Hörenswertes Juli 2011 (II): Casper, Little Dragon,The Cool Kids

Das passiert wochenlang nichts und dann kommt gleich der Doppelschlag. Flo hat mit Düster-Werken vorgelegt, die man ja eigentlich erst im Herbst so richtig goutieren möchte, aber bei diesem komplett ins Wasser gefallenen Sommer macht SunShine-Pop auch nicht mehr viel wett. Und so grollt das Tief Casper mit Explosions In The Sky Samples herbei, kommt nochmal kurz der Sommer mit Little Dragon zurück und die Cool Kids droppen Beats wie die nächsten Regentropfen, yo.

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Poetisches für den Sonntag: Erotische Fotos von Mona Kuhn

Großartige, ungemein erotische Fotos schießt die deutschstämmige in Amerika lebende Künstlerin Mona Kuhn, indem sie mit Unschärfen, Perspektiven und dem Verlangen des menschlichen Auges spielt. Auch wenn es nach dem Klick noch etwas expliziter (und jugendunfreier) wird, könnten ihre Bilder von plumper Pornografie oder bloßer Nackterotik nicht weiter entfernt sein. Dank ihrer Verspieltheit und ihrem genauen Blick für zu Zeigendes und zu Verbergendes bewegt sie sich aber auch fernab von jeglichem kitschigen Weichzeichner-Ästhetizismus. Stattdessen sind ihre  Bilder empathisch, sich entziehend, versprechend, offenbarend und immer wieder mit dem Blick des Betrachters spielend. Verdammt… Es ist wirklich lange her, dass ich Fotos gesehen habe, die zu gleichen Teilen so sexy und so poetisch sind. Klickt euch unbedingt durch ihr Portfolio. Es lohnt sich.

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New Radiohead Remixes: Lone, Four Tet, Pearson Sound

Nach den Remixes von Nathan Fake, Harmonic 313, Mark Pritchard, Caribou und Jacques Greene ist nun der dritte Remix-Reigen für Radioheads The King of Limbs eröffnet worden. In dem SoundCloud-Stream vergnügen sich Lone, Pearson Sound und Four Tet an Radioheads letztem Output. Gerade Kieran Hebden alias Four Tet ist ja kein Unbekannter, was Radiohead-Remixing betrifft, ist er doch unter anderem für das wunderbare Skttrbrain verantwortlich, das es auch auf die B-Side der 2+2=5-Single sowie die COM LAG EP (2004) geschafft hat. Nach dem Klick folgen die früheren Remix-Songs, die es mittlerweile auch bei Radiohead online zu kaufen gibt.

Radiohead TKOL RMX3 by Radiohead

via Testspiel

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Hörenswertes Juli 2011: Boris, John Tejada, Jakko Jakszyk, Robert Fripp & Mel Collins (A King Crimson ProjeKct)

Ja Freunde… es ist Sommer. Das Wetter beschissen, der Urlaub in weiter Ferne, die Stimmung trübe, und wir hinken Dank schreiberischem Sommerloch in unserer Hörenswert-Section mal wieder um einen ganzen Monat zurück… Doch es naht Erlösung, in Form von experimentellen, düsteren, verlockend avantgardistischen und vor allem ‘ähmmm’ progressiven Klängen. So rocken sich Boris zuerst durch einen klassisch progressiven Avantgarde/Drone/Metal-Whatever-Kosmos, um kurz darauf die progressiven Töne in geheimnisumwitterten progressiven Ambient-Klängen zu finden. John Tejada entdeckt das progressive Element in minimalistischen Electro-Sounds, während Robert Fripp in seinem King Crimson ProjecKt zusammen mit Jakko Jakszyk und Mel Collins das Progressive in, nunja, klassischem Progressive Rock auslotet. Wenn’s schon nichts zu Feiern gibt, dann wenigstens genug satte, verwobene Klänge, um andächtig vor den Lautsprechern zu knien. Und der Sommer wird ohnehin komplett überbewertet…

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Links fürs Wochenende

Terroranschläge und Doppelstandards in alle Richtungen

Bester Artikel zur (medialen) Reaktion auf den Terroranschlag in Norwegen (oder war es jetzt doch ein Attentat? Hängt das von der Identität des Täters ab). Ali von zoon politicon zeigt den Hysterikern, Gehässigen und Bigotten, wie eine differenzierte Analyse der Geschehnisse (und deren Rezeption) auszusehen hat.

Kunst aus der Webcam

Interview mit dem Fotografen Jens Sundheim, der als Traveller rund um den Globus reist und sich von verschiedensten Live-Webcams fotografieren lässt.

30 Jahre MS-DOS

Heise erinnert an das wunderbare, minimalistische Betriebssystem, das weder grafisches Interface noch Multitasking-Optionen benötigte, um seine Benutzer zu verzaubern.

