Nerven tun sie ja schon gewaltig, die ganzen Hater und aus Prinzip Gegen-Deutschland-Seier... Dabei gibt es so viele Gründe unserer der deutschen Elf nur das Beste zu wünschen. Die zehn wichtigsten Argumente dafür, dass wir morgen Deutschland kräftig die Daumen drücken sollten und zudem die zehn besten Argumente gegen all die Anti-Deutschland-Nerds folgen nach dem Break…
1. Das Wembley-Tor
Mei, es war einfach zu gemein damals. Ganz offensichtlich und mittlerweile in unzähligen wissenschaftlichen Untersuchungen bewiesen: Der Ball war nicht hinter der Linie. Und trotz dieser grandiosen Fehlentscheidung empfing Deutschland erhobenen Hauptes die Silbermedaillen und gebährten sich die Spieler dabei als solch faire Sportsmänner, dass sie selbst von den englischen Fans beklatscht und umjubelt wurden. Sympathischer angesichts einer unfairen Niederlage kann sich eine Fußballnation nicht geben und so liefert die WM von 1966 die besten Gründe, Fußballdeutschland ganz ganz doll lieb zu haben.
2. Die WM 2006 in Deutschland
Das selbe gilt auch für die WM 2006 im eigenen Land. Die Welt zu Gast bei Freunden war das Motto, und dieses wurde auch voll und ganz erfüllt. Euphorie, friedliche, gemeinsam feiernde Fans, ein toller Support für die zahlreichen Fußballglobetrotter, viel Herzenswärme und die beste Werbung für den deutschen Fußball, die man sich vorstellen kann. Umso tragischer, dass es nur für den dritten Platz reichte. Mei, wenn der Fußballgott ein gerechter ist, dann macht er das dieses Jahr wieder gut und schenkt uns Deutschland den schon damals – schlicht aus Sympathiegründen – höchst verdienten Titel.
3. 54, 74, 90…
Nicht nur, damit der Song von Sportfreunde Stille endlich zum schönen Vierklang wird, sollte dieser Punkt nicht außer Acht gelassen werden. Die Deutschen verdienen den vierten Stern auch einfach, weil ihre bisherigen Weltmeistertriumphe immer ganz und gar wunderbare Augenblicke waren. Die WM 54, wir sind wieder wer inklusive Wirtschaftswunder. Das Herzschlagfinale gegen die Niederlande 1974. Der filmreife Doppeltriumph 1990: Wiedervereinigung + Weltmeister. Deutschlands WM-Erfolgewaren immer schön, immer etwas Besonderes, nie Routine, sondern imme pure, echte Freude und Begeisterung.
4. Far away in America
Groß… ganz groß! Die deutsche Nationalmannschaft singt angesichts der WM 1994 zusammen mit Village People. Ein Infernal gegen die traurige und zugleich lächerliche Homophobie in weiten Teilen der Fußball- und Fankultur. Ein Signal an die schwule Subkultur: “Keine Angst, ihr seid ihr willkommen!” und zudem ein grandioser Popsong zwischen 80er Trash, deutschem Schlager und selbstironischem Party Rock N Roll. Das beste Fußballlied aller Zeiten, derart stillos, dass es schon wieder absolut stilsicher ist und ein echter Grund, Deutschland einfach nur sexy zu finden.
6. Die Feier- und Trauermöglichkeiten
Warum sollte man einem anderen Verein die Daumen drücken, wenn man hier die deutschen Siege so schön gemeinschaftlich feiern, die deutschen Niederlagen so schön gemeinschaftlich betrauern kann? Egal ob beim Public Viewing, im engsten Freundeskreis oder mit wildremden Menschen. Die Hoffnung auf den WM-Titel schweißt wieder einmal zusammen, vereint Arbeiter mit Bürgern und der High Society, lässt jede gesellschaftliche Schranke vergessen und vereint die Nation in einem riesigen Freuden- oder Trauerreigen. Innerlicher und schöner geht es einfach nicht, egal ob mit betrunkenen Schlaand-gröhlenden Stiernacken, fesch mit Nationalfarben bemalten Mädels oder Gelegenheitsfans, die sich sonst einen feuchten Kehricht um Fußball kümmern. Hier darf sich jeder mit jedem freuen, hier darf jeder mit jedem jubeln, hier darf jeder mit jedem weinen… warum sollte man das kaputt machen?
