Nu Metal Retrospektive II (Pioniere): Limp Bizkit

“Run DMC and Grand Masta Jay
L-I-M-P and the place to be
never went to college i had an ID
now all the critics wanna know about me”

Neuer Crossover trifft auf seine Pioniere, verbindet Hip Hop und Metal mit einer große Underdog-K(l)appe. Limp Bizkit gehören von Anfang an nicht zu der tiefgründigen Fraktion des New Metal, aber zu deren erfolgreichsten. Sogar so erfolgreich, daß sie ihre einstigen Ziehväter Korn in Sachen Medienpräsenz und Verkäufe überholen. Fred Durst, ehemals Tätowierer und Profi-Skater, hat von Anfang an ein Händchen für einprägsame Songs und das Glück mit Wes Borland einen begnadeten Gitarristen in seiner Reihe zu  haben, der sich von eintönigen Gitarrenbrei der Konkurrenten unterscheidet.  Limp Bizkit sind wohl die Band, die das Image des New Metal in der öffentlichen Wahrnehmung am meisten beeinflussen. Fred Durst, den man praktisch nie ohne seine umgedrehte New York Knicks Kappe sieht und Wes, der sein Bühnen-Outfit von blutverschmierter Psycho bis Sci Fi Monkey ständig wechselt machen diese Band schnell zu einem Event, den sich auch der normale Chartshörer auch mal anschauen möchte. Im Gegensatz zu Korn, die stärker im Metal verwurzelt sind und zwar durchaus auch auf früheren Alben einen Hip Hop ähnlichen Sound entwickeln, durchbrechen Limp Bizkit die Genre-Grenzen mit einem zeitgemäßeren Sound und fügen noch ander Stile wie Grunge und Alternative Rock hinzu. Das Durchbruch-Album Siginificant Other, vom ehemaligen Grafiker Borland illustriert, orientiert stark an dem Eastcoast Hip Hop aus New York und featured in “N2Together Now” Rapper Method Man. Dieser Song kommt komplett ohne Shouts und Metal Riffs aus und markiert somit eine Abgrenzung zu den anderen ausfrebenden Nu Metal Bands. Neben der Abkehr vom Metal-Purismus spaltet zudem Frontmann Fred Drust die Meinungsfront, der stolz mit Dollar-Scheinen posiert und auch sonst durch unsympathische Großmäuligkeit auffällt. So werden Limp Bizkit wohl neben Linkin Park zu einer Band, die in ihrem eigenen Genre weniger Beachtung findet als von dem Mainstream, der sogar das deutlich schwächere Nachfolgealbum “Chocolate Starfish and The Hot Dog Flavoured Water” millionenfach kauft. Nu Metal ist zudem Zeitpunkt kein neuer Underground-Sound mehr sondern verkauft sich durch Trittbrettfahrer wie Crazy Town und Nachfolge Bands wie Papa Roach hervoragend. und kann sich in den Charts halten. Ross Robinson, der mit Korn quasi Nu Metal erfunden hat, und das erste LB Album produzierte zeigt sich zunehmend angewidert und wünscht sich den Tod von dem selber kreierten Sound. Wes Borland möchte auch nicht mehr Teil des immer lächerlich werdenden Nu Metal Zirkus werden und steigt 2003 aus. Das vierte Album “Results May Vary” wird das lang erwartete Fressen für die Kritiker und Fred Durst Hater, die sich schon lange auf den Fall des Großkotz freuen. Nu Metal hat eh seinen Zenit überschritten und Limp Bizkit gelingt nur mit einer weichgespülten Version des Who Klassikers “Behind Blue Eyes” ein letzter Charts-Erfolg. Danach wird es unübersichtlich, Wes Borland steigt kurzzeitig für die Back To The Roots EP The Unquestionable Truth ein und schnell wieder aus, die Resonanz eh nicht besonders und so folgte eine lange Sendepause bis Limp Bizikit Reunion Konzerte ankündigen, die sich überraschenderweise gut verkaufen und auch wie zu besten Nu Metal Zeiten bei Rock am Ring als Headliner auftreten.

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