Rezension PVT(Pivot) – Church With No Magic

VÖ: 06.08.2010

Label: Warp/ Rough Trade

Eine Band vom Kultigsten aller Kultlabel? Wenn einem eine Promo von Warp zugeschickt wird, ist die Vorfreude natürlich besonders groß und man freut sich auf den nächsten Aphex Twin oder Squarepusher, auf jeden Fall vermutet man etwas, was man so vorher noch nicht gehört hat. Ja, das gilt auch für Maximo Park , deren Debutalbum auf Warp immer noch zu den essentiellen Alben der 00er Jahre gehört, für die nicht so tollen Nachfolgealben kann das Label ja auch nix.

PVT, die noch vor einiger Zeit Pivot hießen und sich wegen eines Rechtsstreits umbenennen mussten,  passen allerdings eher weniger in die Riege der vermarktbaren Bands, sondern gehören zu den Warp Artists, die man sich erst erarbeiten muss. Die dunkle Seite der 80er stand hier auf jeden Fall Pate und die ganze Zeit hat man den Eindruck, daß so ein Comeback Album von Ian Curtis geklungen hätte, der sich ein paar Sessionmusiker ins Studio holt und die Idee seiner Hauptband weiter spinnt ohne dabei auf Hitsingles zu schielen.

Sakrale Chöre treffen auf eine erweiterte und abstrakte Form des Post Punk. Und es kann einfach kein Warp Album sein, wenn es nicht überall pluckert, clickert und fiept. Je länger man dieses, ab und zu auch sicherlich anstrengende Konstrukt anhört, desto mehr wird von der Dunkelheit dieses sperrigen Albums angezogen, daß es sich und dem Hörer nicht gerade einfach macht, direkt gemocht zu werden. Selbst die ähnlich klingenden These New Puritans scheinen auf einmal einfache Popmusik zu sein. PVT schaffen es den Wave/Post Punk an die Schnittstelle zu dem Abstract Techno der anderen Warp Künstler wie Autechre zu bringen und gehen am Schluss endgültig in dem schon fast klassischen Trademark Ambient-Sound des Labels auf.

Die neuen Singnings auf Warp waren eher untypisch, PVT hingegen ist ein lupeneiner und fast klassischer Act eines Labels, daß seiner Zeit schon in den 90er meilenweit voraus war.

Eine Tour gibt es übrigens auch noch:

20.08, Berlin, Magnet

22.09,Köln, Luxor (*irks*,Anm. des Redakteurs)

23.09,Frankfurt, Das Bett

24.09 Hamburg, Reeperbahn Festival

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