Introducing…J.Cole

Es scheint tatsächlich wieder eine New School im Hip Hop zu geben. In den antizyklischen Bewegungen des Musikbiz gibt es wohl eine Antwort auf prolligen Großraum-Hip Hop, die zudem nicht zu sperrig (Def Jux) oder zu satt (Jay-Z) klingt. Superstar Eminem ist zwar wieder zurück im Game, aber mit zwei durchwachsenen Comeback-Alben und dem schimmeligen Geruch einer ehemaligen Sensation, die sich nun altersmilde und wenig inspiriert gibt. Jermaine Cole, Magna Cum Laude Absolvent der St. John’s University, scheint sich auf seinen bisherigen Single Veröffentlichungen wieder zurück auf die goldenen Jahre des Hip Hop zu beziehen, die Ende der 80er und Anfang der 90er waren. “Simba” (Hip Hop Tune des Jahres?) erinnert an den jungen Nas, der mit Illmatic in den 90ern einen Meilenstein veröffentlichte und seitdem nichts Gleichwertiges, aber auch nichts unfassbar Schlechtes rausgebracht hat.

J.Coles Weg (geboren 28.01.1985) beginnt in Frankfurt als Sohn eines G.I. und führt momentan mit großen Schritten an die Spitze einer Hip Hop Welt, die sich auf die Suche nach einer Symbolfigur für den neuen Hip Hop macht. Bitter nötig für ein Genre, das seit Jahren Grabgesänge über sich ergehen lassen muss und dem seine einstigen Vordenker entweder den Rücken zugedreht oder das Interesse verloren haben. Das Feld haben sie Autotune Kaspern überlassen, die neuerdings für die noch größere Klingelton Verbreitung sogar Eurodance Samples benutzen, damit der zehnte Jahreswagen dank angestiegener Spritkosten auch drin ist. Hip Hop ist nicht mehr die Sprache der Kids aus den vergessenen Vorstädten sondern der laute Handy-Furzton aus den Marketing-Köpfen der Hip Hop Firmen, die sich nicht weniger schlimm und berechnender aufführen als die Lehman Brothers. Wer über die Jahre so fett (und ich meine nicht fett), faul und dekadent geworden ist muss sich nicht wundern, wenn einem andere Genres die Baggypants runter ziehen.

Wir stellen hier nun einen jungen Mann vor, der als neue große Hofffnung gilt und mit präzisen Ryhmes, smartem Auftreten und vor allem großartigen Lyrics auffällt. Zusammen mit Newcomer Drake, der mit “Thank Me Later” ein ebenfalls viel beachtetes wenn auch glatteres Album in Verbindung  mit einem Saubermann-Image am Start hat,  und souveränen Alben von Ikonen wie Big Boi scheinen die dunklen Jahre des Hip Hop also wohl bald vorüber zu sein. Von dem ehemals hoch gelobten 50 cent Clonen hört man momentan eh wenig, vielleicht wollen die ehemaligen Gangstas auch einfach nicht mehr über Mutterfickereien reden und irgendwas Sinnvolles tun, Präsident werden zum Beispiel.

Hier noch ein paar Videos zur Einstimmung auf das am 26.10.2010 erscheinende Album, das derzeit noch den Arbeitstitel “Cole World” trägt.  Auffällig bei den Videos ist eine gewisse Neigung zur One Shot Aufnahme vor kredibler Kulisse.

Eine gewisse Ähnlichkeit fällt mir übrigens noch zu folgendem Clip auf:

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