Poetisches für den Sonntag: Last Moments of Life

Paul Kroeker hat mit seiner DSLR das Sterben einer Libelle auf Film gebannt. Nach eigenen Angaben ist er weder für deren Tod verantwortlich, noch hat er sie in irgendeiner Form gefangen gehalten. Stattdessen beobachtete er einfach ruhig mit seiner Kamera und schnitt den dokumentierten Todeskampf später zusammen, ergänzt durch Flashbacks und POVs. Herausgekommen ist ein ungemein trauriger, poetischer und zugleich kraftvoller Eindruck der letzten Atemzüge eines Lebewesens, perfekt komponiert und arrangiert. Kaum zu glauben, wie nah einem plötzlich ein “einfaches” Insekt sein kann.

Lake Winnipeg, Canada

The last moments of a Dragonfly’s life captured on film. I did not hold this insect captive, it was just laying like this on my deck.

Composer : Gustavo Santaolalla
from the Babel soundtrack

Thanks for watching!‏

via pewpewpew

Die 90er Jahre: Die besten Filmdramen des Jahrzehnts I

Wir nähern uns langsam dem Ende unserer 90er Film-Retrospektive und spitzen schon Bleistifte, tauchen Füller und massieren die Schläfen für den kommenden 80er Kanon-Rundumschlag. Aber ein paar 90er-Highlights haben wir noch und diese passen, wie schon die Dramen der 00er Jahre, mal mehr mal weniger zu allen Kategorien und im Grunde genommen zu keiner, außer der, in die sie nun gepackt werden. Dramen sind einerseits die Simpelkategorisierten, die Filme, die bei jeder Oscarverleihung die besten Chancen haben, die Filme, die man am Ende eben doch ganz banal Dramen nennt und ohne schlechtes Gewissen von jeder weiteren Klassifizierung erlöst. Ein bisschen traurig, ein bisschen optimistisch, mitunter tragisch, aber auch lebenslustig, versöhnlich, mitreißend, belastend, erlösend… je nach dem. Und wie schon in den 00er Jahren gibt es zu dieser Nullkategorie auch gleich einen ganzen Haufen von Artikeln. Im ersten verschlägt es uns ins triste Iowa, in Nervenheilanstalten, in unbekümmerte und bekümmerte Jugend, nach Osteuropa, in die französischen Banlieues und ohnehin überall dorthin, wo das Leben etwas Bewegendes zu erzählen hat…

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Browsergame: TransDimensional

Endlich mal wieder ein schön verqueres Arty Browsergame für mehr als nur zwischendurch: In TransDimensional von Willem Rosenthal spielt ihr einen kleinen Roboter, dessen ursprüngliche Aufgabe es ist Dinge von a nach b zu transportieren. Einige dieser Gegenstände sind allerdings äußerst empfindlich und können bei falscher Handhabung einen Riss im Zeit-Raum-Kontinuum erzeugen und so ein Tor in eine andere Dimension öffnen. Und  genau in dieser landet man auch früher oder später, wenn man an den knackigen Jump N Run Passagen scheitert. Mit der Erkundung jener fremden Dimension wird das Spiel aber erst so richtig weird und faszinierend.

TransDimensional ist ein packender Hybrid aus Jump N Run, Adventure und bewusst schrägem Storytelling. Die Steuerung ist simpel, der Schwierigkeitsgrad nicht ohne und die verbastelten Ideen pendeln schön zwischen gaga und philosophischem Subtext. Bitte unbedingt die Tastatur auf englisch umstellen, wenn ihr euch nicht die Finger verrenken wollt. Ansonsten unbedingt Probespielen!

Transdimensional hier spielen (via Indiegames)

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Zur Pukkelpop-Tragödie

Irgendwas zu einem Unglück zu bloggen hat irgendwie immer was moralisch Anrüchiges und lässt sich einen wie die Bild-Zeitung fühlen. Ich möchte auch nicht allzu viel Worte über das Unglück in Belgien verlieren, aber wenn man eben selber schon auf dem Pukkelpop war und mit so vielen positiven Eindrücken, nicht nur die Musik betreffend, nach Hause kam macht es einen persönlich sehr betroffen. 2009 habe ich zusammen mit ein paar Bekannten das große Festival bei unseren belgischen Nachbarn besucht und dort ein extrem nettes und zuvorkommendes Festival-Publikum getroffen, das sowohl Newcomern als auch großen Acts eine faire Chance gibt. Man musste sich auch direkt vor der Bühne nie fürchten gleich zerquetscht zu werden. Party ja, aber nicht auf Kosten anderer, so war mein Eindruck von diesem in meinen Augen sehr gut organisierten Festivals. Wir alle waren sicher, sowas in der Form bei den meisten deutschen Festivals nicht erlebt zu haben, allen voran natürlich bei “Assis Liebling” Rock am Ring. Es ist einfach schade, wie sehr das Pukkelpop wieder einmal in die Schlagzeilen für Geschehnisse kommt, die es einfach nicht beeinflussen konnte, so wie dem Selbstmord des Ou est Le Swimming Pool Sängers, kurz nach seinem Festival-Auftritt 2010. Das Festival wird aufgrund der Ereignisse nicht mehr fortgesetzt, hier noch einmal die Mitteilung der Organisatoren im Wortlaut:

Pukkelpop is in deep mourning. We truly sympathise with the families and friends of the victims.

Words are not enough. We have struggled with the decision to continue the festival. Therefore we have decided to cancel Pukkelpop 2011.

What has happened is very exceptional and could not have been predicted. We are deeply moved by all the spontaneous support the festival goers and the organisation have received.
We call on all Pukkelpoppers to return home calmly. Extra buses and trains have been organised to bring everybody home.

Undoubtedly many of you have many practical questions. That is why we ask you to direct them to info@pukkelpop.be.

We ask everyone to understand that this decision was extremely difficult to make.

Auf Facebook wurde eine Kondulenz-Seite namens “Pay Your Respects” eröffnet.

Ähhmmm…. ja!

Angesichts der vollkommen überraschenden Hitzewelle purzelt hier gerade alles ziemlich durcheinander. Irgendwie habe ich gestern gedacht, es wäre schon heute, habe die Links fürs Wochenende rausgehauen, war irritiert, dass Rinko mit dem Musikvideo der Woche einen Tag zu spät dran war… und jetzt stehen wir da: Am Samstag Morgen ohne passenden Artikel. Also wenn ihr Links wollt, einfach ein bisschen zurückscrollen. Hier gehts erst einmal weiter mit Surfin’ Bird und danach geht hoffentlich wieder alles seinen geregelten Gang.

 

The Weeknd – Thursday EP (Free MP3)

The Weeknd hatten wir schon hier zweimal vorgestellt. Während Florian nur mit dem Kopf geschüttelt und dem Blog Hype eine klare Absage erteilt hat, konnte sich Markus immer für das stylische Video begeistern. Ich bin eigentlich so gar nicht überwältigt von dieser Hipster R`n B wie er momentan auch dank James Blake angesagt ist, aber so lange es ja umsonst ist darf man ja fröhlich runterladen und sich seine eigene Meinung bilden.

Download Thursday EP

Musikvideo der Woche: The First Time I Saw Jupiter – Fall On Your Sword

Das heutige Musikvideo dürfte Astronomie-Freunden gefallen und hat viel mit Schwerkraft und Planeten zu tun.

The First Time I Saw Jupiter – Fall On Your Sword (2011)

Regie: Rupert Cresswell

Album: Another Earth Soundtrack

Warum Marty McFly und Doc Brown aus Zurück in die Zukunft zusammen rumhängen…

Eigentlich ne recht interessante Frage, mit einer ziemlich trivialen Antwort, die Bob Gale seines Zeichens Co-Creator von Zurück in die Zukunft (1985) nun auf mentalfloss gegeben hat. Irgendwie fehlt mir da noch so ein bisschen der Hinweis auf die Auswirkungen von Martys Zeitreise, immerhin kennt zumindest der Doc Brown vom Ende des ersten Teils (der mit der kugelsicheren Weste) Marty schon weitaus länger, schon bevor dieser geboren wurde. Sein Wissen um die Zeitreise Martys wird mit Sicherheit eine Rolle bei deren Freundschaftsfindung gespielt haben. Abgesehen von zeitlichen Paradoxien und Tautologien ist Gales Antwort allerdings einfach mal schöner, niedlicher (und vorhersehbarer) 80er Jahre Schmu, der euch an dieser Stelle nicht vorenthalten werden soll.

Okay, from the horse’s mouth (yes, I’m the horse — er, co-writer, co-creator): We never explained it in the movie. But the history of the characters that Bob Zemeckis and I created is this…

For years, Marty was told that Doc Brown was dangerous, a crackpot, a lunatic. So, being a red-blooded American teenage boy, age 13 or 14, he decided to find out just why this guy was so dangerous. Marty snuck into Doc’s lab, and was fascinated by all the cool stuff that was there. when Doc found him there, he was delighted to find that Marty thought he was cool and accepted him for what he was. Both of them were the black sheep in their respective environments. Doc gave Marty a part-time job to help with experiments, tend to the lab, tend to the dog, etc.

