Kurzfilm der Woche: The Heart of the World

Heute mal ein experimenteller Kunstfilm, als Hommage an das Stummfilmmelodram,  an das deutsche expressionistische Kino und das sovietische Montagekino.

The Heart of the World (Canada 2000)

Buch und Regie: Guy Maddin

Darsteller: Leslie Bais, Caelum Vatnsdal, Shaun Balbar

Laufzeit: ca 6 Minuten

Walrus TV presents Street Art – Blame Mr. Brainwash

Auf dem Youtube-Channel Walrus TV gibt es viele interessante Featuretten und einen Überblick über die gegenwärtige Street Art Szene, die  durch die Banksy Doku “Exit Through The Gift Shop” nun große Medienaufmerksamkeit erfährt, da diese bei der Oscarverleihung gute Chancen hat die begehrte Trophäe für die “Beste Dokumentation” zu bekommen. weiterlesen

EWE – Der Film (Trailer und Artwork)

That’s it! Kurzfilm von Johannes Franke und mir, dessen Postproduction zu – naja sagen wir mal – 3/4 abgeschlossen ist. Fotos dazu gabs schon in nem Bildbeute-Artikel. EWE beruht auf meiner gleichnamigen Kurzgeschichte, die in der Anthologie “Am Ende der Leitung” von Quintessenz veröffentlicht wurde. Den nun verwirklichten Film gibt es dann wohl gegen Mitte 2011 in Berlin und darüber hinaus auf diversen – hoffentlich vielen – Filmfestivals zu sehen. Die Geschichte des 20Minüters liest sich ungefähr so:

EWE erzählt die Geschichte eines Staates, in dem Überwachung zum Alltag gehört. Jeder Mensch ist sowohl Überwacher als auch Überwachter, Opfer und Täter zugleich… Und alle haben sich mit dieser Art zu leben arrangiert. Auch Nicolai, ein erfolgreicher Journalist, hat schon lange die Kameras um sich herum vergessen. Seinem Beobachtungssoll geht er gewissenhaft nach – bis er zum ersten Mal in seinem Leben einen Blick hinter die Fassade der ganzheitlichen, demokratischen Überwachung wirft…

Erzählt wird der Film durch in sich ruhende Standbilder, die filmische Bewegungen ahnen lassen, andeuten und ansetzen ohne sie allerdings vollkommen auszureizen.

EWE entwirft auf dokumentarische Weise die düstere und zugleich ironische Dystopie einer Welt, in der die Verletzung der Privatsphäre Bürgerpflicht ist.

Hier der erste Trailer:

–> EWE – Der Film

–> Die Vorlage im Sammelband “Am Ende der Leiung”

Die 90er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts I

Viel Sehenswertes ist im Weltraum der 90er Jahre nicht geschehen. Dafür wie schon bei den besten Science Fiction Filmen der 00er umsomehr auf einer (potentiell) zukünftigen Erde. Das mag vor allem mit einem erneuten Endzeit- und Dystopienhype des ausgehenden 20. Jahrhunderts zusammenhängen (übrigens ganz ähnlich dem des ausgehenden 19. Jahrhunderts). Jedenfalls war der Blick in die Zukunft, den viele Filmmacher in den 90ern wagten, oft ein kritischer, skeptischer, einer, der relevante Themen der 90er aufgriff und in ein mögliches – von düsteres bis buntes – 21. Jahrhundert transformierte. Jedenfalls waren die gelungenen Prophezeiungen zahlreich genug vertreten, dass das Science Fiction Genre zwei Artikel spendiert bekommt… Den ersten Teil gibt es direkt hier…

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Bitte 8 Bit – Midi Man und Stern Fucking Zeit

Schöne Holon-TV Kurzreportage von Jakub Obarzanek zur 8-Bit-Musikszene. Midi Man und Stern Fucking Zeit werden hier interviewt und bei ihren Auftritten begleitet. Als Bonus gibts dann noch ein paar Bilder und ein kurzes Interview zu einem schicken 8-Bit-Scanner, der aufgezeichnete Daten in abstrakte Pixelbilder verwandelt. In ein paar Einstellungen habe ich die Kamera gehalten, einige wenige Interviewfragen gestellt – und ja, der Typ mit der schwarzen Mütze, der bei Mario Bros gewinnt und bei Bomberman verliert, bin ich.

