Neues von der Suche des ZDF nach einem geeigneten Intendanten

Markus Schächter, ZDF-Intendant, bei der Friedenspreisverleihung 2009 in der Frankfurter Paulskirche (CC BY-SA 3.0 by dontworry)

Nachdem Anfang des Jahres der derzeitige Intendant des ZDF Markus Schächter beschloss 10 Jahre ZDF seien genug, wurde die Frage nach einem Nachfolger gestellt – allerdings vom ZDF nur widerwillig öffentlich, gibt es doch schon ZDF-Intern einen bisherigen Programmdirektor für die Stelle, den man sich nicht erst erziehen müsste. Aber die Stelle muss öffentlich ausgeschrieben werden, doch Chancen auf Beachtung erhalten nur Bewerber die zusätzlich auch von einem Mitglied des Fernsehrates vorgeschlagen werden. So ist Thomas Bellut bisher der einzige Kandidat. Also ran an die Buletten und bewerben! Versuchen kann mans ja mal. Es gibt eine Menge Menschen in meinem Umfeld die eine klare Vorstellung hätten wie es mit dem ZDF weitergehen sollte.

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Star Trek Porn without Porn

Wenn man schon mal die Möglichkeit hat ein fanmade Remake der geliebten “The Next Generation” zu sehen – die ohnehin die beste Star Trek Generation ist. Aber das ist ein anderes Thema – dann will man sich natürlich nicht mit lästigem Gevögle aufhalten. Konsequenterweise hat hier jemand sämtliche überflüssigen Sexszenen aus der Porn Parody von Star Trek herausgeschnitten. Zurück bleibt ein 25minüter mit ziemlich klassischer Next Generation Story, überraschend passendem Cast und etwas zu vielen Dialogen und zu wenig Weltraumaction. Aber nachdem die letzten Ausgeburten der Franchise eher so semigut waren, nimmt der Trekkie eben das, was er kriegen kann…

When an Enterprise away team finds a capsule on a remote planet, containing dead former crewmember Tasha Yar now very much alive, they must question whether they’ve been given a second chance with their lost friend – or whether it’s part of a cunning Romulan plot…
Ok – so here’s a little experiment. We took the fabled TNG XXX parody, and stripped it of the XXX element to see what you have left. And the answer is – a very flashy, very glossy, continuity heavy fan film.

via Minds Delight

Update: Weg vom Fenster. Wie zu erwarten war…

Hypnotizing Wrestling

Ja verdammt. Ich hatte auch meine Wrestling-Phase. Muss wohl so Anfang der 90er gewesen sein… WWF natürlich. WCW fand ich damals ziemlich lame, und als die dann bigger und cooler wurde, war ich meiner Wrestlingphase schon wieder entwachsen. Tatanka fand ich damals übrigens am besten und habe es den Drehbuchautoren auch nie verziehen, dass sie ihm zum Heel (Bösewicht) gemacht haben (der sich dann sogar noch mit Yokozuna verbrüderte). Ein Mark (Fan der glaubt, die Kämpfe wären echt und nicht inszeniert) war ich nie, soweit ich mich erinnere. Und die Show drumherum fand ich immer cooler als die Kämpfe selbst. Anyway, das Video unten zeigt, dass sich eine richtig geniale Show perfekt in einen Kampf integrieren lässt: Zuerst Hypnose (von den Kommentatoren vollkommen zurecht als illegal gebranntmarkt) und dann die coolsten Dance-Moves, die man je im Ring sehen durfte. Kein nervig redundantes Gekloppe, keine sich wiederholenden Würfe, keine lahmen Stuhlzweckentfremdungen… Just three minutes of pure Wrestling-Awesomeness.


via Gilly

Die besten Filme der 90er und 00er Jahre: Was ist eigentlich mit dem Slasher-Genre?

Genau! Was ist eigentlich mit den ganzen Schlitzern und Stechern, den maskierten Mördern, den masskarierten Teenagern und traditionellen Regeln? Immerhin hat es nach dem großen Erfolg von Scream und dessen beiden Fortsetzungen eine ganze Reihe von Slasher-Filmen gegeben, die mehr oder minder erfolgreich waren. Haben die nicht ihren Platz in einer vernünftigen 90er Horrorfilmretrospektive verdient? Auch wenn es nur ein Revival war? Schließlich sorgten auch das Torture-Porn und Zombie-Revival für einige Horror-Hochkaräter der 00er Jahre… Gerade angesichts des überraschenden vierten Teils der Scream-Franchise – quasi das versuchte Revival des Revivals – lohnt es sich doch noch einmal einen Blick auf die großen Teenslasher der 90er Jahre zu werfen und zu fragen, warum diese irgendwie nicht so recht in die Annalen der Horrorfilmgeschichte eingehen wollen.

