The Dark Side of Pop

Eigentlich muss man Unheilig, und dem Grafen im Speziellen, danken. War der ganze pathostriefende Dunkelzirkus schon seit einiger Zeit nervig und mit dem Mainstream liebäugelnd, kann man Gothic nun dank ihm endgültig als ernstzunehmende und relevante Musikrichtung begraben. Schade für die einstige Subkultur, die sich aus dem Punk entwickelte und schon seit einiger Zeit einer größeren, unwürdigen Vermarktung ausgesetzt sieht. Dabei gäbe es doch einiges an ernstzunehmenden Alternativen von der dunklen Seite des Pop, wie unsere kleiner Überblick zeigt, der zwar schwermütig ausfällt, aber keine Masken und Mieder benötigt:

The XX

Ganz klar, der Eintritt in die Dunkelheit muss mit The XX anfangen, die mit ihrem minimalen Mitteln eine beeindruckende Atmosphäre erschaffen, für ihr Debut-Album viel Kritikerlob und auch innerhalb einer kurzen Zeit viel Fanzuspruch bekommen haben. Die Musik besticht durch eine hypnotische Langsamkeit, die in der Tradition von dem Post-Punk Pionieren Young Marble Giants und Dark Wave steht.

Rezension

The Soft Moon

Treibend, düster und heiser. Auch wenn sich The Soft Moon viel bei Suicide abgeschaut haben, wirkt der Sound um keinen Tag gealtert. Hier nochmal ein Aufruf, das bereits 2010 erschienene Album für sich zu entdecken. Musik für eine alptraumhafte Nacht, deren Zukunft nichts Gutes verheißt.

Rezension

The Horrors

Chris Cunnigham, der Meister der verstörendsten Musiclips überhaupt, produzierte den ersten Clip für das 2009 veröffentlichte und von Portishead-Mastermind Geoff Barrow produzierte Album “Primary Colours”. Und sowas macht der Mann nun wirklich nicht für jede Band, schließlich handelt es sich hier um den Haus und Hofregisseur von Aphex Twin; und auch Portishead und Madonna standen schon auf der Auftragliste. Vielleicht hätten Joy Division nach Love Will Tear Us Apart hier weiter gemacht.

Rezension

Salem

Nun ja, kommen wir zu den weniger subtilen Vertretern. Salem bewusst pompöser und überproduzierter Sound trifft einen zwar nicht direkt ins Herz, sondern gleicht einem Rammbock in die Magengrube, verschafft aber trotzdem großes Kopfkino und verbindet recht gekonnt eher weniger befreundete Genres wie Goth und Hip Hop.

Rezension

White Lies

OK, nun wird es gar nicht mehr subtil. White Lies klauen so ziemlich alles aus Nick Cave`s Pop-Phase, Depeche Mode, The Cure und eigentlich allem, was sich mal Kajalstift unter die Augen gemalt hat. Die Band aus London macht das aber trotzdem nicht schlecht und agiert letztendlich doch stilsicher zwischen Editors und The Killers.

Rezension

Zola Jesus

Dark Pop nennen es die einen, dabei ist der  von Sixousie & The Banshees beeinflusste Sound nicht so wirklich ein Fall für Chartsregionen.

Rezension

Esben and The Witch

Präziser eiskalter Wave Sound von Esben & The Witch, die im Gegensatz zu den anderen Bands aus Brighton weniger lieblich daherkommen, sondern einen eiskalt erwischen.

Rezension

Minks

Die dunkle Seite von Brooklyn, dem eigentlich lebensfrohen New Yorker Szeneviertel. Weniger Bubblegum als die anderen Bands aus NYC, aber trotzdem mit einem großen Talent für Pop und Pathos gesegnet.

Rezension


3 Gedanken zu „The Dark Side of Pop“

  1. Bääh, wie du die ganze Zeit auf diesen Moment gewartet hast und mich wieder in die Cure Ecke drängst. :D

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>