Trailerprogramm: Jonas, The Ghastly Love of Johnny X, The Lorax, The Woman in Black, Games of Thrones, Lilyhammer

Jonas [Robert Wilde]

Nicht von dem Regie-Namen täuschen lassen… Jonas ist natürlich in erster Linie ein Christian Ulmen Projekt, in dem sich der Comedian und Verkleidungskünstler wieder auf dem ihm vertrauten Terrain der mockumentarischen Tragikomödie und Satire bewegt. Allerdings bringt er sein in ulmen.tv (2008 – 2010) und Mein neuer Freund (2005) bestens funktionierende Konzept auf ein neues Level, oder eben auch ein vorheriges Level,  je nachdem, wie man es interpretieren möchte. Die Maskerade fungiert hier nämlich nicht als Schein für die Beteiligten, dafür ist Ulmen in den Kreisen in denen sein neuer Film spielt, wohl einfach zu populär. Und trotzdem sind die “Statisten” auch hier echte Menschen mit echten Sorgen und Nöten, mit echten Geschichten, die im filmischen Mikrokosmos Ulmens zwischen Fiction und Mockumentary neu arrangiert werden. Jonas spielt auf einer Gesamtschule, Ulmen mimt den etwas debberten, viel zu alten Sitzengebliebenen, der eine letzte Chance bekommt. Ob und wie diese neue Variation seiner Rollenspiele aufgeht, wird sich zeigen. Immerhin birgt der Film nicht nur die Chance zur Authentizität sondern ebenso das Risiko zum unbeholfenen Vexierspiel der Statisten mit der omnipräsenten Kamera und dem absurden Gebaren Ulmens selbst. Der Trailer sieht auf jeden Fall schonmal sehr schick aus und macht auf den Film – allein wegen seines gewagten Konzeptes – neugierig.

The Ghastly Love of Johnny X  [Paul Bunnell]

What tha…? 50’s B-Movie-Charme trifft auf kruden Science Fiction Trash trifft auf Rock N Roll Pathos und das ganze auch noch in unedler Schwarz-Weiß-Optik… Keine Ahnung, was sich die Macher dabei gedacht haben, aber die ersten Bilder von The Ghastly Love of Johnny X scheinen gerade so, als sei Ed Wood aus seinem Grab auferstanden, um mit Quentin Tarantino zusammen zu arbeiten. Schräg, abartig, trashig (großartig, diese Reanimation der Autofahrten-Leinwand) und wahrscheinlich total bekloppter Müll. Aber Hölle, den will ich sehen, jetzt sofort! Fehlt nur noch die größenwahnsinnige Selbstbeschreibung:

Paul Bunnell’s THE GHASTLY LOVE OF JOHNNY X is a motion picture spectacular—the only sci-fi dark comedy musical romance you need to see this year!

The Lorax [Chris Renauld, Kyle Balda]

Hmm… naja… Ist zwar von den Machern von Ich- Einfach unverbesserlich (2010), was ja eigentlich Lust auf den Streifen machen sollte, wirkt im Trailer aber alles andere als aufregend. Viel mehr scheint die Verfilmung einer der verrückten Dr. Seuss Geschichten (Zu denen auch Horton hört ein Hu! (1954) und Der Grinch (1957) gehören) einer jenen Animationsfilme zu zu sein, die im Grunde ziemlich dröge sind und diesen Umstand mit einer lauten, quietschigen und bunten ADHS-Optik verbergen wollen. Das Ergebnis, sie sind nur noch nervtötend… Genau so erscheint mir zumindest der überreizte, hektische – und zugleich schrecklich langweilige – Trailer von The Lorax. Naja, vielleicht täusche mich auch. In der Form muss ich das Teil aber echt nicht sehen.

The Woman in Black [James Watkins]

Okay… Harry Potter Daniel Radcliffe versucht dort zu landen, wo die Teenie-Stars früher oder später alle hin wollen, im ernsthaften Schauspiel-Business. Und dabei scheint er gar nicht mal so auf dem verkehrten Weg zu sein. Der hier geteaserte Gruselthriller nach der gleichnamigen Vorlage von Susan Hill The Woman in Black (1983) verspricht eine gediegene Spuk-Atmosphäre im edlen, charmant nostalgischen Gothic-Look des 19. Jahrhunderts. Klar, Mysteryhorror gibt es mehr als genug, auch im viktorianischen Ambiente… aber Radcliffe scheint hier echt anständig zu spielen, die Bilder sind hübsch anzusehen und die Angst scheint auch retro genug gemacht zu sein, um nicht auf billigen Gore und noch billigere Scare-Jumps zu setzen. Ein Stück Misstrauen muss dann aber doch sein, gerade weil der Daniel in der gesamten Harry Potter Franchise zu den Darstellern gehört, die sich am wenigsten weiterentwickelt haben und dementsprechend erst einmal unter Beweis stellen muss, dass er mehr kann, als nur den Zauberzögling zu mimen.

Games of Thrones [David Benioff, D.B. Weiss]

Tja, was soll ich sagen? Erste Staffel vollkommen an mir vorbeigegangen, das hier ist bereits der Trailer zu der Zweiten… Und ich will, ich muss diese Serie so schnell wie möglich nachholen. David Benioff allein kann ja schon nur für Qualität garantieren, und was hier im Trailer zu sehen ist: Whoaahh! Mittelalter-Fantasy ohne großes Pathos-Brimborium, mit einer fetten Naturalismus-Schlagseite. Könnte für die Medieval-Serienlandschaft das sein, was Deadwood für den Western ist. Räudige, brutale und realistische Unterhaltung, mit viel Spaß an der historischen Dekonstruktion, tollen Bildern, tollem Cast, viel Awesomeness, und so weiter und so fort. Wird geschaut, am besten gestern noch…

Lilyhammer [Simen Alswick]

Und noch ein Serientrailer: Ex-Mafiosi verschlägt es Dank Zeugenschutz-Gedöns in die verschneite Einöde. Sopranos trifft auf Ausgerechnet Alaska? Maybe. Der Trailer der ersten Staffel jedenfalls zeugt schon von perfekter Unterhaltung auf der Schwelle zwischen Tragic, Comedy und Crime. Ein bisschen skurril, ein bisschen psychoanalytisch, ein wenig trocken… und selbstverständlich mit dem Herz am rechten Fleck. Ach schön, Leute: Es wird Winter und es gibt – nach längerer Dürre und Stromberg-Wegfuttern – endlich wieder zwei anscheinend ausgezeichnete Serien, auf die ich mich so richtig freuen darf. Wie Games of Thrones fest eingeplant für das diesjährige winterliche TV-Show-Programm.

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