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Poetisches für den Sonntag: Olly Moss Art Show

Olly Moss dürfte den meisten Bloggern, Bloglesern und kunstbegeisterten Surfern ein Begriff sein. Vor allem für seine Designs berühmter Filmplakate, die auf gestalterischen Minimalismus, simple Vektrografiken und einen gewissen Nostalgiefaktor setzen, besitzt der amerikanische Künstler mittlerweile ein hohes Ansehen in der Netzgemeinde. Am siebten Mai hat er seine erste Soloausstellung in der Gallery 1988 in Melrose organisiert. Dort stehen seine faszinierenden – ebenfalls minimalistischen – Schwarzweiß-Schnitte bekannter Persönlichkeitssilouetten im Mittelpunkt. Zwischen Popkultur, Nerdkultur und Hochkultur: Von amerikanischen Präsidenten über die Simpsons bis zu klassischen Memen des Nerdzeitalters ist alles dabei. Craig Shimala – ein Freund von Olly Moss – hat Eindrücke zu der Ausstellung in einem sehr schönen Video festgehalten. Wer Lust auf den totalen kulturellen, poetischen Sonntagsoverkill hat, sollte sich unbedingt durch den Flickr-Channel von Moss klicken, in dem es verdammt viele wunderbare Entwürfe des Designkünstlers zu sehen gibt.

via Moss himself

Meta-,- Meta-, Messerstecher – Rezension zu Scream 4

Es ist schon eine Crux mit den lange Zeit nach den Originalen nachgeschobenen Fortsetzungen… Und gerade in den letzten Kinojahren ging das selten gut aus: Indiana Jones 4? Katastrophe! Die Prequels der Star Wars Franchise? Nur noch ein Schatten der urspünglichen epischen Weltraumsaga. Und dann natürlich der Fortsetzungs- und Remakewahn im Horrorbereich (ganz zu schweigen von kruden Mashups wie Freddy vs. Jason). Nur selten gibt es Lichtblicke… Und wenn ausgerechnet eine Serie weitergeführt wird, die schon in den 90ern ein Revival darstellte – mit einem guten Film und zwei immer durchschnittlicher werdenden Fortsetzungen –  die zudem von Beginn an gerade mal als Trilogie angelegt war, ist erst Recht Obacht geboten. Insofern waren die Erwartungen an Scream 4 erst einmal niedrig, mehr als eine nette Nostalgieversanstaltung wurde nicht erhofft, und ein Blick auf die Mitkinogänger – Anfang 30, Horrorfilmfreunde, irgendwie noch in den 90ern beheimatet – ließ erahnen, dass es dem restlichen Publikum auch nicht viel anders ging.

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BBC Dokumentation über Synth-Pop und elektronische Musik

Ich kann allen nur dringend die tolle BBC Dokumentation über Synth Pop der späten Siebziger und frühen Achtziger ans Herz legen, die momentan komplett auf Youtube zu sehen ist. Es kommen unter anderem Depeche Mode, Erasure, Soft Cell und eigentlich so ziemliche jede großartiger Synth Pop Act aus Großbritannien zu Wort. Absolutely Fabulous!

 

via The Daily Swarm

Links fürs Wochenende

Der Meister der blauen Stunde

Jan Wiele über Bob Dylans „Theme Time Radio Hour“, die nicht nur so etwas wie den Kanon einer uns bisweilen fremden Musikkultur darstellt, sondern zudem selbst ein Kunstwerk an und für sich ist.

Wann ist Wissenschaft?

Es gibt bestimmte Fragen, bei denen die Menschen schnell polemisch werden: Was ist Kunst, was dagegen ist Kitsch? Was ist Sport? Was ist Wissenschaft, was ist unwissenschaftlich?

Wie das Netz sich selbst zivilisiert

Das Internet nur ein Hort von bösartigen Trollen, russischen Spammerbanden und anonymen Sexsüchtigen? Auch das an sich anarchische Internet braucht Spielregeln und schafft die sich langsam von selbst, wie Karsten Polke-Majewski in seinem interessanten Artikel feststellt.

