Filmgeschichte – Die ersten Jahre des Films: Filme der Jahre 1891 bis 1900

In Ergänzung zu meinem Artikel “Die ersten Jahre des Films – Teil 1” möchte ich euch noch ein paar der (subjektiv) wichtigsten Filme bis 1900 vorstellen.

1891 – “Dickson Greeting” ist der erste Film der einer sehr ausgewählten Öffentlichkeit gezeigt wurde – nämlich im “Women-Club” der Frau von Thomas Alva Edison. (“Ach komm Tommi! Meine Freundinnen würden erblassen vor Neid!!”) Er wurde nicht etwa an eine Leinwand geworfen, sondern durch ein Loch in einen Kasten musste das Publikum linsen, um den Herrn mit dem Hut zu sehen: “William K. L. Dickson” – er war der wichtigste Entwickler und Assistent unter Edison, der im Laufe seines Lebens etwa 2.000 Erfindungen zum Patent anmeldete. Unter vielen anderen eben seinen Kinetographen. Später gehörte Edison auch zu den ersten, die mit dem Tonfilm experimentierten.

1895 – Die Brüder Lumière entwickelten eine Möglichkeit der Projektion – womit sie wesentlich massenwirksamer wurden als Edison mit seinem “Guckkasten”. In Anlehnung daran nannten sie ihn “Kinétoscope de projection”. Sie holten sich zumeist Alltagssituationen vor die Linse, reisten aber viel umher um auch anderer Kulturen Alltag einfangen und ausstellen zu können. Privatsphäre wurde warscheinlich erst später erfunden. Bis 1900 haben die Brüder über 120 Filme in vielen Ländern gedreht.

1895 – Unabhängig von den Franzosen haben sich die deutschen Brüder Skladanowsky mit der Entwicklung der “Kurbelkiste” (ihrer Filmkamera) und des “Bioscops” (des Projektionsapparates) beschäftigt. Sie verkauften Ihre Erfindungen zur Verwertung für Zuschauer an das Varieté “Wintergarten”. Das hier zu sehende boxende Känguruh war einer der Renner vor Publikum. Leider war ihre Erfindung denen der Brüder Lumière technisch unterlegen und so mussten sie 1897 die junge Bühne des Films verlassen. Zu allem Überfluss zerstritten sich die Brüder darüber und gingen fortan getrennte Wege.

1897 – nachdem die Brüdern Lumière und die Brüder Skladanowsky 1895 den Vorstoß in die breitere Öffentlichkeit gewagt hatten, sahen sich andere Filmpioniere, so auch Edison, gezwungen mehr zu produzieren. Er war aber der einzige, soweit ich bisher sehen konnte, der seine Filme mit einem immer wiederkehrenden Copyright-Hinweis versah. Alle paar Sekunden blitzte ein Frame mit seinem Namen auf – der Mann kannte sich eben aus mit Urheberrechtsverletzungen.

Demnächst gehts dann weiter mit den Entwicklungen des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts.

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