Pseudonymintoleranz

Interessanter Kommentar der Ennomane – als Betroffene – zu der Pseudonym vs. Klarnamen Debatte auf Google+. Sowohl im Bezug auf das Spiel mit Identitäten und Neukonzeptionierungen der eigenen Persönlichkeit im Netz als auch auf Redefreiheit und das Recht anonym zu sein.

Captain America and His Non-Struggles Against the Holocaust and Racism

(…) Most of this is due to its setting in World War II and that it’s an origin story focused on the creation of a hero. But even with those two factors as a given, the movie takes great care to steer clear of anything even remotely controversial. Even the gravitas of Nazi evil is mostly pushed aside by the fictional HYDRA, a rogue Nazi science unit that breaks off from the Third Reich and even targets it as one of its enemies. Rogers recruits African- and Asian-American members for his team, but the racial prejudices that both men would have surely endured are never mentioned in the movie. (…)

Letztes Jahr auf Seite360:

Endlich mal wieder Kanonisierungs-Futter für die 00er-Filmnerds: Dieses Mal sind die besten Science Fiction Filme sowie die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts an der Reihe. Außerdem gibt es noch eine schnieke Rezension zu Church with no magic von PVT und einen Lobgesang auf Christopher Nolans Inception. Das Wetter ist besser als 2011 (was nicht besonders schwierig ist) und so hängen wir weiter im Sommerloch und am Strand, den angesagten Cafés und den düsteren Clubs rum.

Ronnie Spector From The Ronettes – A Tribute to Amy Winehouse

Wir sind immer noch kein People-Magazin, und das Leben einer Person auszuschlachten die wir nicht kannten würde uns im Gegensatz zu den, mit Verlaub, unfassbaren Arschlöchern der Springer- und Boulevard-Presse nicht einfallen.

Die stets um Aufmerkssamkeit bettelnde M.I.A. lassen wir auch mal vor , genau wie alle “Freunde” und Promis, die sich nun über Twitter ausheulen. Wir kommen  zu einem Tribute von Ronnie Spector, Sängerin der 60er Girl Gruppe  The Ronettes, über den sich Amy wirklich gefreut hätte, auch weil sie die Ronettes immer zu ihren größten Vorbilder zählte.

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Musikvideo der Woche

Ich bin ja einer der ganz wenigen LCD Soundsytem-Solala-Finder. Das Lego-Video zu All May Friends ist natürlich trotzdem sehr groß.

LCD Soundsytem – All My Friends (2011)

Regie: Cometgreen

Album: All My Friends

Physical elements shot with a Nikon D50. Compositing and effects done in After Effects CS5. Face designed in Illustrator CS5.

Animated Short der Woche: Mortys

Der Tod (wie in Eine Zeit ohne Tod in weiblicher Form) wird mit den Vorzügen der modernen Technik konfrontiert, und zwar von ihrem Sohn, der sich nichts mehr wünscht, als dass seine Mutter etwas weniger Arbeit und dafür mehr Zeit für ihn hat. Mortys ist ein burtonesker, sehr schöner und kurzweiliger französischer Animationsfilm (englisch untertitelt), der mit leichtfüßigem Humor eine im Grunde genommen ziemlich düstere Geschichte erzählt.

“Au 21eme siecle, un conflit affectif et générationnel entre une mère et son fils à un détail près…La mère n’est autre que la Mort.”

Mortys est un film co-réalisé par, Gaëlle Lebègue (modélisation, blend shape, animation), Ness (direction artistique, décors, matte painting, caméra mapping, texture), Mathieu Vidal (character design, modélisation, blend shape, animation), Nicolas Villeneuve (direction de production, lighting, rendering, compositing) et produit par l’ESMA de Montpellier.

Mortys a remporté le second prix du jury de fin d’étude composé entre autres de Dreamworks, Framestore, Dneg, The Mill, Nwave, Chez Eddy, Mac Guff, Ilion, Ubisoft, Delapost…etc…

Mortys (Frankreich, 2011)

Regie: Gaëlle Lebègue

Idee: Mathieu Vidal

Offizielle Website

via Seitvertreib

Fundstücke aus der SoundCloud: Shlohmo, Nocow, Downliners Sekt

Da folgende Künstler noch nicht ganz in das öffentliche Gehör Eingang gefunden haben und auch nicht in unserer Hörenswert-Serie (April, Mai, Juni,) auftauchen, wollen wir an dieser Stelle auf sie hinweisen, mit dem Wunsch, dass sie unbedingt erhört werden sollten. Unbekanntes und unabhängiges aus der Soundcloud, direkt auf den Teller: weiterlesen

Trailer zum Dokumentarfilm Pearl Jam Twenty

Yeah! Als Kind der 80er und folgerichtig Jugendlicher der 90er Jahre bin ich mit Grunge groß geworden. Und auch wenn ich Nirvana oder Alice in Chains heutzutage den pathetischen “Last Survivors” Pearl Jam vorziehe, so verbinde ich mit diesen doch einige der schönsten musikalischen Momente meiner Jugend. Regisseur Cameron Crowe (Almost Famous) hat den Seattler Urgesteinen ein filmisches Denkmal gesetzt, das deren mittlerweile 20jährige Karriere dokumentiert. Must see, must see, must see!