Facebook gegen Google – Kalter PR Krieg

Wenn zwei Konzerne gegeneinander kämpfen, kann es schnell nicht nur zu hässlichen Vorfällen kommen sondern ebenso zu peinlichen PR-Desastern. So wie in diesem Fall, bei dem Facebook eine Anti-Google-Kampagne Richtung Social Networks lancierte und damit aufflog. Ein Schuss, der nach hinten losging…

Als der Songcontest noch Songcontest hieß

Stefan Niggemeyer über falsche Nostalgie und Verklärung, über Sinn und Unsinn englischsprachiger Texte und den Ernst beziehungsweise die Irrelevanz des Grand Prix d’Eurovision de l… Eurovision Song Contest.

Ist die Begeisterung für Pop altersabhängig?

Tatsächlich eine ziemlich spannende und kontroverse Frage, über die vorzüglich hitzig debattiert werden kann.

Megapixel? Ich bin doch nicht blöd!

Wenn ihr euch eine Digitalkamera kauft, dann steht in allen Prospekten eine Zahl immer besonders groß: Wieviele Megapixel die Kamera hat. Heutzutage haben ja schon einfache Knipskameras 12 oder 14 Megapixel, während es vor ein paar Jahren vielleicht 5 oder 6 waren. Also sind die Kameras heute doppelt so gut, und machen doppelt so tolle Bilder, oder?

Letztes Jahr auf Seite360:

Florian rezensiert My Cassette Player von Lena und sucht nach dessen Unterschied zum Fast Food Pop aus der DSDS-Fabrik, erfeut sich an nettem, bravem Liedermacherfolk aus dem Hause Reinhard Mey und düsterem Postindustrial Krautrock von den Hamburgern Faust. Außerdem untersucht er in zwei Artikeln das Potential des 3D-Kinos – das damals Dank des Erfolgs von Avatar seine große Hochzeit erlebte. Rinko rezensiert Total Life Forever von den Foals und freut sich über ein Lebenszeichen des ehemaligen Neutral Milk Hotel Sängers Jeff Mangum. Auch sonst gibt es viel zu staunen: Hervorragende Stop-Motion in Madame Tutli-Putli, sentimentale Apokalypsen von Sigur Ros und ein etwas anderer Scheißfilm von Michel Gondry…

Musikvideo der Woche

Tja, die besten Hardrock-Alben der 90er haben ihre Spuren hinterlassen, deswegen greifen wir auch mal gaaanz tief in die Mottenkiste von MTV und präsentieren “Rough Boy” von ZZ Top. Der Inhalt: Es gibt eigentlich keinen, aber dafür einen weiblichen Roboter, der einen fliegenden Oldtimer in einer Waschanlage irgendwo im All einseift.

ZZ Top -  Rough Boy (1986)

Album: Afterburner

Regie: Steve Barron

The Trinity Orchestra – Daft Punk orchestral

Wunderschönes Daft Punk Medley vom Trinity Orchestra aus Irland. Dieses besteht übrigens nur aus Studenten und bringt nach eigenen Angaben “the most talented young musicians in Ireland” zusammen. Nicht schwer zu glauben, wenn man diese wunderbare Performance miterleben darf. Die Aufzeichnung zeigt die Zugabe zu einem Konzert im Februar, bei dem das Orchester inklusive Chor (Trinity Singers Society) und Band das Album Discovery von 2001 (hatten wir bei den besten Pop-Alben der 00er Jahre) nachgespielt hat. Wow! Das ist alles so verdammt lebendig, mit so viel Hingabe aufgeführt… und gut gefilmt noch obendrein. Schade, dass das Konzert in ganzer Länge im Netz nicht aufzutreiben ist. Aber allein diese sechs Minuten machen schon verdammt glücklich.

Music by Daft Punk, featuring One More Time, Aerodynamic, Da Funk, Superheroes, Around The World, Crescendolls and Digital Love.
Composed by Thomas Bangalter, Guy-Manuel de Homem-Christo, Anthony Moore, Barry Manilow, Marty Panzer, Carlos Sosa, George Duke
Arranged and conducted by Rob Farhat
Band members: Neil Crowley, Elis Cziernak, Dan Forde, Rob Kearns, Barry O’Halpin
Singers: Ciaran Duffy, Robbie Kitt, Peter McNamara
Choir: Trinity Singers
Video directed and edited by Tom Speers
Filming: Matt Harris, Tom Speers, Callum Swift, Tiernan Kennedy, Kevin Shannon
Recording Engineers: Brian Fogarty, Alex Dunne, Stephen Fitzpatrick (Hyp Studio)
Live Sound: John Kearns

via The Fox Is Black

Anatomy of a mashup

Cameron Adams hat gesamplet, gemasht, gemixt und dazu ne sehr schöne Visualisierung mit HTML5 und css gebastelt (zum Artikel auf seinem Blog). Zu hören sind gut zwei Dutzend Daft Punk Samples, zu sehen gibt es schön lebendige, pulsierende Tonspuren. Läuft anscheinend in jedem Browser und ist definitiv hörens- und sehenswert.

