Trent Reznor und Karen O. covern Led Zeppelin für David Finchers Verfilmung von Stieg Larssons Verblendung (The Girl with the Dragon Tattoo)

Überlange Überschrift für epische Kollaborations-Polygamie von ihrer schönsten Seite: Trent Reznor (Nine Inch Nails) der zusammen mit Atticus Ross schon für The Social Network einen Oscar für die beste Filmmusik für sich verbuchen konnte und Karen O., Frontfrau der Yeah Yeah Yeahs, deren liebreizende Musik unter anderem in der wunderschönen Fantasyadaption Where the wild things are zu vernehmen war, kollaborieren für den Soundtrack von “The Girl with the Dragon Tatoo”. Und dieser stammt von niemandem geringeren als David Fincher. Um den traumhaften Künstlerreigen zu vervollständigen: Die beiden spielen nicht irgendein Lied, sondern covern “Immigrant Song” von Led Zeppelin.

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Fucked Up – David Comes To Life (Stream)

Es ist soweit: Fucked Up haben ihre Drohung wahr gemacht und veröffentlichen eine Punk-Oper in 4 Akten. Green Day haben zwar mit American Idiot diese Idee vorweg gegriffen, aber man kann sich absolut sicher sein, dass hier weit aus weniger Richtung Middle Of The Road-Rock geschielt wird als bei Billy Amstrong und seinen Jungs, die stets immer dem Radio näher waren als irgendwelchen Punk-Ideologien und mit ihrem letzten Werk endgültig im Mainstream angekommen sind. Dasselbe Schicksal sollte uns trotz großer Ambitionen bei Fucked Up erspart bleiben, die zwar auch die engen HC/Punk-Grenzen überschreiten, dabei aber Schritte in Richtung Avantgarde, Classic Rock, Indie und Psychedelic-Rock wagen und trotzdem Energie von mindestens 10 Black Flag Konzerten mitbringen. Glaubt mal wieder keiner? Überzeugt euch doch selbst auf NPR Music, wo die Tracks in kompletter Länge angehört werden können. We’re dying on the inside, dyin’ on the inside, dyin’ on the inside…

Stream


Cinemart: Blending Art and Cinema – Mashup-Illustrationen von Fernando Degrossi

Das sind schon verdammt schicke Illustrationen, die Fernando Degrossi da zusammengemasht hat. Natürlich besitzen die klassisch nerdkulturell einen gewissen Awesome-Faktor, insbesondere wenn zum Beispiel Yoda auf Karate-Kid-Fliegenfang geht und so gleich zwei beliebte Geek-Meme miteinander gekreuzt werden. Darüber hinaus besitzen Degrossis Bilder aber auch eine gewisse Zeitlosigkeit und tatsächlichen künstlerischen Anspruch, weit über den ersten Oha-Effekt hinaus. Die Selbstbezeichnung als “Illustrations with humour about the filmworld” ist jedenfalls ein Understatement par Excellence angesichts der Kreativität und Virtuosität, mit der Degrossi hier am Werk ist. Nach dem Klick noch drei weitere schöne Illustrationen. Den Rest gibts auf The Behance Network zu bestaunen.

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Meike Richter: Creative Commons – Lizenzen für das Internet-Zeitalter

 

Sehr guter, übersichtlicher Vortrag von Meike Richter an der Uni Hamburg zum Thema Creative Commons und den Umgang mit Urheberrechten im Netzzeitalter. Eignet sich bestens als Crash-Kurs für alle, denen CC bisher ein Buch mit sieben Siegeln war. Aber auch, wer mit der Gemeinnutz-Lizenz vertraut ist, kann hier noch das ein oder andere lernen.

“Creative Commons” sind Lizenzen, die speziell für die Veröffentlichung von Informationen im Internet entwickelt wurden. Urheber von Medien, wie Videos, Musik oder Texten können damit leicht bestimmen, was bei der Weitergabe bzw. Wiederveröffentlichung ihrer Werke beachtet werden muss, zum Beispiel die Namensnennung oder der Ausschluss einer kommerziellen Nutzung. Für Publizierende wird damit mehr Klarheit geschaffen. Die Frage ob und wie ich beispielsweise ein Bild eines anderen Urhebers auf einer beliebigen Webseite veröffentlichen darf, wird mit “Creative Commons” beantwortet.

