Inception von Chris Nolan: Träume Kino, träume!

Eigentlich finde ich es ja immer ziemlich blöd, wenn ein Rezensent eine Kritik damit beginnt, dass er nicht weiß, wie er den Text beginnen soll. Die Flucht vor einer prägnanten, pointierten Einleitung durch Metaebenen und selbstreflexive Spielereien. Andererseits passt eben genau jenes Spiel perfekt zu Chris Nolans (The Dark Knight) neuesten Blockbuster. Unabhängig davon weiß ich auch tatsächlich nicht, wie ich hier anfangen sollte. Es gibt einfach zu viele treffende Varianten. Also dann… Der erste Satz hier könnte lauten: Er hat es mal wieder geschafft. Klingt ein bisschen zu vorbelastet…? Die zweite Variante wäre: Es gibt Filme, die sind einfach so gewaltig, dass man sich nur staunend freuen kann, oder freuend staunen. Selbstverständlich mit der Ergänzung: Inception ist ein solcher Film. Zu pathetisch? Naja, ein einfaches Wow! wiederum wäre wahrscheinlich zu banal… Trifft es aber auch. Vielleicht muss man auch einfach erst mal nur tief Luft holen, um diesen Überschuss an kreativen Ideen, grandiosen Szenen, an atemberaubender Spannung zu verarbeiten. Man kann es nicht anders sagen: Inception ist der Blockbuster des bisher eher schwachen Kinojahres: Inception ist groß, erhaben, intelligent, actionreich, spannend, verschachtelt und so unterhaltend wie, wie, wie…lange scheint es her… genau, wie eben der letzte Nolan-Film.

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Musikvideo der Woche

Musikalisch sind The Chemical Brothers anscheinend nicht mehr zu großen Überraschungen fähig und mittlerweile sind die Songs schon Begleitmusik zu ihrer großartigen visuellen Kunst.  Das neue Album Further ist daher schon mehr ein Soundtrack zu den Videos und Another World mal wieder ein  Anwärter auf das Musikvideo des Jahres.

The Chemical Brothers – Another World (2010)

Album: Further

Regie: Adam Smith & Marcus Lyall

Die 00er Jahre: Die besten Zeichentrickfilme des Jahrzehnts

Lass es bunt sein… manchmal auch schwarz weiß… mit der Hand, mit dem Stift, vielleicht auch mit dem Computer ein wenig nachgeholfen… auf jeden Fall aber gezeichnet, gemalt, gepinselt, mit feinem Strich gezogen, mit kräftiger Farbe gefüllt, mit großen Klecksern geklotzt. Obwohl der klassische Zeichentrickfilm durch die CGI-Technik und Animationsstudios wie Pixar immer mehr an Prestige verliert und durch computeranimierte Werke sukzessive verdrängt wird, gab es in diesem Jahrzehnt einige herausragende, handgezeichnete Werke. Auch erwachsene Zuschauer durften sich über so manchen düsteren oder auch nachdenklichen und berauschenden Trickfilm freuen. Hier sind die Besten: Für jung, für alt, oder auch mal für die ganze Familie… Und den animierten und computerisierten Nachschlag gibt es dann zum nächsten Mal.

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Animated Short der Woche: The Lady And The Reaper

In der Tradition von Tim Burton oder Grim Fandango heute ein kleiner Short über eine alte Lady und den Tod. Produziert wurde der schwarzhumorige Kurzfilm übrigens von Antonio Banderas.

The Lady And The Reaper (Spanien, 2010)

Director: Javier Recio Gracia

Laufzeit: 8 Minuten

Rezension PVT(Pivot) – Church With No Magic

VÖ: 06.08.2010

Label: Warp/ Rough Trade

Eine Band vom Kultigsten aller Kultlabel? Wenn einem eine Promo von Warp zugeschickt wird, ist die Vorfreude natürlich besonders groß und man freut sich auf den nächsten Aphex Twin oder Squarepusher, auf jeden Fall vermutet man etwas, was man so vorher noch nicht gehört hat. Ja, das gilt auch für Maximo Park , deren Debutalbum auf Warp immer noch zu den essentiellen Alben der 00er Jahre gehört, für die nicht so tollen Nachfolgealben kann das Label ja auch nix.

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Kurzfilm der Woche: 11’09”01 . September 11

Infolge der Ereignisse des Samstags ein Kurzfilm über das Zusammenspiel von Leben und Tod aus dem Jahre 2002, der damals in Zusammenhang mit der Tragödie des 11. Septembers  2001 stand.

11’09”01 . September 11 . USA (USA 2002)

Regie: Sean Penn

Produzent: C.I.H Shorts Production

Dauer: 11 Minuten

Interview mit Sean Penn

Die 00er Jahre: Die besten Science Fiction Filme des Jahrzehnts

Wenden wir uns nach der epischen Vergangenheit und Gegenwart der Zukunft zu. Sie war schon ein bisschen mau im letzten Jahrzehnt. Die große Reanimation der Star Wars Franchise brachte allenfalls einen unterdurchschnittlichen, einen miesen und einen ganz netten Film hervor. Ansonsten gab es viel Massenware, einige ganz nette Fantasyhybriden und auch richtigen Trash wie den Scientology-Abkömmling “Battlefield Earth”. Aber immerhin ein paar wenige Perlen und Glanzlichter haben es dann doch auf die große Leinwandgeschafft. Wir haben sie rausgepickt und stellen sie hier vor…

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Musikvideo der Woche

Unsere letzte Wahl fiel auf Radiohead und auch unserer heutiger Clip hätte rein technisch zu den britischen Chefmelancholikern gepasst… ein Subterranean Homesick Alien ist der Astronaut in diesem Clip aber irgendwie auch.