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Links fürs Wochenende

2011 wird das Jahr, in dem uns alles gefällt

Basic Thinking Artikel zum Gernhaben…

Wider die sprachliche Kleingärtnerei

Stefan Niggemeier über eine Gegenpetition zu der irrsinnigen, von Ressentiments und Populismus geleiteten (und zudem vollkommen überflüssigen) Petition der BILD, die deutsche Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen.

Bertrand Russell und die Geschichte der Logik als Comic

Viel nerdiger gehts natürlich nicht… Die Idee ist allerdings tatsächlich brillant, ebenso wie die Umsetzung, wenn man Florian Freistetter von Scienceblogs glauben darf.

Euroweb ändert Taktik?

Nachdem die Nerdcore Domain dank Denic wieder in den Händen ihres ursprünglichen Besitzers ist und der Shitstorm langsam verebbt (http://twitter.com/#!/search/euroweb), sieht Euroweb sich doch noch einmal dazu veranlasst, zurückzuschlagen. Robert Basic über den letzten Blogartikel Eurowebs zu dem gesamten Nerdcore-Komplex. Dazu wie schon beim letzten Mal noch ein wenig Videofutter….

…Und ob mans glaubt oder nicht: Euroweb hat René Walter  gleich noch einmal abgemahnt. Dieses Mal wegen eines Interviews für Futurezone. Inklusive falsch formulierter Unterlassungserklärung. Da können selbst die differenzierten und abwägenden Autoren von Netzpolitik nur noch zum Facepalm greifen.

Bernd Eichinger – Ein persönlicher Nachruf…

…von Nilz von den Fünf Filmfreunden. Weder eine der – mitunter leicht heuchlerisch wirkenden – Lobesarien, noch eine verkopfte Analyse Eichingers Schaffen. Stattdessen einfach ein sehr persönliches, unglaublich schönes Epitaph auf den streitbaren Produzenten.

Die 40 supertollsten Roboter aller Zeiten

Auch Nerds lieben Listen! Das Paste Magazin huldigt unseren blechernen Kameraden und macht klar,wie unterschiedlich ihre Eigenschaften sind. Wer käme schließlich darauf den gottgleichen HAL 9000 mit dem vertäumten Wall-E oder den Electro-Rockern von Daft Punk  zu vergleichen ?

Hol’s der Teufel! – Rezension zur Shyamalan-Produktion “Devil”

Teufel auch! Es ist ja nicht unüblich, dass Filme rund um den Belzebub, dessen Vorkommen prominent platzieren, aber so direkt wie bei John Erick Dowdles “Devil” ist das schon lange nicht mehr geschehen. Nicht nur, das der Höllenfürst gleich den gesamten Filmtitel für sich beansprucht, nebenbei lässt auch die Erzählerstimme in der Exposition keinen Zweifel daran, dass es im folgenden satanisch wird. Und während der gesamten Laufzeit stürzen derart viele teuflische Metaphern auf den Zuschauer nieder, dass dieser gar keine andere Möglichkeit hat, als Übernatürliches hinter dem Fahrstuhlslashermovie zu erwarten. Dieser wurde übrigens von M. Night Shyamalan produziert, womit auf Plakaten und in Trailern auch äußerst prominent geworben wird. Keineswegs selbstverständlich. War der Regisseur gegen Ende der 90er Jahre noch eine Art Aushängeschild für großartiges Mysterykino, hat er sich diesen Ruf im neuen Jahrtausend mit Filmen wie “The Happening” (Die schlechtesten Filme des Jahrzehnts) und zuletzt “The last Airbender” ordentlich zerstört.

