Konzertbericht: Long Distance Calling, 12.05.2011, FZW Dortmund

Abschied und Auftakt zugleich: Für Long Distance Calling geht mit dem heutigen Konzert die Tour zu Ende. Im Dortmunder FZW beginnt mit der Band aus Münster eine ganze Konzertreihe mit schwermütigen Bands, die in den nächsten Wochen unter anderem durch Boris, Mastodon und Neurosis bereichert werden wird. Am heutigen Abend machen Nihiling, die mit solidem Progressive Rock überzeugen, den Anfang. Schon zu diesem Zeitpunkt ist der Clubraum des FZW gut gefüllt. Als schließlich Long Distance Calling die Bühne betreten, wird schnell klar, dass die Band mit dem Stil des neuen, selbstbetitelten Albums auch eine andere Bühnenpräsenz angenommen hat. Waren die ersten beiden Alben – und analog dazu die Konzerte – noch von einer unverrückbaren Gelassenheit geprägt, gehen Long Distance Calling diesmal sofort in die Vollen, konzentrieren sich vor allem auf kürzere, markante Songs mit Rock’n’Roll-Appeal und animieren zum Mitklatschen. Letzteres ist gerade bei Bands, die im Postrock verwurzelt sind, immer ein gewagtes Unterfangen und sollte bei guter Musik wie dieser eigentlich nicht nötig sein, zumal es den ein oder anderen anscheinend ermutigte, sich wie in seiner heimischen Dorfdisko zu fühlen bzw. aufzuführen. Doch derlei Randnotizen können den positiven Eindruck nicht schmälern. Im weiteren Verlauf greifen Long Distance Calling auch auf alte Songs zurück, besonders “Aurora” vom Debütalbum “Satellite Bay” überzeugt druckvoll und verspielt wie eh und je. Man merkt der Band an, dass sie nach mit aufrichtiger Freude bei der Sache. Selbst als das Set nach 90 Minuten inklusive Zugabe, bei der man leider vergeblich auf das herausragende “Jungfernflug” gewartet hat, endgültig zu Ende ist, fällt ihr der Abgang von der Bühne schwer. Das Konzert untermauert: Long Distance Calling sind dem Dilemma vieler Post-Rock-Bands entkommen, sich nicht weiterentwickeln zu können oder zu wollen. Ob dies mit dem neuen, fast schon tanzbaren Stil gelungen ist, wird jeder für sich selbst entscheiden müssen.

Danke an Felix Lammert-Siepmann für den Konzertbericht!

 


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