Trailerprogramm: The Mortician, Corman’s World, The Hunger Games, Snow White and the Huntsman, We need to talk about Kevin

The Mortician [Gareth Maxwell Roberts]

Interessanter, parabolisch scheinender und offensichtlich angenehm anachronistisch inszenierter Thriller von Regieneuling Gareth Maxwell Roberts: Da scheint jemand ein ziemlich großer Jim Jarmusch Fan zu sein, was aber nicht weiter stört, da der Look der Films nicht nur exquisit sondern auch ziemlich originell ist: Irgendwo zwischen Film-Noir, 50’s Reminiszenzen, Comic-Look und realistischen, aktuellem Urban-Thriller ist The Mortician anscheinend ein ziemliches Crossover von Zeiten und Genres. Method Man als nachdenklicher Totengräber kommt auf jeden Fall schon mal cool rüber. Edward Furlong war lange nicht mehr zu sehen, macht hier aber auch einiges her. Und die angerissene Geschichte zwischen coolem Großstadtdrama und dunklem Mysterythriller macht auch neugierig. Wird im Auge behalten.

We need to talk about Kevin [Lynne Ramsay]

We need to talk about Kevin wurde ja schon ordentlich auf diversen Filmfestivals und in diversen Rezensionen abgefeiert. Der Trailer erweckt ein bisschen den Anschein, als würde er dem Film nicht gerecht werden. Sieht aus wie eine interessante Entwicklung von der Tragikomödie über das Schuld-und-Sühne-Drama hin zum dunklen Mysteryhorror. Und gerade auf Letzteres legt der Trailer dann auch ziemlich stark seinen Fokus. Klar, das lockt die Leute in die Kinos, spannender wäre aber freilich eine Fokussierung der nie ganz ausbrechenden Mutter-Kind-Konflikte, vielleicht sogar ein nahzu vollkommener Verzicht auf den Horror-Part. Wirkt trotzdem ziemlich groß und bereits im Trailer mitreißend und spannend. Und als großer Fan von Doris Lessings “Das fünfte Kind” – das vom Ansatz dem hier gezeigten nicht unähnlich ist – muss ich mir den Film ohnehin geben.

Corman’s World [Alex Stapleton]

Hell Yeah! Roger Corman ist ja – so viel sollte feststehen – einer der kreativsten Menschen der gesamten amerikanischen Filmbranche. Der Mann, der über 300 Filme mal verbrochen, mal erschaffen hat und dabei für die Geburt von so ziemlich jedem berühmten Schauspielers Hollywoods verantwortlich ist, ist schlicht eine Legende. Dem B-Movie-Maniac und DIY-Filmmacher widmet Alex Stapleton nun eine Dokumentation, die allem Anschein nach den Geist des Corman’schen Kino ziemlich gut einfängt. Außerdem kommen Größen der Filmbranche wie Robert De Niro, Jack Nicholson und Martin Scorsese zu Wort… Und natürlich Corman himself. Das Ergebnis dürfte ein großes Fest für Cineasten werden, und eine gelungene Dokumentation über die Filmbranche habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen.

The Hunger Games [Gary Ross]

Dystopischer Science Fiction Film nach der gleichnamigen Trilogie der Bestseller-Autorin Suzanne Collins: Teenager werden auserwählt um in einer großen Arena ums Überleben zu kämpfen, während diese “Spiele” live im Fernsehen übertragen werden. Also ich weiß ja nicht so recht… Von der Autorin habe ich noch nichts gelesen, die Trilogie war mir überhaupt kein Begriff, das Thema an und für sich finde ich aber ziemlich spannend (wenn auch alles andere als originell). Vom ersten Gefühl her ist das mir aber dann doch zu Twilight-inspiriert, anscheinend zu sehr Teenager-Herzschmerz und Emo-Look, zu wenig grimmige, dystopische Science Fiction Story. Und das liegt nicht nur an dem absolut scheußlichen Film-Artwork am Ende, das tatsächlich an zahllose Teenie-B-Movies der letzten Jahre erinnert. Abwarten…

Snow White and the Huntsman [Rupert Sanders]

Ich bin ja fest davon überzeugt, dass Kristen Stewart das Potential gehabt hätte, eine der angesehensten Indie-Schauspielerinnen unserer Zeit zu werden. Drei bis vier Twilight-Filme später sieht das alles etwas anders aus und ich muss mich wohl daran gewöhnen, dass die hübsche und talentierte (Ohja!) Darstellerin ab sofort eine Dauerreservierung für opulente Emo-Märchen besitzt. Dabei sieht die Schneewittchen-Verfilmung von Rupert Sanders gar nicht mal so schlecht aus: Ja, kitschig, pathetisch, überzeichnet… aber immerhin ohne Zwerge und mit einer durchaus ziemlich mitreißenden Bildsprache. Das wird dann letzten Endes wahrscheinlich zwar doch klebriger Fantasy-Schmu für alle verliebten Teens dieser Welt, bis dahin weiß der Trailer aber mindestens zu gefallen und sogar ein wenig Interesse an dem Film zu wecken.

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