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Die 90er Jahre: Die besten Tarantinoesken Filme des Jahrzehnts

Allzu sehr unterscheiden sich die Tarantinoesken Filme der 90er nicht von denen der 00er Jahre. Auch hier gibt es die Tarantino-Instantklassiker, auch hier gibt es die Epigonen und auch hier gibt es die Filme, die irgendwie in das ‘Genre’ reinrutschen, ohne dass sie es je darauf angelegt hätten. Und doch sind die 90er vor allem als das Jahrzehnt in die Filmgeschichte eingegangen, in dem die Tarantinoesken Filme ihren Siegeszug antraten. Fraglich, ob dafür ganz allein der Mainstreamerfolg von “Pulp Fiction” verantwortlich gemacht werden kann… Vielleicht lag es  viel mehr daran, dass es nach der Grabenziehung der 80er zwischen Pop, Kunst und Midnightmovie Zeit für eine (für alle erfreuliche) Versöhnung war. Vielleicht war es für die Postmoderne einfach Zeit, nachdem die 80er alles Intellektuelle dekonstruiert hatten, sich auch ans Popcorn ranzumachen… Vielleicht war es auch einfach nur die plötzlich aufkeimende Freude kleiner Jungs, Geekfilme zu produzieren, die – warum auch immer – vom Feuilleton zur großen Kunst erklärt werden…  Anyway: 90er Jahre Pop-Exploitation, Gangsterromantik, Comicstilisierung, 70er Hommagen und Dekonstruktionen… nach dem Klick.

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Axe Cop – Comic Kollaboration eines 5jährigen mit seinem 29jährigen Bruder

Wow! Ich stehe ja eigentlich überhaupt nicht auf den ganzen “Kinder an die Macht!”-Bullshit und die damit verbundene Überstilisierung der kindlichen Fantasie, gegen die die rationale Erwachsenwelt nicht anstinken kann. Aber, das hier ist einfach zu genial. Axecop: Ein 5jähriger zeichnet einen Comic, zusammen mit seinem fast 30jährigen Bruder, und das Ergebnis ist eine bunte, irrwitzige Tour de Force durch die kindliche und postpostpubertäre Fantasie:

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Oscar Nominierungen 2011 – Der immer wieder überraschende Traditionalismus der Academy

And the Winner is…. wird sich zeigen. Wie jedes Jahr liefern aber bereits die Nominierungen (und noch mehr die Nicht-Nominierungen) genug Stoff für Tratsch über aktuelle Filmtrends und vor allem darüber, wie die Academy aktuelle Filmtrends einschätzt und bewertet. Und wie so ziemlich jedes Jahr offenbart diese auch 2011 unverhohlen ihren Hang zum Traditionalismus.

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Animated Short der Woche: Pixels

In der Geek-Community natürlich schon längst ein Kultfilm, aber sicherlich auch für alle anderen ein großer Spaß wie 8 Bit Pixel New York, nun ja, verpixeln. Kein Witz: Adam Sandler möchte diesen Kurzfilm auf Kinolänge bringen.

Pixels (2010)

Regie: Patrick Jean

Die 90er Jahre: Die besten Thriller des Jahrzehnts IV

Eine Thrillerretrospektive haben wir noch. Dann können wir uns wieder anderen Genres widmen…

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Ballettdrama/ Psychothriller/ Bodyhorror – “Black Swan” von Darren Aronofsky

Verdammt noch eins! Ich war mir sicher, ich würde diesen Film lieben oder hassen. Ich war mir sicher ein Mittelding wäre nicht drin. Immerhin hat es Aronofsky schon immer geschafft mit seinen Filmen recht gut zu polarisieren. Da war “Requiem for a Dream”, für viele zu pathetisch, zu aufgesetzt in seinem düsteren Weltbild, für andere eine Offenbarung des Composite Film Genres. Da war “The Fountain”, für viele billiger, abgehobener Science Fiction Esoterik-Kitsch, für manche die postpostmoderne Antwort auf “2001 – Odyssee im Weltraum” und ein Science Fiction Klassiker für das neue Jahrtausend. Okay… “The Wrestler” hat allgemein positives Feedback erhalten, aber nach all den Ankündigungen, Trailern und Vorab-Kritiken musste eigentlich klar sein, dass Black Swan wieder so ein “Love it or hate it!” Ding wird. Weit gefehlt. Ich bin voll in der “So la la”-Falle gelandet und stehe mit meiner Meinung auch offensichtlich nicht alleine da.

Aber rollen wir das Ganze erstmal von vorne auf. weiterlesen