Seit Anfang des Jahres bin ich damit beschäftigt 30 jungen Erwachsenen aus Belarus, Deutschland und der Ukraine zuzusehen wie sie sich mit Menschenrechten auseinandersetzen. Für mich war es am Anfang nur eine kleine Berichterstattung: im Januar habe ich 6 Tage lang die Kamera draufgehalten und gefilmt wie Seminarleiter den 19 bis 21 jährigen etwas über die Geschichte und die Gegenwart der Menschenrechte erzählt – um dann kleine Ein-minüter für deren Homepage zusammen zu schneiden.
Aber irgendwann habe ich begriffen dass es um sehr viel mehr geht. Auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so wirken, aber diese jungen Menschen stellen den Gegenentwurf zum klassischen politikverdrossenen Jugendlichen dar. Sie wollen wirklich etwas verändern in dieser Welt und das scheint mir doch sehr selten geworden zu sein. Die “Sturm und Drang” Zeit der Jugend kanalisiert sich schon lange nicht mehr in politischem Veränderungswillen – man setzt sich höchstens noch bei schönem Wetter zu den Punks am Alex und ist auch mal so richtig out-law.
Aber Teile diese Gruppe kommen extra aus Belarus nach Deutschland und nehmen in Kauf, dass unter Umständen Lukaschenko an der Tür klingelt und ihnen den Studienplatz persönlich aus der Hand reißt. Andere aus der Ukraine, an der immernoch von beiden Seiten von Russland und der EU wie an einem Scheidungskind gezerrt wird. Und dann machen sich ein paar junge Menschen auf, um ein Gewicht in die Waage zu werfen – oder zumindest um das Werkzeug zu erlangen um dies einmal machen zu können. Wobei ich von den Deutschen nicht minder beeindruckt bin, da dieser Einsatz für Menschenrechte weit über das Hobby des Deutschen sich zu beschweren und lauthals zu beklagen hinaus geht.
Denn eins ist klar – am Ende soll jeder das Know-How besitzen eine eigene erfolgreiche Menschenrechtskampagne starten zu können – um der Welt zu zeigen dass es besser geht.
Nachdem die erste Workshopwoche im Januar in Berlin erfolgreich verlief, war geplant, im März nach Belarus zu fahren. Da die belarussische Botschaft uns die Einreise verweigert hat, werden die dort geplanten Seminare zusätzlich in der Ukraine stattfinden müssen. Ein Rückschlag für unsere Dokumentation, aber symptomatisch für unser Thema.
Es soll ein 30-45 minütiger Dokumentarfilm entstehen, der den Projektverlauf dokumentiert, dieser Generation ein Gesicht gibt und zeigt unter welchen Umständen sie in Zentral- und Osteuropa lebt, diskutiert und welche Begrenzungen sie umgibt. Wie sehen sie ihre gemeinsame Zukunft, welche Wünsche, Hoffnungen, Visionen haben sie für ihre Länder? Mit welchen Außenkräften müssen sie sich tagtäglich auseinandersetzen um sich und ihre Menschenrechte zu behaupten? Und wie ist der Umgang untereinander, worüber reden sie, was klammern sie aus?
Da wir kein Privatvermögen haben das uns ermöglicht den Film zu finanzieren (eine klassische Dokumentation verschlingt ca. 200.000 € an Produktionskosten) wollen wir versuchen einen kleinen Teil des Geldes das wir brauchen (obwohl für den Dreh niemand auch nur einen Cent bekommt) über Crowdfunding zu bekommen.
Wir rufen also dazu auf uns finanziell zu unterstützen mit kleinen sowie großen Beträgen – jeder Betrag hilft das Projekt umsetzen zu können.
Hier gibt es die Möglichkeit: http://www.startnext.de/speak-up