52 Games, #9: Thema ‘Klang’ – Loom (PC, 1990)

Wer an die großen Lucas Arts Point & Click Adventures denkt, dem kommen gleich eine ganze Hand voll Spiele in den Sinn: Maniac Manson, Monkey Island, Indiana Jones… und die jeweiligen Fortsetzungen, vielleicht auch Sam & Max oder Zak McKracken. Loom (1990) ist in den seltensten Fällen dabei und fristet nach wie vor ein Schattendasein unter den klassischen Grafikadventures der SCUMM-Ära. Über die Gründe dafür zu spekulieren, ist müßig, da sie im Grunde auf der Hand nehmen. Im Gegensatz zu seinen Genregeschwistern verzichtet das 1990er Spiel fast vollkommen auf den legendären Lucas Arts Humor, die Atmosphäre unterscheidet sich fundamental von Monkey Island und Co., das Spiel ist relativ kurz – dabei aber keineswegs kurzweilig – und das Interface ist für die damalige Zeit mehr als ungewöhnlich. Aber da ist etwas, was nicht mur mich sondern auch zahllose andere Spieler an diesem aus der Art geschlagenen Game fasziniert und das hängt nicht zuletzt mit dem neunten Thema der 52Games Reihe zusammen… dem Klang, der das Spiel als zentrales Element magisch und interaktiv durchzieht.

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Chilly Gonzales with The RSO – The Unspeakable Chilly Gonzales (Youtube)

Ich werde gerade nicht wach und irgendjemand hat die Wetteruhr um einen Monat zurück gestellt. Da passt doch der Chilly Gonzales ganz gut, der 2011 mit dem Wiener Radio Symphonie Orchester sein Rap meets Klassik Album “The Unspeakable Chilly Gonzales” aufgeführt hat. Der Typ hat operiert zwar stets an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn, aber das hier ist eigentlich recht gut anhörbar und flasht. Und hey, der Mann hat The Reminder von Feist produziert!

 

Das ganze Konzert auf dem Channel von JQuilla.

Links fürs Wochenende

Karl May zum 100. Todestag

Ich war nie sonderlich großer Karl May Fan, aber dank der Cowboy-und-Indianer-Liebe meines Vaters war der Abenteuer-Schwindler in meiner Kindheit doch stets präsent. Zu seinem 100. Todestag spielt er in der deutschen Presse natürlich wieder eine außerordentliche Rolle. So begibt sich Henning Sußebach auf die Suche nach den heutigen Indianern und schreibt einen langen, aber wirklich großartigen Artikel unter dem Titel Wenn Winnetou das wüsste. Roger Willemsen stellt im Westen fest: Diese Kunst darf schwindeln! während sich Hans-Paul Nosko an eine Jugend im Zeichen von Karl May erinnert. Auch in dem dctp-Format 10 vor 11 wird dem Superstar der Abenteuerliteratur gedacht. Dort spricht Prof. Dr. Helmut Schmiedt über die reißerischen Märchen des fantasievollen Erzählers. Und für die notwendige kritische Distanz sorgt Georg Diez auf seiner Reise Durchs wilde Ironiestan. Dort kommt er zu dem – mir sehr sympathischen – Fazit:

Und wenn heute alle groß Karl May feiern? Dann weiß ich, warum ich Karl May nie mochte.

Wie die Sprache das Denken formt

Lera Boroditsky untersucht die unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten verschiedener Kulturkreise. Eine Fünfjährige Aborigine kann ohne mit der Wimper zu zucken mit geschlossenen Augen nach Norden zeigen, während zahllose Wissenschaftler aus anderen Kulturkreisen mit der Frage nach der Himmelsrichtung hoffnungslos überfordert sind. Woran liegt dies? Die verblüffende Antwort: An der Sprache.

Don’t shoot the Puppy! (Browsergame)

Hartes, hartes, wirklich hartes Browsergame, das die Geduld des Spielers herausfordert und zugleich seine Nerven strapaziert.