Pearl Jam Twenty chronicles the years leading up to the band’s formation, the chaos that ensued soon-after their rise to megastardom, their step back from center stage, and the creation of a trusted circle that would surround them—giving way to a work culture that would sustain them. Told in big themes and bold colors with blistering sound, the film is carved from over 1,200 hours of rarely-seen and never-before seen footage spanning the band’s career. Pearl Jam Twenty is the definitive portrait of Pearl Jam: part concert film, part intimate insider-hang, part testimonial to the power of music and uncompromising artists.

via Filmfreunde

Israel Chamber Orchestra spielt Richard Wagners “Siegfried-Idyll” in Bayreuth

Das Israel Chamber Orchestra (ICO) wird heute Abend Richard Wagners “Siegfried-Idyll” zum ersten Mal in Bayreuth aufführen. Über politische Implikationen zu debattieren, erscheint mir diesbezüglich gerade ziemlich müßig… zumal die vermeintliche Wagner-Feindlichkeit Israels allzu gerne von rechts außen (aber nicht nur von da) maßlos überhöht wird.

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L.A. with no cars

Eine Metropole ohne Autos. Kein Gehupe, kein Lärm und keine Staumeldungen. Ross Ching hat mit einer Canon 60D,  Final Cut und After Effects ein beeindruckendes Werk der Stille geschaffen. No Cars go…

Auf seiner Homepage wird übrigens noch einmal das Video und seine Bearbeitung Schritt für Schritt erklärt.

Heroin aus der Steckdose? – Dokumentation zum Phänomen “World of Warcraft”

Die Dokumentation “Heroin aus der Steckdose? – Spielen und Leben in zwei Welten” von Daniel Debray setzt sich mit dem Phänomen World of Warcraft und dessen Spielern auseinander. Porträtiert werden Menschen, die mal mehr mal weniger Zeit in den virtuellen Welten des berühmten MMORPG verbringen. Der halbstündige Film ist im Rahmen einer Bachelor-Thesis entstanden und kommt angenehm klischeefrei daher, spult im Gegensatz zu viel zu vielen anderen Dokumentationen über das Thema nicht das Standardprogramm von Sucht und Verwahrlosung ab, sondern konzentriert sich auf die Faszination, die das Online Rollenspiel auf seine Nutzer ausübt. Sehenswert!

Bildschirmspiele haben eine große Faszinationskraft auf ihre Spieler. Woher diese Faszinationskraft kommt, welche individuellen Emotionen, Erfahrungen und Verbindungen die Spieler mit der virtuellen Welt koppeln und welche Gefahren gerade Online-Rollenspiele für den User beinhalten können zeigt dieser Dokumentarfilm. Er portraitiert wertfrei und möglichst objektiv das Leben zweier Spieler, die das Rollenspiel „World of Warcraft“ als wichtigen Bestandteil in ihr Leben integrieren und viel Zeit in der virtuellen Welt verbringen.

via Superlevel

Teil 2 und 3 nach dem Klick… weiterlesen

Kurzfilm der Woche: Meshes of the Afternoon

Es ist mal wieder an der Zeit für einen kleinen Griff in die vermeintliche Mottenkiste. Meshes of the Afternoon (1943) zählt neben dem andalusischen Hund zu den großen Klassikern des surrealistischen Films. Ein enges, klaustrophobisches Szenario; eine traumatische, symbolüberfrachtete Handlung, die trotz zahlloser Hinweise zu keiner Lösung findet, eine zyklische Struktur, das Spiel mit Redundanzen, Déja-Vus und Variationen… Meshes of the Afternoon stellt so etwas wie die amerikanische Antwort auf den europäischen Experimentalfilm sowie das kontinentale surrealistische Kino dar und hat Regisseure von Jean-Luc Godard über Alfred Hitchcock bis David Lynch maßgeblich in ihrem Schaffen beeinflusst.

Meshes of the Afternoon (USA, 1943)

Regie und Darsteller: Maya Deren, Alexander Hammid

Drehbuch: Maya Deren

Musik: Teiji Ito