And that’s the origin of their relationship.
— Bob Gale

via Filmfreunde

Links fürs Wochenende

Dieses Mal satt viele Links, die sich in den letzten 14 Tagen angesammelt haben. Das dürfte auch für zwei Wochenenden reichen…

God’s Blog

Der Herr ist sehr zufrieden mit seinem sechstägigen Werk und präsentiert das Ergebnis der Community. In dieser wiederum tummeln sich Fanboys, Trolle, Kritiker und Klugscheißer. Wie im echten Leben…

Hallo Charlotte

Offener Brief Alice Schwarzers an Charlotte Roche angesichts ihres Zweitwerks Schoßgebete. Christian Buß von SPON hat darauf mit einem Replik geantwortet. Der Kampf um den besseren und echteren Feminismus geht in die zweite Runde.

Spoiler Alert: Stories are not spoiled by Spoilers

Die UC San Diego hat anhand von klassischen Kurzgeschichten untersucht, inwiefern sich Spoiler auf das Lesevergnügen auswirken… mit überraschendem Ergebnis.

Großartig! Verstörend!! Ja!!!

Christoph Schröder über die Qualität von Klappentexten bei den aktuellen literarischen Neuerscheinungen: “Sind wir wirklich von drastischen, sezierenden, dichten Meisterwerken umgeben, die alle ihresgleichen suchen?”

Filmszene Relaunch

Der Dinosaurier unter den Filmreview-Seiten Filmszene wagt den großen Relaunch. Während der Betaphase können Leser sich an das neue Design gewöhnen und nach Fehlern suchen. Erster Eindruck: Aufgeräumt, stimmig, mit Drupal umgesetzt und weiterhin mit dem Primat des Textes versehen. Filmszene gehört nach wie vor zu den besten Kinoportalen im Netz.

Trainingshose als Symbol  der Resignation

Tyler Brûlé von Merian entdeckt in dem Einheitslook der Londoner Krawall-Teenies ein Politikum und ein Versagen der englischen Gesellschaft.

We have been here before

…Und der Economist stellt fest, dass die Jugend schon immer gewaltbereit, verwahrlost, assozial und respektlos war. Dass früher immer alles besser war (auch früher), und dass die Tradition des Kulturpessimismus eine feste Konstante in konservativer Gesellschaftskritik ist.

Post-Conflict Potter

Voldemort’s dead, but the struggle’s not over. How Harry Potter and the magical world of J.K. Rowling might begin the long process of reconciliation and reform.

Liebe Geisteswissenschaftler

Polemischer, überspitzter offener Brief zur Rolle der Geisteswissenschaftler in der digitalen Welt. Enthält durchaus einige Wahrheiten, vor allem die hiesige Kulturwissenschaft betreffend.

Wie funktioniert die “Incredible Shade Illusion”?

Derzeit macht eine erstaunliche Videoumsetzung einer klassischen optischen Illusion in den Blogs die Runde. Frank Nagel versucht dem ebenso genialen wie infamen Spiel mit der menschlichen Wahrnehmung auf die Schliche zu kommen.

Letztes Jahr auf Seite360:

Da wir letzte Woche wegen Urlaub, Arbeitsstress und xyz (beliebige Ausrede bitte hier einfügen!) nicht zu unseren Links fürs Wochenende gekommen sind, können wir heute auf gleich zwei Wochen aus dem Jahr 2010 zurückblicken. In diesen haben wir uns unter anderem mit Hypes und Anti-Hypes im aktuellen Popdiskurs auseinandergesetzt, uns die besten Animationsfilme der 00er Jahre sowie die besten Superheldenfilme des selben Jahrzehnts zur Brust genommen und die Suburbs von Arcade Fire rezensiert. Rinko hat sich noch einmal den Post-Metal-Klassiker Panopticon von Isis vorgeknöpft und nach Soundtrends von 2010 auf SoundCloud gesucht.

Radiohead From The Basement (Video)

Wird mal wieder Zeit für nen Radiohead-Artikel. Die Jungs haben nun ihr komplettes From The Basement Konzert nochmal auf Youtube gestellt, nachdem ja eine ältere Version mal wieder schön gelöscht wurde. Die Setlist besteht aus dem King of Limbs-Album und Produzent Nigel Godrich stand ihnen auch diesmal wieder zur Seite. Ein knapp 60-minütiger Leckerbissen ist es geworden und wofür braucht es da noch doofe Live-DVD`s ? Ok, die könnte man sich immer wieder aus dem Regal holen und das Video gibt es ja mal wieder nur für limitierte Zeit. Also schnell anschauen!!

Animated Short der Woche: Six Figures getting sick (David Lynch)

Mit eintägiger Verspätung, aus der Kategorie WTF + historischer Wert. Six Figures getting sick (1966) (Alternativtitel: six men getting sick (six times)) ist der erste Kurzfilm von David Lynch überhaupt. Er ist Teil der DVD The Short Films of David Lynch (2002) und besaß ursprünglich überhaupt keinen Titel. Kein Wunder, der vierminütige Loop aus animierten Personen ist ein Experiment im wahrsten Sinne des Wortes. In Lynchs zweiten Jahr auf der Pennsylvania Academy of Fine Art entstanden war es das primäre Ziel des Films, die von ihm gezeichneten Figuren in Bewegung darzustellen… unterlegt von einem grenzwertigen Sirenengeräusch. Enough WTF for the rest of the week…

 

Homöopathie-Konzern Boiron will Blogger verklagen

Ich mache dann mal an dieser Stelle etwas, was ich für gelegentlich nicht so gern tue und poste einen ganzen Artikel nach dem guten alten copy-paste-Verfahren: Zum einen, weil die drüben von Esowatch schon so ziemlich alles wesentliche zu der Sache gesagt haben, zum anderen weil der Text gerne noch weitere Kreise ziehen kann und sollte. Der ganze Homöpathiediskurs geht mir derzeit mal wieder (warum auch immer) schon ein wenig an die Nieren. Vielleicht weil ich mich von Pseudowissenschaft, Wissenschaftstravestie und simplizistischer Alltagsempirie immer ein wenig in meinem wissenschaftlichen Stolz verletzt fühle, vielleicht auch weil die Homöpathie noch viel zu populär ist, oder einfach weil ich das Gefühl habe, dass viel zu wenige Menschen wissen welche absurden Annahmen, Grundsätze und Verhaltensweisen hinter dieser Säkularreligion stecken. Anyway, alle die nach wie vor die gute Homöpathie gegen die böse Schulmedizin in Schutz nehmen, sollten einfach mal nach dem Klick aufmerksam weiterlesen…

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Polizeifoto vom 19jährigen Kurt Cobain (1986)

Bald wird Nirvanas Grunge-Klassiker Nevermind 20 Jahre alt. Ein Alter, das Kurt Cobain auf obigem Foto noch nicht ganz erreicht hat. Die Polizeiaufnahme von 1986 beweist aber noch einmal eindrucksvoll, dass er nicht nur zu den tragischsten sondern auch am besten aussehenden Personen des Rock N Roll der 90er Jahre gehört. Verhaftet wurde er damals für das Besprühen von Pick-Ups.

via KFMW

Polaroid Fotos von Andy Warhol

So schön Photoshop ja auch als mächtige Bildbearbeitungs-Software sein mag, aber es ist eben auch kein Zufall, dass seit einiger Zeit immer mehr Menschen wieder Sehnsucht nach analogen und warmen Tönen haben. Die immer klinischer werdenden Hochglanz-Photos nerven halt irgendwann genauso wie der nächste CGI-Porn von Michael Bay. Andy Warhol gehörte eh zu den großen Fans der Polaroid-Technik und nahm immer mal wieder gerne Fotos von Promis wie Hitchcock, Sylvester Stallone und sogar einem Schwein auf.

Hier noch zwei Favoriten von mir, den Rest gibt es auf These Americans.

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Muppets – The Green Album (NPR-Stream)

Wir freuen, freuen, freuen uns einfach mal wahnsinnig auf den kommenden Muppet-Film. Und um das zu feiern, gibt es ein “Green Album”, das hierzulande am 23. August veröffentlicht wird. Darauf zu finden sind großartige Muppet-Coverversionen, angefangen beim klassischen Theme Song, der von OK Go durch den Indie-Fleischwolf gedreht wird, über Rainbow Connection von Weezer bis zum berüchtigten Mahna Mahna, das auf dem Green Album von The Fray performt wird. Bei NPR gibt es das Teil komplett als Stream… und wir freuen uns weiterhin, freuen, freuen, freuen uns auf den kommenden Muppet-Film.

Tracklist:

1. Ok Go - Muppet Show Theme Song

2. Weezer - Rainbow Connection (Feat. Hayley Williams)

3. The Fray - Mahna Mahna

4. Alkaline Trio - Movin’ Right Along

5. My Morning Jacket - Our World

6. Amy Lee - Halfway Down The Stairs

7. Sondre Lerche - Mr. Bassman

8. The Airborne Toxic Event - Wishing Song

9. Various Artists - Night Life

10. Andrew Bird - Bein’ Green

11. Matt Nathanson - I Hope That Something Better Comes Along

12. Rachael Yamagata - I’m Going To Go Back There Someday


via Testspiel