Hörenswertes: Mai 2011 (II): Beastie Boys,The Knocks, Africa Hitech,Tyler The Creator, No Joy, White Denim

Endlich gute Musik ! Naja, stimmt jetzt so auch nicht, schließlich stellen wir hier schon seit Monat in der Hörenswert Rubrik das Beste aus den 80, 90er und…*hust*…Tschuldigung, ich stehe immer noch unter dem Einfluss von 8 Stunden Dauerbeschallung von Radio Duisburg und einer Playlist, bei der sich manche Leute sogar noch lieber für Waterboarding entscheiden würden als für diese. Hier kommt aber der beste Shit mit den Beastie Boys, bester Gute Laune House von The Knocks, bester Böse Buben Rap von Tyler und noch vieles mehr von den Allerbesten des Monats Mai. Seite 360, nur wir sind so, garantiert 100% und bis in alle Ewigkeit das Beste, weiter geht es mit Werbung…

Beastie Boys – Hot Sauce Committee Pt. 2

(Capitol/EMI, 29.04.2011)

Eigentlich gibt es nur 2 Bands auf diesem Planeten, die seit Jahren den selben Kram aufnehmen dürfen und gerade dafür geliebt werden: AC/DC und eben die Beastie Boys, die nach dem eher grimmigen “To The 5 Boroughs” wieder den Spaßfaktor nach oben drehen und hier Party like 1988 mit uns feiern wollen. Die 80er und frühen 90er sind eh unbestritten das goldene Jahrzent des Hip Hop und genau deswegen gibt es kein Autotune-Geheule, keine Eurotrash-Samples und David Guetta hat hier  auch zum Glück keiner ins Studio gelassen. Stattdessen erleben wir drei Vollprofis, die längst in ihrer eigenen Liga spielen und ihr bestes Album seit “Ill Communication” abgeliefert haben. Wo Punk mit 3 Akkorden die Arroganz der Prog-Saurier zerstörte, braucht es auch mal wieder nicht mehr als zwei Turntables und die Beastie Boys die einfach der Fäule in dem Hip Hop Genr ein bisschen was entgegen zu setzen.

 

The Knocks – Untiteld Tour EP

(2011)

Pfeif-melodien, Kinderchöre.. japp, wir haben es schon bei der Untitled Tour EP der Knocks schon mit einem sehr anspruchsvollen Meisterwerk zu tun. Was soll`s, auch für Grillparties möchte man ja nicht unbedingt sowas wie Stanfour oder Mannis Fetenhits haben, sondern gut geschüttelten House von den Knocks, die sich ordentlich bei Daft Punk, Phats & Small und vielen weiteren Ikonen bedienen, um daraus eine für eine EP schon hohe Dichte an Hits zu zusammen zu kloppen. Funktionale Momentmusik , die ihr Verfallsdatum schon beim letzten Sommertag überschritten hat, aber erzählen und hören wir ja auch nicht zum ersten Mal…

 

 

Africa Hitech – 93 Millionen Miles

(Warp,06.05.2011 )

Warp. Ja, muss man dazu eigentlich noch großartig was schreiben? Na gut, man kann sicherlich nicht von jedem erwarten, dass er das Kultlabel aus England, welches uns Aphex Twin, PVT und Maximo Park geschenkt hat, kennt und stattdessen gerade irritiert mit den Schultern zuckt. Wer so gar keine Ahnung hat, darf sich auf Wikipedia erklären lassen, warum Warp gottgleich ist oder einfach dem Rezensenten vertrauen, der mal feststellt, dass aus diesem Haus so gut gar nicht Schlechtes erscheint. Konstatieren wir dennoch, dass Africa Hi-Tek den Vertrauensvorschuss dank des Labels tatsächlich verdient haben, angesichts dessen wie sie hier Future Dubstep vom feinsten durch die Boxen jagen. Das alles so durcheinander, visionär und toll wie sich das eben für Warp auch verdammt nochmal gehört.

 

 

Tyler, The Creator – Goblin

(XL / Beggars / Indigo, 06.05.2011)

Genialität wird auch dem 20 jährigen Großmaul Tyler Okonma unterstellt, seines Zeichens Anführer und Mastermind der Odd Future Wolf Gang Kill Them All Gang. Ich kann auch beim zehnten Durchlauf keinerlei Spur von Großartigkeit feststellen, eher sperrigen Beats über die Tyler reichlich viel Blödsinn dropt und sich, weil es so viel Spaß macht, mit allen anlegt. Ihm zugute kommt der momentane politisch korrekte Zeitgeist, der sich derzeit auch von solcher Provokation auf eher niedrigem Level anpissen lässt und aus dem überambionierten Kid aus Los Angeles den momentan größten Agent Provocateur macht, den es zu finden gibt. Diesem fällt aber musiktechnisch auch nicht mehr ein als, nunja, zu provozieren, was El-P,Def Jux  und Saul Williams bereits vor ihm weitaus besser und smarter gemacht haben. Well, it`s about the lyrics, man! Und die sind Zündstoff.

 

 

No Joy – Ghostblonde

(Cooperative, 27.05.2011)

Tja, ich weiß auch nicht so ganz. Eigentlich hatte ich für diese Jahreszeit eher launigeres erwartet als Bands, die sich No Joy nennen und bei denen man auch nichts anderes außer poppigem Shoegaze erhofft. Wie immer gibt es bekiffte Gitarrenwände, die auf entrückten Frauengesang treffen… und wer mit Wavves und Beast Coast schon den letzten Sommer abgefeiert hat, darf das auch gerne mit No Joy weiterführen. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass hier ein eigentlich verheißungsvoller Trend schon wieder kurz vor der Stagnation und dem damit baldigen Ende steht.

 

White Denim – D

(Cooperative, 27.05.2011)

Reichlich bedröhnt geht es auch weiter zu White Denim, die Stoner Rock, Glam Rock, Prog und reichliche viel anderes Zeug  aus den 70ern für einen guten Trip dabei haben. Eigentlich müsste sowas zu viel des guten sein, aber die Drei aus Austin finden stets den roten Faden um dem Ganzen tatsächlich Eier zu geben, statt mit selbsgefälligsten Dauergegniedel zu langweilen. Eher muten die meisten Songs wie auf den Punkt gebrachte Jam Sessions an, denen eine ordnende Hand zur Seite stand. Was hier letztendlich trotzdem fehlt, ist ein kreatives Chaos, dass die Songs nichts so konstruiert wirken ließe und mehr Platz zu Entfaltung gegeben hätte. So bleiben Trail Of Dead immer noch die  besseren Alchemisten, wie ihr letztes Werk eindrucksvoll bewieß.


Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>