Die 90er Jahre: Die besten Hip Hop Alben des Jahrzehnts III

New York Skyline 2015

Hip Hop, Teil 3. Irgendwie bleibe ich gerade beim Eastcoast-Rap hängen. Aber warum auch nicht, schließlich war New York die Hauptstadt der Golden Era of Hip Hop. The Roots und Jay-Z, sind natürlich auch heute noch allen Hörern ein Begriff, während Black Moon leider nie den Status erreichten, den sie verdient hätten. Gang Starr sind nach dem Tod von Guru traurigerweise auch Geschichte und Mobb Deep sind auch weitaus weniger aktiv als in den 90ern. Hier im mittlerweile dritten Teil bringen wir sie alle nochmal zurück ins rap-affine Gedächtnis.

The Roots – Things Fall Apart

(Geffen, 1999)

Rumgehopse war und wird nie der Stil der Roots sein, denn für seichten Party Hip Hop waren die Jungs immer zu ambitioniert und einfach zu musikalisch. Eher durchzieht ihre Musik immer eine soulige Melancholie, die sich mit ernsten Themen wie Apartheid und Unterdrückung auseinandersetzt. Mit anderen Bands wie Slumvillage, Common und Badu setzten sie sich damals an die Spitze des Conscious Rap, der 1999 seinen vorerst  größten Höhepunkt feierte, bis schließlich im gleichen Jahr ein junger Newcomer mit dem Namen Eminem für eine Veränderung im Game sorgte, die weniger subtile Sachlichkeit forderte sondern wieder comcihaften Humor zurück brachte.

 

Black Moon- Enta Da Stage

(Nervous Records, 1993)

Jo, ich höre schon das Gemecker, dass wir hier ja nur die bekannten Sachen abfeiern und kaum die Underground-Alben. Ich sehe da ja kein Problem, weil es meiner Meinung nach auch die besten LPs der 90er waren. Aber natürlich gab es bei so einer Menge an guten Rap-Alben auch die Geheimtips, die einfach nicht zum gegenwärtigen Trend passten und nie den großen Fame bekommen haben. 1993 war wohl noch ein bis zwei Jahre zu früh um neben dem grassierenden Westcoast Fieber ein entspanntes und jazziges Album wie Enta Da Stage rauszubringen. Ein gewisser Nas schaffte ein Jahr später mit dem Klassiker Ilmmatic den Durchbruch und erreichte den Paradigmenwechsel, der Black Moon leider versagt blieb. Trotzdem groß.

Mobb Deep – The Infamous

(Loud Records,1995)

Man merkt, dass es hier heute düster wird. Mobb Depp sind mit 100%iger Sicherheit das Gegenteil von Party Hip Hop, sie reflektierten stattdessen in ihren Lyrics die Schattenseiten von New York, wo es eben nicht jeder schafft, und stattdessen auch genug Menschen um das Überleben in dem Großstadtdschungel kämpfen müssen. Nas, Wu-Tang Clan Mitglieder Raekwon und Ghostface Killah ahnten wohl das hier ein Klassiker für die Ewigkeit produziert wurde und ließen es sich nicht nehmen auf die Feature-Liste einzutragen.

Gang Starr – Moment Of Truth

(D & D , 1998)

Schöne angenehme Jazz-Grooves und fette Beats, von den Paul McCartney  und John  Lennon der Rapgeneration der 90er. DJ Premier der so ziemliche jede legendäre Hip Hop Produktion produzierte und Rapper Guru, der leider vor kurzem verstarb, standen für die größtmögliche Qualität, die keinen Radio-Bullshit zuließ sondern nur allerfeinste Gourmet-Ware. Das eh schon geniale Debüt Step in The Arena wurde mit Moment of Truth nochmal ein Level nach oben und weiter nach oben gehoben und ist das vielleicht kompakteste Rap-Album der 90er Jahre, das Herz und Hirn gleichzeitig anspricht.

Jay – Z – Vol. 2 In My Lifetime

(Def Jam, 1998)

New York ist groß, sehr groß, und wer es dort schaffen möchte kann nicht mit kleinen Underground-Produktionen Erfolg haben. Das Prinzip, dass nur Breitwand Produktion große Einnahmen erzielen, setzte sich mit Puff Daddy durch, der alles auf Hit produzierte und sich zudem als Hip Hop Mogul stilisierte, der aus dem Rap-Genre ein weltweites Biz machen wollte, weg von den Straßen. Das imponierte dem Mainstream Hörer, der nun neben Madonna auch Hip Hop Alben hörte und verärgerte zugleich die Realkepper des Genres. Jay-Z  schaffte das Kunststück sich zwischen Street Credibilty und Charts zu bewegen. In My Lifetime bricht, wie die Puff Daddy Produktionen auch mit den damals populären organischen Funk und Soulsamples und orientiert sich an Synthie-Sound, die auch die Clubs rockten und die ein gewisser DMX, der hier noch als Guest auftaucht, für seine Produktionen noch weit in die 00er Jahre benutzen sollte.

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