5. Jogi Löw…
Der sympathische Schwarzwälder mit der schönsten Frisur seid Rudolph Moshammer hat vom Ex-Trainer Jürgen Klinsmann gelernt, wie man sowohl motivieren und zusammenhalten, als auch erneuern und etwas wagen kann. Er setzt auf junge Spieler, traut seiner Mannschaft weitaus mehr zu als der Rest Deutschlands (womöglich gar der Rest der Welt) und durfte im Spiel gegen Serbien sogar mit tollen emotionalen Ausbrüchen glänzen. Er engagiert sich ebenso für den Fußballnachwuchs wie für karitative Einrichtungen, spart nicht an Kritik für seinen Arbeitgeber und ist alles in allem ein grundsolider, grundanständiger und durch und durch angenehmer Zeitgenosse.
7. … und die Mannschaft
Sympathisch sind sie, die 2010er Jungs… und wie. Abgesehen davon, dass es sich um eine für deutsche Verhältnisse unglaublich junge Mannschaft handelt, sind auch eine menge interessanter und sympathischer Spieler dabei. Das Buddy-Traumduo Poldi und Schweini, die fehlendes Ausdrucksvermögen durch eine Menge Tollpatschcharme wegmachen, der kleine und ebenso flinke Lahm, dessen Kapitänsbinde man am liebsten mit einem lachenden Smilie versehen würde, der grundsympathische Müller, der Schlacks Mertesacker, der Arbeiter Özil, Pechvogel Klose… sympathisch sind sie alle irgendwie und so richtig nervige Unsympathen sind im Gegensatz zu vorherigen deutschen Teams auch nicht dabei.
8. Die englische Boulevardpresse
Wenn die britische Yellow-Press mit ihren Beißreflexen auf bevorstehende Duelle gegen die deutsche Elf reagiert, kann man nur Sympathie für die zu Unrecht gescholtenen empfindent: Da wird Nazisymbolik aufgefahren, ordentlich gegen die Krauts gehetzt und vor nichts und niemandem halt gemacht. Die übertriebene Germaphobie der britischen Boulevardmedien lässt die BILD und den Kurier wie seriöse Informationsmedien erscheinen, und weckt viel Mitgefühl für die deutsche Elf angesichts der zahlreichen Tritte unter die Gürtellinie.
9. Patriotismus
Jau, das klassische Argument: Der Patriotismus. Immerhin sind wir ja Deutsche und irgendeine Form von Identifikation mit der Heimat, welcher Form auch immer, ist dadurch zwangsläufig vorhanden. Warum Fußball nicht einfach als Auffangsbecken, Blitzableiter und Kompensation für diese irrationale Form der geosozialpolitischen Identifikation begreifen? Immerhin besser als politisch motivierter Chauvinismus oder gar mit historischen Komplexen aufgeladener Nationalismus… ohnehin der Nationalismus. Um sich gegen neonazistische Umtriebe zu wehren, muss man schon fast zwangsläufig für die deutsche Elf sein. Immerhin ärgern sich all die ewiggestrigen Ethnopluralisten und Rassisten geradezu schwarz angesichts der Multikulturalität der deutschen Mannschaft. Polnische Wurzeln, türkische Wurzeln, sogar Schwarze sind dabei. Insofern ist die patriotische Identifikation mit der deutschen Elf geradezu ein Statement für unsere multikulturelle Gesellschaft und gegen rassisch begründete Volks- und Staatsdefinitionen.
10. Das Prinzip
Begeisterung für einen Verein braucht keine Begründung. Punkt. Fußballfankultur ist selten rational fundiert, fast immer ist ein vager Idealismus im Spiel, der die Identifikation zum Lieblingsverein herstellt. Man ist eben Fan von diesem und jenem aus Prinzip. Das muss man nicht rechtfertigen. Ohnehin nerven die ganzen Intellektuellen mit ihren Erklärungsmustern, ihrem Vorwurf des Protofaschismus, ihrer Infragestellung und vor allem ihrer Anti-Haltung. Wenn die selbst ernannte Avantgarde aus Prinzip gegen Deutschland ist, dann muss man allein schon aus Prinzip gegen die Aus Prinzip Dagegenseienden sein… oder so ähnlich. Jedenfalls geht es hier letzten Endes nur um Fußball, und wer sich den Spaß durch den Geist verderben lässt, ist selbst schuld. Fußball ist dann ja doch nur ein Spiel, und nicht mehr. Und man kann auch aus Prinzip ohne weitere Begründung, ganz verspielt, ohne sich zu sehr ne Platte drüber zu machen, einfach, eben ohne Grund eben aus Prinzip, der deutschen Elf die Daumen drücken, mitfiebern, mitfeiern, mitjubeln oder eben auch mitweinen…


