Die 90er: Die besten elektronischen Alben des Jahrzents II

Weiter geht es in unserer Retrospektive der besten elektronischen Alben der 90er. Heute gehen wir ein weniger ruhiger an die Sache und gleiten mit Oval in andere Sphären, entspannen uns zu den wohltemperierten Kruder & Dorfmeister und wachen zu dem einzigen Ausreißer Proppelerheads wieder auf, da dieser mit deftigen Big Beat denn Kreislauf für den Future Sound of London nach oben treibt; und verdammt diese Zukunft sieht düster aus. Egal ob Chillout Lounge , bedrohlichen Acid oder Stadion-Big Beat, hier ist wieder für jeden etwas dabei und wir wünschen viel Spaß mit unserer Auswahl.

Oval- Systemisch

(Thrill Jockey Records,1994)

Was wäre eine Liste ohne den obligatorischen Geheimtip zum Angeben? Oval aus Deutschland müssen hier einfach genannt werden. Wunderbare Sphären-Musik in der Tradition von Can, die Björk 2001 sogar für Album für ihr Vespertine Album sampelte. Ein Album, das Kunst, Avantgarde und Electro miteinander so großartig verbindet, dass einem schlichtweg die Worte fehlen. Nicht von dieser Welt. Einen großartigen Diskurs zu diesem Album gibt es übrigens hier.

 

Proppelerheads – Decksandrumsandrockandroll

(Wall of Sound, 1997)

Eine weitere Band, die es im Zuge des Big Beat Hypes ganz nach oben schaffte. Der bekannteste Song dürfte wohl History Repeating sein, für den sich Proppelerheads Soul-Diva Shirley Bassey holen, die wiederum einige als Sängerin des James Bond Song zu “Goldfinger” oder “Diamonds Are Forever” kennen. Überhaupt geht es auf dem Album immer sehr stilsicher zu und es ist eines der wenigen Big Beat Alben, die auf gesamter Länge überzeugen können.

Sneaker Pimps – Splinter

(Clean Up, 1999)

Die Sneaker Pimps schwamen zu Zeiten des Trip-Hop ganz oben, vor allem durch den Hit “6 Underground”. Mit Splinter zog sich die Band zurück und überraschte mit einem düsteren Sound, der nicht mehr so viel mit den eher luftigen Songs des ersten Albums zu tun hatte. Das hatte zur Folge, dass die sich die Kritiker zwar vor Lob überschlugen, aber der kommerzielle Erfolg ausblieb. Hier noch einmal die Chance dieses Album entsprechend zu würdigen. Bandmitglied Chris Corner ist übrigens seit den 00er Jahren auch als IAMX bekannt.

Portishead – Dummy

(Go! Records, 1994)

Portishead gehören nicht zu den produktivsten Vertretern in unserer Retrospektive und gönnen sich zwischen einem zweiten und dritten Album gerne mal 10 Jahre Pause um wieder den nächsten Paukenschlag zu veröffentlichen, während sie längst in ihrer eigenen Liga spielen.Was heute schon ein Klassiker ist, war 1994 nicht von dieser Welt und klang wie eine düstere Prophezeiung aus der Zukunft, zu der die übercharismatische Fronftrau Beth Gibbons zischte,  gurgelte und unendlich leidete. Die Joy Division der 90er und 00er Jahre… und bestimmt auch 10er.

 

 

 

 

The Future Sound of London – Dead Cities

(Virgin, 1996)

Wua, was ein ekelhaftes Cover. So zukunftsorientiert sehr viele englische Elekrtronik-Bands auch waren, die Cover wirkten gerade Anfang der 90er wie ein drogen-inspiriertes Corel Draw Massaker.  Schon das 1994 entstandene Doppelalbum “Lifeforms”  präsentierte zeitgemäßen Ambient-Sound und wirkte in der Hochphase des Genre tatsächlich wie die Zukunft, nicht nur von London. Dead Cities arbeitete den Sound noch weiter aus und TFOL skizzierten damit endgültig den Soundtrack zur Apocalypse.

 

 

 

Kruder & Dorfmeister – K & D Sessions

(G-Stone Records,1998)

Die Österreicher mögen es halt raffiniert und Wien ist nicht nur die Haupstadt des guten Essens sondern die Heimat von Kruder & Dorfmeister, die Mitte der 90er mit den legendären K&D Sessions dem Wort Downbeat eine ungeahnte  hohe Qualität gaben und zum Aushängeschild für Slow Motion Beats auf allerhöchstem Niveau geworden sind. Es gibt eigentlich keine Diskussion darüber, ob man das legendäre Doppelalbum in seinem Regal oder auf seiner Festplatte haben sollte, vielmehr ist es eine Pflicht.

 

Plastikman – Consumed

(Novamute, 1998)

Plastikman ist eigentlich das Pseudonym für Techno DJ Richie Hawtin, der schon in den frühen 90ern wegweisende Acid House Alben veröffentlichte. Consumed hingegen ist minimalistisch, grollend und ossziliert an der Grenze zwischen Acid und Minimal Techno. Ein düsterer Trip, der einem auch heute noch mehrere eiskalte Schauer über den Rücken laufen lässt.


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