Trailerprogramm: The Raid, The Cabin in the Woods, Black Gold, I am not a Hipster, Into the White, Wish you were here, Ai to Makoto

The Cabin in the Woods [Drew Goddard]

Sieht schon ziemlich amtlich aus. Da werden klassische Slasher- und Backwoodhorror-Klischees zitiert und genüsslich durch den Mystery Science Fiction Fleischwolf gedreht. Wer jetzt an ne geerdete Teenie-Version von Cube denkt, liegt wahrscheinlich gar nicht mal so falsch. Die Frage ist, wie sehr sich der Film auf das Spiel mit den Genre-Referenzen einlässt, oder besser gesagt, wie mutig er ist, diese zu dekonstruieren. Denn gesehen hat man die Zutaten dann doch schon mal alle, irgendwo, irgendwie… nur eben noch nicht in dieser Kombination. Dem Trailer – der ziemlich verspoilert scheint – nach zu urteilen, läuft alles auf ein großes Mindfuck-Finale hinaus. Das muss auch erst einmal den Erwartungen entsprechen, sich nicht auf abgedroschenen Pfaden bewegen. Ist ja nach den ganzen Matrixes und Existenzen alles andere als einfach… Sieht trotzdem echt nett aus.

Black Gold [Jean-Jaques Annaud]

EPOS!!!111Elf…. Der Franzose Jean-Jaques Annaud, der sich bereits mit Sieben Jahre in Tibet (1997) darauf verstand, persönliche Dramen mit historischen Backgrounds zu kreuzen, fischt wieder tief in epischen, opulenten Gewässern. Vielleicht ist der Regisseur von Der Name der Rose (1986) und Am Anfang war das Feuer (1981) sogar so etwas wie einer der letzten Monumentalfilm-Regisseure unserer Zeit, hat es ja mit dem Erotik/Ästhetizismus-Epos Der Liebhaber (1992) gar zu unseren besten Erotikfilmen der 90er Jahre geschafft. Im Gegensatz zu den beiden 80er Jahre Meisterwerken erinnert mich Black Gold dann aber – sowohl optisch als auch storytechnisch – allzu sehr an die Tibet-Saga. Und das enthält eben neben vielen schönen, romantischen und vor allem großen Bildern eine Menge Geschichtsverklärung, viel übertriebenen Pathos und eindimensionale Charaktere, die pseudo-mehrdimensional daher kommen. Jaja, ich mag Brad Pitt nicht als Nazi, der mit dem Dalai Lama kuschelt… zumal sich Annaud im Grunde genommen so gut wie gar nicht für tatsächliche historische Hintergründe interessiert, viel mehr gigantische Bilder für sich sprechen lässt… Academy Awards im Visier. Mich überzeugt es nicht (überhaupt, was soll diese urinale Farbkorrektur?). Wer’s dagegen mag, dürfte auch mit diesem Teil glücklich werden.

I am not a Hipster [Destin Daniel Cretton]

Yeahhh… Aussagekraft des Trailers = 0…. und ich will den Film trotzdem unbedingt sehen. Das Drama I am not a Hipster folgt Akteuren der Indie Folk und Indie Pop Szene, im Grunde genommen jenen Leuten, die von den Hipstern der Großstädte musikalisch angebetet werden. Und dabei macht er in wundervollen, melancholischen und nachdenklichen Aufnahmen deutlich, dass die Akteure dieser musikalischen Nische so gut wie nichts mit ihrem urbanen Publikum – oder zumindest dessen Klischee – gemein haben. Freu mich drauf und toller Soundtrack by the way.

Wish you were here [Kieran Darcy-Smith]

Huiii… Südsee-Romantik trifft auf Psychodrama trifft auf Mystery-Thriller und offensichtlich straightes Mindfuck-Fundament. Erinnert mich jetzt so ganz spontan an den furchtbar unterschätzten The Beach (2000), der all diese Elemente bereits famos kreuzen konnte. Auch bei Wish you were here scheint das Genre- und Stimmungs-Crossover aufzugehen. Atmosphäre gefällt, Inszenierung zwischen Realismus, Ästhetizismus und Horror-Flashbacks gefällt, Cast gefällt… jepp der kommt definitiv auf die Wunschliste.

The Raid [Gareth Evans]

Verdammt heftig aussehender, dreckiger und roher koreanischer Action-Flick, der offensichtlich zwischen Trash und Dauerfeuer ziemlich amtlich Ärsche tritt und den Herren aus Hollywood zeigen könnte, wie deftige und fette Action auszusehen hat. Story gibt es ja offensichtlich nicht viel: Polizei räumt in riesigem Gebäude auf, in das sich Profikiller, Kriminelle und Psychopathen zurückgezogen haben… Aber wer braucht schon mehr Story wenn er so perfekte, im wahrsten Sinne des Wortes rockende Kampfszenen, Schusswechsel und Action-Offerten zu sehen bekommen kann. The Raid scheint ein B-Movie zu sein, der sich dennoch erfrischend ernst nimmt – ohne unfreiwillig komisch zu werden – und dabei einfach nur schweißtreibend nach vorne hetzt, ein bisschen Gewaltverherrlichung inklusive. Wird bestimmt irgendwann mal im Videothekenregal gegriffen… so für den nächsten Jungs-Abend.

Into the White [Petter Næss]

Harry-Potter-Star will ernsthafte Filme drehen, die nächste. In diesem Fall habe ich überhaupt keine Bedenken. So undankbar die Rolle des Ronald Weasly auch war, so ein verdammt guter Schauspieler ist doch Rupert Grint. Hier darf er mit grimmigem Überlebenswillen beweisen, was er alles drauf hat. Abgestürzte britische Piloten treffen während des zweiten Weltkrieges in der verschneiten Einöde auf eingeschneite deutsche Piloten. Großes Drama, ein Hauch Humanismus, Raum für Survival-Spannung und natürlich eine Menge Konfliktpotential… All das verspricht bereits der Trailer zu dem norwegischen Film (der mit britischen und deutschen Schauspielern wohl eher so etwas wie eine länderübergreifende Großproduktion darstellt). Unterstützt wird er dabei von exquisiten Bildern, einem hervorragenden Cast und einer tollen Inszenierung. Sollte definitiv im Auge behalten werden.

Ai to Makoto [Takashi Miike]

Love Takashi Miike, der ja hier schon mehr als einmal lobend erwähnt wurde. Daher habe ich auch keine Probleme damit, diesen Trailer zu posten, der in seiner Kürze so gut wie nichts über den zu erwartenden Streifen aussagt. Scheint wohl ne Adaption irgendeines Mangas zu sein… und ist… ähmmm, ja…. bunt. Bleibt auf dem Schirm.

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