Samstag, August 20, 2011

Wir nähern uns langsam dem Ende unserer 90er Film-Retrospektive und spitzen schon Bleistifte, tauchen Füller und massieren die Schläfen für den kommenden 80er Kanon-Rundumschlag. Aber ein paar 90er-Highlights haben wir noch und diese passen, wie schon die Dramen der 00er Jahre, mal mehr mal weniger zu allen Kategorien und im Grunde genommen zu keiner, außer der, in die sie nun gepackt werden. Dramen sind einerseits die Simpelkategorisierten, die Filme, die bei jeder Oscarverleihung die besten Chancen haben, die Filme, die man am Ende eben doch ganz banal Dramen nennt und ohne schlechtes Gewissen von jeder weiteren Klassifizierung erlöst. Ein bisschen traurig, ein bisschen optimistisch, mitunter tragisch, aber auch lebenslustig, versöhnlich, mitreißend, belastend, erlösend… je nach dem. Und wie schon in den 00er Jahren gibt es zu dieser Nullkategorie auch gleich einen ganzen Haufen von Artikeln. Im ersten verschlägt es uns ins triste Iowa, in Nervenheilanstalten, in unbekümmerte und bekümmerte Jugend, nach Osteuropa, in die französischen Banlieues und ohnehin überall dorthin, wo das Leben etwas Bewegendes zu erzählen hat…

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Endlich mal wieder ein schön verqueres Arty Browsergame für mehr als nur zwischendurch: In TransDimensional von Willem Rosenthal spielt ihr einen kleinen Roboter, dessen ursprüngliche Aufgabe es ist Dinge von a nach b zu transportieren. Einige dieser Gegenstände sind allerdings äußerst empfindlich und können bei falscher Handhabung einen Riss im Zeit-Raum-Kontinuum erzeugen und so ein Tor in eine andere Dimension öffnen. Und  genau in dieser landet man auch früher oder später, wenn man an den knackigen Jump N Run Passagen scheitert. Mit der Erkundung jener fremden Dimension wird das Spiel aber erst so richtig weird und faszinierend.

TransDimensional ist ein packender Hybrid aus Jump N Run, Adventure und bewusst schrägem Storytelling. Die Steuerung ist simpel, der Schwierigkeitsgrad nicht ohne und die verbastelten Ideen pendeln schön zwischen gaga und philosophischem Subtext. Bitte unbedingt die Tastatur auf englisch umstellen, wenn ihr euch nicht die Finger verrenken wollt. Ansonsten unbedingt Probespielen!

Transdimensional hier spielen (via Indiegames)

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Irgendwas zu einem Unglück zu bloggen hat irgendwie immer was moralisch Anrüchiges und lässt sich einen wie die Bild-Zeitung fühlen. Ich möchte auch nicht allzu viel Worte über das Unglück in Belgien verlieren, aber wenn man eben selber schon auf dem Pukkelpop war und mit so vielen positiven Eindrücken, nicht nur die Musik betreffend, nach Hause kam macht es einen persönlich sehr betroffen. 2009 habe ich zusammen mit ein paar Bekannten das große Festival bei unseren belgischen Nachbarn besucht und dort ein extrem nettes und zuvorkommendes Festival-Publikum getroffen, das sowohl Newcomern als auch großen Acts eine faire Chance gibt. Man musste sich auch direkt vor der Bühne nie fürchten gleich zerquetscht zu werden. Party ja, aber nicht auf Kosten anderer, so war mein Eindruck von diesem in meinen Augen sehr gut organisierten Festivals. Wir alle waren sicher, sowas in der Form bei den meisten deutschen Festivals nicht erlebt zu haben, allen voran natürlich bei “Assis Liebling” Rock am Ring. Es ist einfach schade, wie sehr das Pukkelpop wieder einmal in die Schlagzeilen für Geschehnisse kommt, die es einfach nicht beeinflussen konnte, so wie dem Selbstmord des Ou est Le Swimming Pool Sängers, kurz nach seinem Festival-Auftritt 2010. Das Festival wird aufgrund der Ereignisse nicht mehr fortgesetzt, hier noch einmal die Mitteilung der Organisatoren im Wortlaut:

Pukkelpop is in deep mourning. We truly sympathise with the families and friends of the victims.

Words are not enough. We have struggled with the decision to continue the festival. Therefore we have decided to cancel Pukkelpop 2011.

What has happened is very exceptional and could not have been predicted. We are deeply moved by all the spontaneous support the festival goers and the organisation have received.
We call on all Pukkelpoppers to return home calmly. Extra buses and trains have been organised to bring everybody home.

Undoubtedly many of you have many practical questions. That is why we ask you to direct them to info@pukkelpop.be.

We ask everyone to understand that this decision was extremely difficult to make.

Auf Facebook wurde eine Kondulenz-Seite namens “Pay Your Respects” eröffnet.

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Angesichts der vollkommen überraschenden Hitzewelle purzelt hier gerade alles ziemlich durcheinander. Irgendwie habe ich gestern gedacht, es wäre schon heute, habe die Links fürs Wochenende rausgehauen, war irritiert, dass Rinko mit dem Musikvideo der Woche einen Tag zu spät dran war… und jetzt stehen wir da: Am Samstag Morgen ohne passenden Artikel. Also wenn ihr Links wollt, einfach ein bisschen zurückscrollen. Hier gehts erst einmal weiter mit Surfin’ Bird und danach geht hoffentlich wieder alles seinen geregelten Gang.

 

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