A mashup is a song created by blending two or more other songs. The more complex a mashup gets, the harder it is to distinguish the parts that are being used to create what you’re hearing. This visualisation of the song “Definitive Daft Punk” by Cameron Adams dissects a mashup in realtime to show you how each of the 23 parts contributes to the greater whole.

Anatomy of a Mashup: Definitive Daft Punk visualised via misterhonk

Kurzdokumentation: Culture Jamming

Sehr sehr coole Kurzdokumentation von ARTE zu dem Phänomen des Culture Jamming. Wem dies bis dato ein Fremdwort war: Culture Jamming ist eine subversive Form der ästhetischen Zweckentfremdung bekannter Marken und Codes. Durch Eingriffe in visuelle Meme wie Logos, Corporate Designs und Brandings werden diese in einen neuen Sinnzusammenhang gestellt. Dadurch erkämpft sich das Design wieder seinen Status als Kunstform zurück, indem es seine Umwertung durch die Ökonomie und das Marketing destruiert oder dekonstruiert. Aber bevor ich hier weiterschwurbele… Just watch it!

via Netzpiloten

Antwortbrief von Billie Joe (Green Day) an eine verärgerte Mutter

Passt eigentlich ziemlich gut in unsere 90er Jahre Retrospektiven… Genau, die 90er, in denen Green Day mit ihrem Funpunk (whatever) noch ziemlich originell waren und tatsächlich Mütter, Väter und Sittenwächter aller Art in Erschrecken versetzen konnten (…war ja auch irgendwie vor Manson und Eminem). Der oben zu lesende Brief ist von einer verärgerten Mutter, die “When I come around” (von der großartigen Dookie) als Trash bezeichnet und die Band geradezu anfleht, ihr Talent zu etwas Sinnvollem zu benutzen. Die entsprende Antwort Joes erhaltet ihr nach dem Klick. Der Brief ist von 1996, Billie dürfte also beim Verfassen der Antwort mitten in den 20ern gewesen sein… Und ja, die Antwort ist schon ziemlich cool… und Punk sowieso.

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Die 90er Jahre: Die besten Tragikomödien des Jahrzehnts IV

Ein letztes Mal: Lachen, weinen, auf ein versöhnliches Ende hoffen… Im letzten Teil unserer Tragikomödienretrospektive werden wir noch einmal international und historisch. Wir wandern von Amerika nach Europa, streifen französischen Lebenschic, werden mit den dunklen Seiten der italienischen Geschichte auf tragikomische Weise konfrontiert und finden komplexe gesellschaftliche Strukturen im Spanien des 20. Jahrhunderts. Ein nostalgischer Blick zurück in die 60er Jahre der USA und eine schrille Konfrontation mit Neurosen und Ängsten… aber eben auch das Überwinden der selben. Et voilà. Alles wird gut!

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Moby – Destroyed (Stream)

Es reißt einfach nicht ab… Nicht nur, dass hier in letzter Zeit eine ganze Menge Streams potentiell vielversprechender Alben reinflattern. Auch sind es immer öfter die Großen, die alten Recken, die diese Chance zur kostenlosen Musikverbreitung nutzen. Jetzt also auch Moby, dessen neues Album Destroyed seit heute auf Soundcloud frei verfügbar ist.

i don’t sleep very well when i travel. and as a result, i tend to be awake in cities when everyone else is asleep. and that’s where this album comes from. it was primarily written late at night in cities when i felt like i was the only person awake (or alive). being the only person awake (or alive) in an empty city is strange and disconcerting, but it’s also comforting. the streets are empty and quiet. the streetlights are all on but are only illuminating emptiness. i don’t know if any of this will make sense to anyone listening to the album, but for me ‘destroyed’ is an album that makes the most sense late at night in an empty city when everyone else has gone to sleep.

[1] The Broken Places
[2] Be The One
[3] Sevastopol
[4] The Low Hum
[5] Rockets
[6] The Day
[7] The Right Thing
[8] After
[9] Victoria Lucas
[10] Blue Moon
[11] Lie Down In Darkness
[12] Stella Maris
[13] The Violent Bear It Away
[14] Lacrimae
[15] When You Are Old

 

Destroyed by thelittleidiot

via Testspiel