Alphanaut – The Innocence Of Time

Direktor: Niels Timm

Album: The Lunar Age EP

Homepage: http://www.planetalphanaut.com/

Animated Short der Woche: Das Rad

Heute mal ein für den Oscar nominierter deutscher Beitrag aus der Filmakademie Baden-Württemberg.

Das Rad (D 2003)

Idee, Animation, Regie: Chris Stenner, Arvid Uibel, Heidi Wittlinger

Laufzeit: ca 8 Minuten

Kurzfilm der Woche: Validation

Heute eine liebevolle Fabel über die Zwischenmenschlichkeit.

Validation (USA 2007)

Buch und Regie: Kurt Kuenne

Darsteller: Thomas Joseph Thyne, Vicki Davis, Pam Cook, u.a.

Laufzeit: ca 15 Minuten

In the Fishtank 6: June of 44 (1999)

Das Konzept der ungewöhnlichen Kollaborationen hatte sich trotz der überaus erfolgreichen Zusammenarbeit von Tortoise und The Ex gegen Ende der 90er bei den Fishtank-Sessions noch nicht vollständig durchgesetzt, und so musste die Alternative Rock Band June of 44 im Jahre 1999 das Konkurrent-Studio allein heimsuchen. Das macht in diesem Fall aber überhaupt nichts…

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Musikvideo der Woche

Diese Woche wieder ein Griff in die Mottenkiste. Schräg, melancholisch, verzweifelt, seltsam, surreal und immer wieder gut. Der Zeichentrickclip zu Radioheads Paranoid Android…

Radiohead – Paranoid Android (1997)

Album: OK Computer

Regie: Magnus Carlsson

Die 00er Jahre: Die besten Epen des Jahrzehnts

Ein Genre, dessen filmische Einordnung äußerst schwierig ist, dessen Definitionsmöglichkeiten vielseitig und ambivalent sind… Traditionell ist ein Epos eine Versschöpfung, eine lyrische Erzählung im Stile der Ilias oder des Nibelungenliedes. Jedoch hat sich die Definition des Genres im Laufe der Zeit, der Geschichte der Medien gewandelt und erweitert. So definierte der Philosoph und Literaturkritiker Georg Lukacs das Epos als “die Gestaltung einer geschlossenen Lebenstotalität”, die sich von der privaten Sicht eines Romanes abgrenze. Die vorwiegend historischen und zugleich  universellen Topoi epischer Werke wurden besonders im klassischen Monumentalfilm der 50er Jahre vielfach bearbeitet (Ben Hur, Die zehn Gebote). Filmkritikguru Roger Ebert machte die Definition des epischen Kinos schließlich an seiner visionären Kraft fest (um im selben Atemzug ordentlich über Pearl Harbour zu lästern). Aber genug des Vorgeplänkels: Wir verstehen hier unter epischem Kino große, ausladende Filme: Sittengemälde, historische und aktuelle Panoramen, monumentale Gemälde, universelle Visionen und Gedanken und natürlich alles was irgendwie in diesen großen Rahmen, in diese schwammige Bezeichnung miteingeschlossen werden kann (Darin fallen übrigens auch einige bei den Fantasyfilmen, Tragikomödien oder Thrillern erwähnte Titel, die hier allerdings kein zweites Mal aufgeführt werden). Also dann die Besten des Jahrzehnts, wie immer mit kurzer Beschreibung und audiovisuellem Anschauungsmaterial unmittelbar nach dem Break.

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Rezension zu Wavves – King Of The Beach

VÖ: 30.07.2010

Label: Cooperative

Eine fast unerträgliche Hitze macht sich über Deutschland breit und wenn sich das Blut verdickt und es einem nach einer Flasche Bier schon schwarz vor Augen wird könnte man in kaum besserer Verfassung für das neue Wavves Album sein, das immer noch seine beste Wirkung im halluzinogen Zustand entfaltet und diesmal mehr als nüchtern erträglich ist oder eigentlich viel mehr als das: es ist richtig großartig geworden. Wo das Debütalbum schroffe Lo-Fi Punk Attitüde war hat Nathan Williams nun auch das Songwriting für sich entdeckt und das schemenhaft erkennbare Potential bekommt nun feste Strukturen und das großartige ist, daß King Of The Beach nichts von der Wucht des Vorgängers verloren hat. weiterlesen

Animated Short der Woche: Alma

Diese Woche eine bittersüße Geschichte, bei der die Bewegungen äußerst fein herausgearbeitet wurden, sodass es wirkt als sei eine Kamera in eine animierte Welt geraten.

Alma (USA/ Spanien 2009)

Buch, Animation, Regie: Rodrigo Blaas

Laufzeit: ca 6 Minuten