52 Games, #8: Thema ‘Stadt’ – King of the Monsters (Multi, 1991)

by Florian Bayer on 20. März 2012

in Spiel,Zeitmaschine

Runde 8 der 52 Games Reihe von Zockwork Orange: Bei den ganzen Cityvilles und Sim Cities, die wohl zu dem Thema Stadt reinschneien werden, braucht es einfach ein ordentlich destruktives Kontrastprogramm. Auf die Frage, was schöner sei, als eine Stadt aufzubauen, fällt mir jedenfalls nur eine sinnvolle Antwort ein: Sie zu zerstören! Und das ist der Moment, in dem das grandiose, herrlich destruktive Beat Em Up King of the Monsters (1991) auf den Plan tritt. Einmal in die Rolle von King Kong oder Godzilla oder Artverwandtem schlüpfen, einmal sich mit anderen Monstern die Köpfe einschlagen und dabei für Terror und Verwüstung sorgen. Wenn da nicht mal der feuchte Traum eines jeden Katastrophenfilm-Freaks in Erfüllung geht.

Um ehrlich zu sein, ich kann mich gar nicht mehr so richtig an das Gameplay dieses SNK-Kloppers erinnern. Das ist ganz ähnlich mit meinen verschwommenen Erinnerungen an den ersten GTA-Teil, in dem ich irgendwann doch primär abseits von Missionen Verbrechen gesammelt habe, die mir nach anschließender Verhaftung in einer üppigen Statistik präsentiert wurden. Während Grand Theft Auto den kriminellen Ehrgeiz weckt, ist es im Fall King of the Monsters der Destruktive, Gehässige, bis hin zu einer ungeheuren Befriedigung, die sich immer dann einstellt, wenn der Spieler ein weiteres Haus gesprengt, eine Stromleitung zerrissen oder einen Hubschrauber vom Himmel geholt hat. Angesichts der diebischen Freude beim Zerstören des urbanen Schauplatzes wird der eigentliche Kampf immer weiter in den Hintergrund gedrängt. Das dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass man bei dem Spiel nicht nur seine Gegner sondern auch gleich die Umgebung vermöbeln kann. Klappt am besten im Zweispielermodus, wenn man sich sowohl gegen die Stadt als auch das gegnerische Monster verbündet und alles, was irgendwie urban aussieht, gemeinsam hochgehen lässt.

Und so verprügelte ich damals munter Hochhäuser, trampelte über Straßen, Vorgärten, Zäune und hinterließ ein einziges Katastrophenszenario. Welch höllische Befriedigung, wenn von der zuvor noch blühenden Stadt nach dem Kampf nur noch ein apokalyptisches Schlachtfeld übrig war. Nimm das du verdammter Wolkenkratzer, bei Seite ihr überflüssigen Industriebauten, stirb du schwacher Gebäudekomplex!

Wie gesagt, sonstige Erinnerungen? Pffftt… Wahrscheinlich war King of the Monsters nicht einmal das beste SNK-Fighting-Game (Immerhin gab es da noch Hochkaliber wie Samurai Showdown), aber allein wegen dieser wunderbaren Befriedigung purer Zerstörungswut ist es mir so angenehm in Erinnerung geblieben wie kein zweites Beat Em Up der damaligen Zeit.

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