Newcomer 2012 – Seite 360 wagt einen Blick in die Zukunft I

Es ist mal wieder Zeit einen Blick in die Glaskugel zu werfen und euch Künstler zu präsentieren, die großes Potential als Newcomer 2012 haben. Nicht ganz ohne Stolz können wir auch dieses Jahr sagen, dass wir einen ziemlich guten Riecher hatten und schon Ende des letzten Jahres eine gewisse Jessie J im Programm erwähnten, Jamie Woon schon früh toll fanden und den kommerziellen Erfolg von Far East Movement bereits vorher sagten. 2010 hatten wir ja bei Hurts auch schon auf das richtige Pferd gesetzt. Es lohnt sich also auch diesmal unsere Kandidaten für das nächste Jahr genauer anzuschauen, und mit Spannung zu verfolgen wer hier den Durchbruch schaffen könnte. Ich gebe zu, dass es diesmal keinen klaren Favoriten gibt, auch wenn ich Jamie N Commons derzeit ganz weit vorne sehe. Wer übrigens heiße Insider Tips an uns vertickern möchte kann dies hier bei den Comments oder per mail an redaktion@seite360.de tun. Da ich auf eure Mitarbeit hoffe, werde ich den Ausblick zum ersten Mal in mehrere Teile aufteilen.

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Lesezeichen: Tinkers, Herr Mozart wacht auf, Liebe am Ende der Welt

Unser Literaturbereich läuft ja immer ein wenig Gefahr, vor sich hinzudarben. Dabei ist über Literatur zu schreiben, doch eigentlich die Quintessenz des Feuilletons, praktisch wie zu Musik zu tanzen oder zu Architektur zu bauen. Gott sei Dank habe ich in den letzten Wochen mal wieder etwas vermehrt Zeit zum Lesen gefunden. Und das Ergebnis dieser intensiven Lektüre-Beschäftigung bekommt ihr hiermit nachgeliefert: Das lyrische und zugleich authentische Tinkers von Paul Harding, das mit dem Pulitzerpreis 2010 ausgezeichnet wurde, die leichtfüßige Liebeserklärung an die klassische Musik Herr Mozart wacht auf, sowie das dichte Drama zwischen Mystery und Gesellschaftskritik Liebe am Ende der Welt. Dreimal Lektüre um die kommenden kalten Tage etwas wärmer zu machen, und vielleicht ist ja auch das ein oder andere potentielle Weihnachtsgeschenk dabei.

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Worst Video of 2011: Alternate Reality – The King That Never Was

Uff, da habe ich wohl die Box der Pandora geöffnet und nachdem ich hier das aus meiner Sicht schlechteste Video aller Zeiten gepostet habe, möchten wohl die truen Metaller von Alternate Reality beweisen wie sehr sie bei alten Manowar- Videos aufgepasst haben. Und so präsentieren sie der Welt ein unfassbar schlechtes Musik- (was eben so zwei Riffs hergeben) -Video (jedes gottverdammte Schul-Theater hat bessere Darsteller). Ich verkrieche mich nun wieder ins Bett und weine in mein Kopfkissen.

via DailySwarm

Poetisches für den Sonntag: Pablo Picasso zeichnet ohne Leinwand

Als der Fotograf und Light Painting Künstler Gjon Mili den berühmten modernen Maler Pablo Picasso 1949 in dessen Atelier besuchte, zeigte er ihm, wie sich mit Licht und einer Langzeitbelichtung durch die Kamera, dynamische Fotografien von Zeichnungen in der Luft kreieren lassen. Die bei Picassos Lichtzeichnungen entstandenen Fotos gehören mit zum Schönsten und Poetischsten, was die Light Painting Landschaft zu bieten hat. Beim Retronauten gibt es verschiedene dieser Fotos in Farbe zu bestaunen.

Dass das Arbeiten “ohne Leinwand” für Picasso mehr als nur ein Spiel war, beweisen auch die unteren Ausschnitte des Dokumentarfilms Bezoek aan Picasso (1949) von Paul Haesaerts. Dieser filmte den modernen Künstler beim Auftragen von Farbe auf Glasplatten, so dass es auch hier scheint, als würden die Bilder im Nichts entstehen. Die selbe Idee wurde auch von Henri-Georges Clouzot in dem Film Le mystère Picasso (1956) aufgegriffen. In diesem ist die Entstehung von Kunstwerken zu sehen, die unmittelbar nach der Dokumentation ihrer Schöpfung zerstört wurden und die somit nur auf Film erhalten sind. Zeichnungen ins nichts, ohne ein Medium der klassischen bildenden Künste, einzig und allein für die Kamera… eine wunderbar poetische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Kunst im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit.