Animated Short der Woche: El Empleo

Äußerst bizarre und düstere Parabel, die einen gewöhnlichen Arbeiter auf seinem Weg zum Job begleitet… Angesiedelt ist El Empleo in einer grauen, tristen fiktiven Welt, in der alle Funktionen des täglichen Bedarfs auf das gemeine Volk abgewälzt ist: Stühle, Tische, Ampeln… es gibt keine Arbeit für die nicht irgendwie der menschliche Körper missbraucht werden könnte. Neben seiner fast schon schaurigen Tristesse bietet The Employment ne gute Portion schwarzen Humor und eine bitterböse Schlusspointe… Die Welt ist echt am Arsch, Leute.

El Empleo (Spanien 2008)

Regie: Santiago Grasso

Drehbuch: Patricio Gabriel Plaza

via Minds Delight

David Bowie’s Space Oddity als illustriertes Kinderbuch

Habe gerade festgestellt, dass es keine schönere Möglichkeit gibt, den Morgen zu beginnen, als Space Oddity von David Bowie zu hören und parallel dazu das Space Oddity Bilderbuch von Illustrator Andrew Kolb durchzublättern. Der hat den gesamten Bowie-Song hervorragend in leicht naiven, niedlichen, allerdings gegen Ende auch immer trauriger werdenden Bildern interpretiert. Und das ganze gibt’s auch noch völlig umsonst in digitaler Form:

Ground Control to Major Tom,

Take your protein pills

and put your helmet on.

Space Oddity als PDF. Bitte unbedingt parallel dazu den Song hören und im Takt weiterblättern:

via Neatorama

Vogue-Cover-Artwork von Salvador Dali

Salvador Dali hat gleich eine ganze Reihe von Vogue-Cover-Artworks gestaltet. Das obere stammt von Dezember 1938. Weitere wunderschöne Zeitschriftencover vom Meister des Surrealismus (unter anderem eine spezielle Weihnachtsausgabe, die komplett von Dali gestaltet wurde) gibt es beim Retronauten zu bestaunen.

Kissed Portraits by Natalie Irish

Für ihre ikonographischen Porträts von Marilyn Monroe, Jimy Hendrix und sich selbst benötigt Natalie Irish Geduld, Lippenstift und gut trainierte Lippen. Die entzückenden Werke entstehen nämlich im wahrsten Sinne des Wortes mit viel Liebe; Schmatzer für Schmatzer, Kuss für Kuss kreiert Irish wunderschöne, leicht kitschige und irgendwie vor allem niedliche Persönlichkeitsporträts. Oben die geküsste Norma Jean, unten das Video zu einem geküssten Selbstporträt. Sweet!

via Scene360°

Trailerprogramm für den Dienstag: The Rum Diary, Apollo 18, Tyrannosaur, The Artist, Moviacs

The Artist [Michel Hazanavicius]

Das könnte groß werden, mehr als groß. The Artist präsentiert sich als wunderbar unzeitgemäßer, zeitloser Film, der sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch die goldene Stummfilmära Hollywoods wieder aufleben lässt. Zwischen beschwingter Hommage und großem Drama, dass den künstlerischen und gesellschaftlichen Wandel der damaligen Zeit greifbar werden lässt, erzählt als Stummfilm mit Tanzeinlagen, der keine Angst  davor hat Inszenierungstechniken, Ästhetik und Dramaturgie der damaligen Zeit konsequent einzufangen und umzusetzen. Eine wohltuende Abwechslung zu den High End Blockbustern der heutigen Zeit und im besten Sinne des Wortes ein konservativer Film, der gerade aus seinem Traditionsbewusstsein Originalität und Progressivität zu schöpfen scheint. Muss ich unbedingt sehen!

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Zwei Chatbots unterhalten sich über alles und nichts, und einer von beiden wird zum Einhorn…

…womit eigentlich schon alles wesentliche gesagt wurde. Knapp 90 Sekunden purer Diskussionsmindfuck, nachdem Leute vom Cornell’s Creative Machines Lab zwei Cleverbots aufeinander losgelassen haben. Ganz schön aggressiv die beiden und etwas neben der Spur in ihren philosophischen Gedanken. Liebe künstliche Intelligenzen, so wird das aber nix mit der Matrix in den nächsten hundert Jahren.

via Nerdcore

Edit: Zur Erklärung der Unicorn-Antwort ist dieser Kommentar von User SPositron zum Video doch recht erhellend:

To everyone who does not understand how cleverbot works – it talks to people then records the responses, using those responses contextually when talking to OTHER people later on. Therefore, the robot is neither self aware nor sentient it’s just a record of contextualized human conversation which is why this sounds even remotely like a realistic conversation. I’m sure many of you knew that already but there are many people who do not

TVLab – Zuschauer können neue Sendung für ZDF_NEO wählen

Unter dem Label TVLab stellt ZDF_NEO derzeit eine Reihe von Piloten vor, von denen einer zukünftig in Serie gehen soll. Insgesamt zehn potentielle TV-Formate präsentieren sich auf der dafür eingerichteten TVLab-Website dem Publikum. Und dieses darf abstimmen, was seine Favoriten sind und welche Sendung es zukünftig im Fernsehen sehen will. Mit dabei ist unter anderem ein Comedyformat von Tedros „Teddy“ Teclebrhan, der mit seinem “Integrationstest” auf youtube bereits vor einiger Zeit für Wirble sorgte, eine neue Hipster-Sendung für junge Menschen, die die Twentys langsam hinter sich lassen (Bambule) und mit Moviacs auch das Konzept für eine Filmshow von niemand geringerem als Ex-VIVA-Moderator und derzeitigem Filmfreund-Blogger Nilz Bolkelberg.

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Kurzfilm der Woche: Deus Irae

Fieser, kleiner, dreckiger Mystery/Horror-Bastard vom argentinischen Regisseur Pedro Cristiani. Die Story um einen Exorzismus ist an und für sich nicht sonderlich originell; wie das Szenario umgesetzt wurde, entlockt dem Zuschauer aber doch so einige WTFs. Großartiges Makeup, absurder Humor, geniale Einfälle, ein wenig Goofiness (muss auch sein) und eine schön hässliche und infame Gesamtatmosphäre. Deus Irae soll ein Full Length Spielfilm werden bzw. in einen solchen einfließen, genau diese zwölf Minuten sind aber das perfekte Horror-Kurzfilmerlebnis, gegen die derRest eigentlich nur abstinken kann.

A fragile border separates our world from the realm of darkness, a limit where nightmarish creatures await in the shadows, looking for a way into our world: the tender souls of the weak and the innocent. Once possessed, people are used as portals to infect our reality.

Only one thing has been standing in their way: a secret order of priests, who devote their lives and souls to protect this border. Soldiers of a silent war, who hunt the monsters down to look them in the eye… and blow them away.

They are the ‘Deus Irae’

Deus Irae (Argentinien 2010)

Regie: Pedro Cristiani

Darsteller: Gastón Ricaud, Bernarda Parcés, Ana Pauls

Joseph Gordon-Levitt covert Lithium von Nirvana

Nevermind wird demnächst 20 Jahre alt und Joseph Gordon-Levitt, der in Hinterm Mond gleich links ebenso mitgespielt hat wie in 10 Dinge die ich an dir hasse und Inception, spielt hier mal so locker flockig eine der besten akustischen Coverversionen des Grunge-Klassikers überhaupt: Lithium, in einer wunderbar straighten, schön dreckigen und vor allem mitreißenden 21st-century-Fassung. Großartig!

via Minds Delight

New York City – Day to Night: Tageszeitenmashups von Stephen Wilkes

Wunderschönes Projekt, das die Rast- und Ruhelosigkeit von New York auf perfekte Weise einfängt. Stephen Wilkes fotografiert berühmte Plätze der Stadt über zehn Stunden lang aus einer Perspektive, um später die Tageszeiten ineinander fließen zu lassen. Heraus kommen Fotos zwischen Tag und Nacht, Arbeitswütigkeit, Hedonismus und Meditation. Zu bestaunen gibt es das Gesamtwerk von September bis Oktober in der Clamp Art Gallery in New York. Weitere Fotos der Reihe findet ihr auf Wilkes’ Website unter der Kategorie Fine Art.

