“Ещё раз!” bedeutet so viel wie “Noch einmal!” und passt als Titel perfekt zu diesem wunderschönen, unbeschwerten, nostalgischen, großartig illustrierten Kurzfilm, in dem zu wehmütigen Grammophon-Klängen an eine unbekümmerte Kindheit in der russischen Stadt Jaroslawl im Jahr 1930 erinnert wird.
Eigentlich ist die Idee ja recht verführerisch… Die Thrash-Metal-Heroen von Sepultura spielen zusammen mit dem “Brazilian Orquestra Experimental De Repertório” Klassiker aus ihrem Repertoire im Rahmen des “Virada Cultural Festival” in São Paulo. Und als CD soll das Ganze dann natürlich auch noch veröffentlicht werden. Nur zeigt sich leider eben wieder das klassische Problem dieser “Orchester trifft Band” Kollaborationen. Entweder werden die Rocksongs komplett vom symphonischen Kitsch erschlagen, oder – wie in diesem Fall bei “Roots Bloody Roots” – das Orchester verschwindet fast vollständig hinter den breiten Gitarrenwänden. Dass es auch besser geht, haben ausgerechnet Metallica mit ihrer “S&M” (1999) bewiesen, die ich nach wie vor für eines der besten “Metal meets Classic”-Alben halte. Und um das zu beweisen gibts von der dann auch noch einen Song des damaligen Auftritts nach dem Klick. Erst einmal aber Sepultura mit Orchester ohne Orchester…
Wir sind ja bei unserer 90er Albenretrospektive noch nicht bei Punk, Grunge und Alternative Rock angelangt. Aber jeder, der sich für diese Genres interessiert, sollte jetzt die Möglichkeit dazu nutzen den Dokumentarfilmklassiker “1991 The Year Punk Broke” auf Googlevideo zu sehen. Ab dem 29. April wird dieser nämlich nicht mehr als Freeclip zur Verfügung stehen. Stattdessen erscheint dann – anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Jahres – im Herbst 2011 endlich die entsprechende DVD, die nicht nur den Musikdokumentations-Klassiker selbst enthält sondern zusätzlich 42 Minuten Bonusmaterial. In der Dokumentation geht es vor allem um die Europa-Tour von Sonic Yout und Nirvana, bevor deren Album Nevermind die Charts erobern und Kurt Cobain und die Band selbst zu Ikonen der 90er Jahre Rockmusik aufsteigen lassen sollte. Aber auch Indie-Größen wie Dinosaur JR. und Mudhoney kommen zu Wort.
Vielleicht nicht gerade einer der besten Filme der 90er, aber allemal sehens- und erinnerungswert ist das Regiedebüt von Johnny Depp, in dem der talentierte Allrounder nicht nur die Inszenierung sondern auch gleich die Hauptrolle übernahm und somit eine gediegene und interessante One-Man-Show ablieferte. Wer bei One-Man-Show in Verbindung mit dem Namen „Johnny Depp“ nur an Fluch der Karibik oder Dead Man denkt, sollte sich durch „The Brave“ von 1997 umgehend eines Besseren belehren lassen. Der von Depp verkörperte Protagonist dominiert auf eine originelle – dem Sterbenden in Dead Man nicht ganz unähnliche Art und Weise – den gesamten Film. Sprich, wir sehen hier den ruhigen, sensiblen, melancholischen, Johnny Depp, der zugleich als aufopferungsvoller Kämpfer für das Wohl seiner Familie agiert.