einer alten Lady, einen engagierten Ermittler und eine Kleinstadt, die sich demonstrativ hinter den sympathischen Mörder stellt. Das Ergebnis erinnert zumindest im Trailer angenehm an schwarzhumorige Großtaten der Coens aus den 90er Jahren. Dass die Filmhandlung auf wahren Begebenheiten beruht und durch dokumentarische Interview-Snippets aufgebrezelt wird, kann dabei fast vernachlässigt werden. Jack Black ist groß, Richard Linklater ist groß und zusammen sind sie einfach ein Dreamteam. Must see! (via)

Yellow Submarine [George Dunning, The Beatles]

Jepp, Yellow Submarine (1968) wird im Mai digital aufgehübscht auf Blu-Ray und DVD erscheinen. Das ist jetzt nicht nur eine Yippie!!!-Meldung wert, die restaurierten Bilder des psychedelischen Zeichentrick-Flicks, der so etwas wie ein Proto-Musikvideo darstellt, sehen tatsächlich ziemlich cool aus. Die Restauratoren sind hier offensichtlich mit viel Feingefühl vorgegangen, die Magie des Streifens, der Musik und der Atmosphäre überträgt sich auch heute noch auf sein Publikum… und das ganze bietet dann doch mal wieder eine gute Gelegenheit Bongh und Shisha hervor zu kramen und nen entspannten, verrauchten, psychokativen Filmabend zu genießen. (via)

100 Yen: The Japanese Arcade Experience [Brad Crawford]

Allemal interessant aussehender Dokumentarfilm über die japanische Arcade-Kultur. Gerade diese Fokussierung auf die Spieler (und eben nicht die Programmierer, Designer und Konzerne) scheint mir sehr vielversprechend. Dazu eine außerordentlich unaufgeregte Erzählweise, coole Bilder und viel Geekyness. Jepp, vorgemerkt. (via)

Bar 25 – Tage außerhalb der Zeit [Movienet Film]

Und noch ne mehr als vielversprechende Doku: Bar 25 begleitet den legendären Club am Berliner Spreeufer von 2004 bis zu seiner Schließung 2010. Die Bilder wirken auf den ersten Blick ungemein nostalgisch, entrückt, beinahe surreal und aus der Zeit gefallen. Eigentlich nicht das, was man erwartet, wenn man eine Dokumentation über einen Ort der jüngeren Kulturgeschichte sieht… aber genau das, was eben einfach perfekt zur sagenumwobenen Bar 25 passt.

Bewegende Bildwelten lassen den magischen Ort als Dokumärchen wiederauferstehen und entführen den Zuschauer in eine Welt, die frei ist von Normen und Zeitgefühl. Eine Welt voller Leben, Lust und Leidenschaft. Der Entwurf einer Gegenkultur im 21. Jahrhundert.

(via)

Frankenweenie [Tim Burton]

Ich lästere ja hin und wieder ganz gerne über Tim Burton und seine redundante sich ständig selbst referierende – wohl eher um sich selbst kreisende – Ästhetik. Wenn er aber so unverfroren Back to the Roots geht, kann ich das einfach nur mit kräftigem Applaus goutieren. Sein neuster Animationsfilm ist nämlich ein Remake des gleichnamigen 29minütigen Kurzfilms Frankenweenie (1984) und verbindet die mittlerweile etwas angestaubten Burton-Trademarks mit seinem ganz, ganz klassischen 80er Independent-Charme. Könnte echt was werden, nachdem ich seinen letzten, eher uninspirierten Filmen doch des öfteren die kalte Schulter gezeigt habe. Könnte aber natürlich auch den Höhepunkt der Selbstkopie darstellen, je nachdem ob man es optimistisch oder eher mit kritischem Pessimismus betrachten will. (via)

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