Movies as Code

Sehr schönes Blog, in dem Filme als Code-Snippets umgesetzt werden. Ein bisschen grundsätzliche Ahnung sollte man allerdings vom Programmieren haben, um das lustig zu finden (mein Wissen – das jetzt nicht sooo doll ist – reicht gerade aus). Nerdiges Beispiel: Die Star Trek Franchise:

Public Sub StarTrekMovies()
Dim intStarTrekMovie As Integer
For intStarTrekMovie = 1 To 6
If intStarTrekMovie Mod 2 = 0 Then
MsgBox(“Star Trek Movie #” & intStarTrekMovie & ” was great!”, , “Star Trek Movies”)
Else
MsgBox(“Star Trek Movie #” & intStarTrekMovie & ” stunk!”)
End If
Next
End Sub

Angst vor dem Volk im Netz

Sascha Lobo analysiert die Angst vor der Tyrannei der Masse, wie sie vor kurzem vom FDP Generalsekretär Patrick Döring geäußert wurde. Passend dazu auch: Piratenpartei und FDP: Wenn Startups die Originale überholen.

Get the Balance right

Spätestens nach dem Rant von Sven Regener im Zündfunk und den darauf folgenden Reaktionen könnte man die Debatte ums Urheberrecht und um Unterhaltungsinhalte im Netz als abgeschlossen ansehen. Denn sie tritt auf der Stelle: Die Fronten sind verhärtet, alle haben Recht und die jeweils anderen haben keine Ahnung. Deswegen glaube ich auch sagen zu können, was sich an der aktuellen rechtlichen Situation ändern wird: Sehr wenig.

Vollkommen seriöse Esoterik

Video-Impressionen von der Esoterik-Messe in Wien, zusammengestellt vom ScienceBlogger Florian Freistetter.

Der offene Brief von 51 Tatort-Autoren zu den Topics Urheberrecht, geistiges Eigentum und Schutzfristen, sowie eine ziemlich ausführliche, unglaublich treffsichere Antwort des Chaos Computer Club.

Letztes Jahr auf Seite360:

Rinko freut sich auf das Haldern Festival und sucht nach Leben in der Zombie-Veranstaltung des Echo 2011, Florian findet Leben in den ersten hörenswerten Alben des Frühlings: Mit von der Partie sind Têtes Raides, Nicolas Jaar, Home Video, Jonny Greenwood sowie Gold Panda. Während Justice es mit Adidas und Roman Gavras versuchen, steigen Radiohead ins Zeitungsgeschäft ein und sorgt Weeknd zumindest bei Florian für Kopfschütteln. Ansonsten läuft mal wieder alles nach dem “Früher war alles besser!”-Prinzip: Rinko trauert weiterhin dem Brit-Pop der 90er Jahre hinterher, Florian erinnert sich an die gute alte Zeit als Slacker (und deren Filme) noch cool waren und in der Satiren und Grotesken noch Niveau besaßen. 90er Jahre Nostalgie als Flucht vor der nervtötenden Gegenwart. It worked!

Die besten Horrorfilme der 80er Jahre: Warum Freitag der 13. nicht dazu gehört…

Neben Michael Myers und Freddy Krueger dürfte Jason Voorhees zweifellos zu den größten Ikonen des Slasher-Genres und des 80er Jahre Horrorkinos ganz allgemein gehören. Auf stolze zehn Teile hat es die Franchise bis heute gebracht, zuzüglich eines Mashups mit A Nightmare on Elm Street und eines Reboots, das 2009 die Geschehnisse um Jason Vorhees neu erzählte. Nicht erst seit der Adelung als Zitat in Wes Cravens Scream (1996) gehören das Original sowie seine aus der Art schlagenden 11 Fortsetzungen zum Slasher-Kanon und Dank der missglückten (und tödlichen) Quiz-Antwort von Drew Barrymore dürfte mittlerweile auch jeder wissen, dass der Mörder im ersten Teil Freitag der 13. (1980) von Sean S. Cunningham eben nicht Jason selbst sondern seine Mutter ist. Aber was hat dieser Beginn der Reihe – und Quasi-Beginn des 80er Slasher-Kinos -, was ihn zum vermeintlich zeitlosen Klassiker macht? Und warum wurde die ganze Reihe derart populär?

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