via mymodernmet

Spock ist nicht beeindruckt von der Möglichkeit, fiktionale Charaktere in historische Settings zu packen

Ja, ja… alter Hut. Auch wenn ich mich schon seit einiger Zeit an diesem Tumblr erfreue, dessen Bilder in so ziemlich allen Nerd-Blogs die Runde gemacht haben, wollte ich eigentlich darauf verzichten, was davon hier zu posten. Das Bild ist jetzt aber derart meta, dass ich es mir einfach nicht verkneifen kann. Und by the way… Spock is not impressed ist echt mal ein sau komischer Tumblr, der mich trotz des eingeschränkten Themas schon seit längerer Zeit jeden Morgen erneut zum Schmunzeln bringt.

Spock is not impressed with your ability to insert fictional characters into historical events.

Source

Weinkorken-Porträts von Scott Gundersen

Weinkorken sind wunderbare Gegenstände, und als Ästhet ziehe ich die aus Kork auch immer noch  jedem Kunststoffverschluss vor, unabhängig von ihrer Praktikablität. So ein Stück rundes Kork ist einfach ein Unikat, das nach dem Plopp bereits die Versprechung des Weingenusses in sich trägt. Scott Gundersen stellt großartige Porträts aus Weinkorken her: Für das obige Bild “Grace” hat er sagenhafte 9217 Korken in 50 Stunden liebevoll zusammengesetzt, um ein realistisches Abbild der Porträtierten zu erzeugen. Das sieht nicht nur verdammt schick aus, sondern ist auch wunderbar ökologisch/ökonomische Kunst (das Werk selbst ist praktisch 100% Recycling), in die die individuelle Schönheit der einzelnen Weinkorken nach wie vor eingeschrieben ist. Das untere Timelapse-Video dokumentiert den akribischen Schaffensprozess dieses Werkes auf eindrucksvolle Weise. Und Scott Gundersen selbst scheint auch nicht nur die Verschlüsse des Weins zu schätzen:

I nearly always leave the corks as they come. The one exception to this is some of the corks that make up the hair on my piece “Grace”. Because the hair was so dark (and corks that dark are difficult to find), I boiled down a red wine and darkened some of those (hair) corks with the concentrated wine. Other than that all the corks are as they come to me and I prefer it that way. The process of darkening corks is long and messy and honestly I rather drink the wine than apply it to an already beautiful cork.

…So, jetzt habe ich auch Lust auf ein Glas guten Rotwein!

via Feingut

Die 90er Jahre: Die besten Filmdramen des Jahrzehnts III

Wo waren wir noch gleich stehen geblieben…? Genau! Die besten Dramen der 90er Jahre gehen in die dritte Runde. Mit Jonathan Demme und Steven Spielberg fahren wir noch einmal Hollywood-Geschütze auf. Zwei sensible Themen – einmal HIV in Philadelphia, einmal die Vernichtung der europäischen Juden in Schindlers Liste – die für Hollywood-Verhältnisse erstaunlich sensibel, wenn auch nicht ohne Traumfabrik-Pathos, umgesetzt wurden. Aber auch die kleinen Filme abseits des großen Geschäfts kommen zu ihrem Recht: Das furiose Psychogramm Shine, das sarkastische Familiendrama Der Eissturm und Mike Leighs düstere Großstadtapokalypse Nackt beweisen, dass auch jenseits des großen Budgets herausragende Filme produziert werden. Und mit David Lynchs The Straight Story hat sich gar ein Regisseur im Dramen-Genre verirrt, den man dort so gar nicht vermuten würde. Alle Filme, inklusive Kurzreview und Trailer nach dem Klick.

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Sony entwickelt Untertitel-Brille fürs Kino

Ein kleines und doch tolles Kinogadget wird derzeit von Sony entwickelt. Die Untertitel-Brille soll einen komfortablen Filmgenuss mit Untertiteln bieten, bei dem die Texte elegant auf die Leinwand projiziert werden. In erster Linie ist dies eine großartige Sache, um Hörgeschädigten ein individuelles Filmerlebnis zu ermöglichen, ohne dass diese auf speziell untertitelte Filme ausweichen müssen. Aber auch in anderer Hinsicht eröffnen sich hier grandiose Möglichkeiten: weiterlesen