Meike Richter ist freie Journalistin und Dozentin und berät unter anderem den NDR bei der Lizensierung verschiedener Inhalte mit “Creative Commons”.

Infopage + Downloadmöglichkeit via Netzpolitik

Hörenswertes Mai 2011 (IV): Arch Enemy, Bohren & der Club of Gore, TesseracT, This will destroy You

Jaja, wir freuen uns ja alle auf den Sommer. Trotzdem wollen wir an dieser Stelle als Kontrastprogramm zum sonnestrahlenden Indie Rock und Pop der letzten Wochen ein wenig düsteres, lebensverneinendes Kontrastprogramm durch die Boxen jagen. Hart, schleppend, dunkel… aber auch schillernd in dieser Dunkelheit.  Und so tauchen wir tief und vor allem langsam hinab im tranceartigen Doomjazz von Bohren & der Club of Gore, schlagen hart auf auf dem wüsten Avantgarde Progressive Metal von TesseracT und lassen uns gleich darauf vom Drone und Postrock von This will destroy you überwälzen. Zurück ans Tageslicht kämpfen wir uns mit traditionsbewusstem Melodic Death Metal von Arch Enemy. Und dann dürfen die Sonnenstrahlen auch schon wieder kommen. Versprochen!

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50er Jahre Privataufnahmen von Stan Laurel und Oliver Hardy in Farbe

Wunderschönes Privatvideo aus dem Jahr 1956. Die beiden Slapstick-Urgesteine Stan Laurel und Oliver Hardy sind sichtlich gealtert. Stan hat einen Schlaganfall hinter sich, und Oliver hat derart an Gewicht verloren, dass er kaum wieder zu erkennen ist. Aber mei! Spaß haben die Beiden immer noch zusammen.

Stan Laurel and Oliver Hardy in 1956 after Stan has suffered his stroke and Oliver had lost a lot of weight.

via Nerdcore

Lynch Empire von Oliver Smolders

Oliver Smolders hat für Arte einen Supercut zusammengeschnitten, in dem David Lynch unter anderem mit Ingmar Bergman, Alfred Hitchcock und Walt Disney konfrontiert wird. Fünfzehn Minuten großartig surreal gemashte Filmkunst von Amerika bis Europa. Und die gibt es auch online bei Arte.tv zu sehen.

“The Revolution Will Not Be Televised” – Dokumentation über Gil Scott-Heron

Die BBC hat 1996 hat 1996 eine 60minütige Dokumentation über den kürzlich verstorbenen Wegbereiter des Raps Gil Scott-Heron produziert. Diese wurde jetzt als Vierteiler bei Youtube hochgeladen. Weiter gehts nach dem Klick.

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The Poetry of Destruction – Fotos von Alan Sailer

Alan Sailer zerstört Dinge und hält dies in faszinierenden Bildern mit seiner Kamera fest. Destruktion als Molekularisierung der Objekte, als Auflösung des Ganzen in seine Bestandteile und Infragestellung klassischer Objektkategorien. Und dabei wunderschön poetisch, die Zeit zum Stillstand bringend.

Alan Sailer @Flickr via Feingut

Indiegame: Don’t go alone

Ihr seid unterwegs zu dem Haus eurer Großmutter, da diese krank ist. Der einzige Weg dorthin führt direkt durch den Wald, in dem zahllose Gefahren lauern. Gott sei Dank bietet ein mysteriöser Fremder an, euch zu begleiten und unterstützt euch auch von Beginn der Reise an tatkräftig… Aber ganz geheuer scheint die Situation dennoch nicht zu sein. Don’t go alone ist ein packendes, kleines Independent Game, das beim 20. Ludum Dare den zweiten Platz gewonnen hat. Die Spielmechanik ist einfach gehalten, die Steuerung aufs Wesentlichste beschränkt aber präzise. Und dann ist da natürlich die packende Atmosphäre, die von Beginn an ein vages Gefühl der Beklemmung aufbaut und dieses permanent steigert. Wer ist der mysteriöse Fremde? Will er wirklich nur unser Bestes? Können wir ihm Vertrauen? Mit dem Schwierigkeitsgrad zieht auch das Unbehagen an und behält einige deftige, unheimliche WTF-Momente bereit. Hier gibt es das Spiel als Windows-Anwendung zum Download, plus Source Code für alle Interessierten. Und dieses kleine Meisterwerk ist wirklich jede investierte Spielminute wert.

