Newcomer 2012 – Seite 360 wagt einen Blick in die Zukunft II

Der zweite Blick deckt ansonsten eigentlich sämtliche Schwächen auf, in unserem Falle allerdings kommen ein paar großartige Neuentdeckungen dazu. Wie immer eine kleine aber feine Auswahl an potentiellen Newcomern, über die die Musikpresse bald sprechen wird und für Furore sorgen könnten. Lana Del Rey hat den Sprung vom Blog Hype auf die Titelblätter der Musikmagazine geschafft und Brit-Emporkömmling Zoo Kid wird bestimmt auch so manchen suchenden Hörer begeistern dürfen, während fiN den Alternative Rock mit viel gefühl neu beleben könnte. Milk Musik und The Men bringen uns den Seattle Sound der späten 80er zurück und erreichen ja eventuell sogar ein Grunge-Revival , das ich 2012 wirklich hören möchte.

Zoo Kid

Ein kleiner rothaariger Bengel der aussieht wie aus einem Tim & Struppi -Film soll also das neue absolute Über-Wunderkind der britischen Musikszene sein? Ja warum denn nicht, solange es etwas eigenständiges ist, was sich nicht zwischen The XX , Soul und Punk entscheiden kann… Der Kleine wird ganz groß!

Lana Del Rey

Eigentlich muss man zu der jungen Dame nicht mehr viel sagen. Die Single Video Games kennt nun mittlerweile jeder und diese ist auch die aktuelle Konsens-Musik schlechthin geworden. Lana Del Rey kann für uns alles sein: Upper Class-Schlampe, naive Pop-Hoffnung, altkluge Grande Dame, Blog-Hype und vor allem hat sie wie Lady Gaga die Regeln des Spiels verstanden, mit dem sie uns auch 2012 alle ködert.

2:54

Zwei Schwestern, die so klingen, als ob sie einem spuckigen Okkult-Sekte angehörten und dunkle Musik für eine düstere Zeit spielten… Die Band klingt tatsächlich wie die Angabe der Uhrzeit, die sich wie Übermüdung und Unwirklichkeit anfühlt.

fiN

Die Rettung des Alternative Rock? Das Genre, das uns in den 90ern so tolle Bands beschert hat und mittlerweile durch unfassbare Abscheulichkeiten wie Nickelback zu einem musikfeuilletonistischen Witz mutiert ist, könnte eine neue aufregende Band dringend gebrauchen. Warum sollten das nicht fiN aus London sein?

Lights

In ihrem Heimatland hat das mit dem Durchbruch schon geklappt und hier könnte der Mix aus Owl City, Rebecca Black und Ladyhawke auch einschlagen. Wer nicht auf englische Blondinen wie Ellie Goulding steht, bekommt mit Lights die Schneewitchen-Variante aus Kanada geboten. Schade um ein Talent, das wie Goulding unplugged und ohne Autotune sicherlich mehr sein könnte als ein kurzer Hype. Nunja, ich habe euch hiermit gewarnt.

Grimes

Zola Jesus konnte mit ihrem düsteren Pop die Musikwelt begeistern und Grimes alias Claire Boucher schenkt uns auch allerhand schauerlich schönen Gesang, der mit zahllosen elektronischen Richtungsexperimenten den Totentanz wagt.

The Radio

Geiler 80er Twee Pop im Stile der Being Pure At Hearts ist vielleicht nicht die Innovation des Jahres 2012, aber wen interessiert das eigentlich? Die Songs sind toll und The Radio ist noch einer der vielen coolen Acts des trendigen Londoner Labels Young & The Lost Club, von denen derzeit niemand genug bekommen kann.

Milk Musik

Wem es bisher zu wenig Krach und zu nett war: Milk Musik machen tollen Noise Pop und müssten mit ihrem Sound eigentlich die neue Pflicht-Band für jeden sein, der schon die Japandroids epochal fans und sich wieder die Energie seliger Grunge-Zeiten zurück wünscht.

The Men

Ähm ja, der Bandname… die Jungs waren sehr einfallsreich. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt hier schwer wütenden Punk, der eine unfassbar großartige Energie entfacht, die man so seit Nirvana-Zeiten  nur selten gehört hart.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>