Lyrik der Woche: Arthur Rimbaud – Abschied (1871)

Heute ein kleines Werk des protosymbolistischen Dichters Arthur Rimbaud. In dem kurzen Gedicht “Abschied” werden bereits alle Motive der literarischen Moderne vorweggenommen: Aufschrei, Empörung, Resignation, Überdruss, die volle Bandbreite der transzendentalen Obdachlosigkeit. In der markanten Pointe steckt bereits das gesamte Fundament der modernen Lyrik, sei es nun Expressionismus, Symbolismus oder Futurismus.

Genug gesehn. Das Schaun ist allem Abschied längst begegnet.

Genug gehabt. Den Lärm der Städte, abends, und in der Sonne und allezeit.

Genug gehört. Das Leben stockt. – O Geräusche und Visionen!

Aufbruch voll Gefühl und Geschrei – neu!

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