via Superlevel

Paranoid Android – Radiohead-Cover von Weezer

So ganz sind wir noch nicht durch mit Radiohead an diesem Wochenende. Nach der großartigen Compilation der schönsten von Radiohead gespielten Coverversionen spendiert uns Stereogum noch ein Youtube-Video von Weezer, wie diese den OK Computer Klassiker Paranoid Android covern… und zwar ziemlich gut.

via Stereogum (Dort gibts den Song auch als MP3-Download)

Und noch ein wenig Jonglage zur Abrundung des Sonntags…

Ich bin ja immer wieder beeindruckt, wenn Johannes – wenn er mal gerade nicht Artikel zur Filmgeschichte schreibt – sein Diabolo rausnimmt, um ein wenig zu jonglieren. Liegt wahrscheinlich primär daran, dass mir jegliche Geschicklichkeit  und jegliches Gespür für Timing abgehen, um mehr als drei Bälle länger als fünf Sekunden in der Luft zu halten. Wenn Sebastian Krämer dichtet Die Welt braucht keine Jongleure. / Ich hab viele gesehn, und – ich schwör’s – / kein Jongleur „spottet“ jemals „der Schwerkraft“,  / doch die Schwerkraft spottet oft des Jongleurs. dann kann ich dem jedenfalls nur bedingt zustimmen, denn im Grund genommen ist Jonglage – unabhängig von ihrem bloßen Eskapismus und ihrer relativen Sinnlosigkeit – tatsächlich eine wunderbare Kunstform, der beizuwohnen immer wieder ein Genuss ist… natürlich abhängig von den Fähigkeiten des jeweils Jonglierenden. Genug der Vorrede: Nach dem Klick gibts ein paar schicke Videos, die ich gerade gefunden habe und die als kleines Jonglageprogramm diesen Sonntag schön abrunden: Ein jonglierender 5-Ball-Roboter, ein kleiner Junge, der mindestens genau so unmenschlich wirkt und als Bonus, für alle die das neuste Mitglied in unserem Team noch nicht in Natura gesehen haben, Johannes mit seiner Diabolo-Jonglage.

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Poetisches für den Sonntag: Hypertext Remix

Bei so etwas denke ich dann doch, dass ich einfach nicht Geek genug bin, um die Technik dahinter zu verstehen. Muss man aber auch nicht, denn schön ist es trotzdem. Btw.: Die Mac OS Sounds sind doch um einiges schicker als die, die Windows im Gepäck hat.

Hypertext Remix is a browser-sequencer created by Lara Warman and Kellyn Loehr. The system generates systems sounds when the browser hits the edge of the screen. The speed of each box is set by the scroll bar and the sounds that are generated are all from the OS. The project is driven by a notion that the browser is not just a tool for viewing but a performative tool in and of itself. In addition, sounds play with the idea of daily familiarity from the machines and systems we interact with every day.

via KFMW

Die 90er Jahre: Die besten Trash-Filme des Jahrzehnts II

Und weiter gehts im Kino der niedersten Niederungen, der obskuren Ideen und kostengünstigen Antipoden zum Big Business. Dieses Mal haben sich gleich ein paar qualitativ hochwertige Filmversatzstücke in unserer Trash-Schau eingefunden. Neben Christoph Schlingensiefs Trash-Blaupause United Trash – die wie alle seine Filme heftig mit Avantgarde und Hochkultur kokettiert – kümmern wir uns um das deutsche Trashurgestein Helge Schneider und seinen Anti-Western Texas, freuen uns noch einmal auf Troma-Ware bei Sgt. Kabukiman und packen mit dem Geballer von Rutger Hauer in Split Second und den Nippeln von Demi Moore in Striptease zumindest noch zwei Filme dazu, über deren Qualitäten man vorzüglich streiten kann.

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