Adele “19”- Rezension zum 00er Album

VÖ: 07.03.2008

Adele Adkins war also nun die Erste im Jahre Null  – nach dem großen Erfolg von Amy Winehouse  – die hoffnungsvoll ins Rennen geschickt wurde um das zu dieser Zeit grassierende englische Neo-Soul Fieber weiterhin konstant zu halten. Auf jeden Fall eine nicht gerade risikoarme Entscheidung, den Adele hatte weder den auf den ersten Blick ersichtlichen Glamour, noch einen ausgeprägten Hang zu verbotenden Substanzen oder Yellow Press Stories. Frau Adkins schien sich auch bewusst zu sein, aufgrund ihrer wenig vorteilhaften Körpermaße nicht unbedingt auf den Cover der Modemagazine auftauchen zu können. So bleiben einem lasziv gestellte Fotoaufnahmen erspart und übrig blieb ein selbstbewusst junges Mädchen, dass mit “19” ihr Alter und alle damit verbunden großen und kleinen Katastrophen als Konzept des Album darlegte. Wie zum Beispiel in der Hitsingle „Chasing Pavements“, die lange die englischen Top Ten im Griff hatte und auch dank verstärktem Airplay hierzulande eine Alternative zu Casting-Stereotypen wurde.

Neben dem eher pompösen Chasing Pavements nimmt sich das Album eher zurück und zeigt eine ruhige und eher getragene Atmosphäre, nur das finale „Hometown Glory“ setzt noch mal einen dramatischen Schlusspunkt, der äußerst gefühlvoll und um Authentizität bemüht vorgetragen wird. Die sehr schöne Stimme von Adele rettet auch einige Songs vor dem Abgleiten in allzu seichte Pop-Gewässer, immer wieder fragt an sich anhand der Sicherheit und Professionalität der Gesangsleistung, ob es wirklich die  auf dem Album Cover propagierten “19” sind. Das wird einem leider eher bei den doch ein wenig interessanten Lyrics klar, die halt nicht mehr oder die weniger die Gefühlsirritationen eines durchschnittlichen Teens beschreiben, der an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. Hier fehlt noch die Kanten und Ecken und auch der Schmerz, der die wirklichen großen Soul-Alben ausmacht. Aber 19 wird auf jedenfall eines der besseren Alben des Neo Soul bleiben. Sind wir einfach mal nicht also nicht so streng und geben uns der Leichtigkeit und der annehmen Zurückhaltung hin. Erfreuen wir uns an den wenigen schönen Momenten der ersten englischen Neo-Soul Welle. Wünschen wir Adele nun ein erwachseneres und noch besseres “21”, ihre Zukunftsplanung damals lautete schließlich „ I dont´ know whats`s going on to happen if my music career goes wrong. I haven`t had a promper job yet“ Cheers !

 


2 Gedanken zu „Adele “19”- Rezension zum 00er Album“

  1. Steht doch da unten bei den Related Post und in der Rezension. :) Ich halte 21 jedenfalls für ein deutlich gereifteres Album als 19 und gönne ihr den Erfolg.

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