Foals – Rezension "Total Life Forever"

Nach dem  bestandenen Abschlussjahr auf dem Post Punk College nun also das totale Leben. Die Foals kann man neben Bloc Party als einer der wenigen britischen Errungenschaften des vergangenen Wiederkäuer-Jahrzents bezeichnen und das Debut Antidotes hatte mindestes zwei große Hits in seinem Repertoire. Einen hohen Nervfaktor hatte allerdings die sich ständig überschlagende Stimme von Sänger Yannis Philippakis, die meist über einen One Step, Two Step Befehlston nicht weit genug hinaus kam, um ganz oben zu sein. Nach ganz oben scheint es auch nicht zu gehen, wenn man sich das Cover anschaut in dem die Foals in die blaue Tiefe abtauchen und dabei so einen befreiten Eindruck machen, daß man zwangsläufig an das identische Coverartwork von The Great Escape der britischen Popkönige von Blur denken muss.

Wo damals allerdings nur die Oberfläche und das Eintauchen zu erkennen waren ist die Band aus Oxford schon in die Tiefe des Math-Rock abgetaucht, der sich auf Total Life Forever allerdings vielschichtiger, rhythmischer und einfach weiter gibt. Genau so muss eine Band nach all dem Retro-Stumpfheiten der letzten Jahre klingen. Das neue Jahrzehnt hat angefangen und gibt nun den Weg frei für neue mutige Bands, die es wagen den noch leeren Platz einzunehmen und auch die Größe haben diesen zu füllen. Total Life Forever geht nicht direkt ins Ohr wie Antidotes sondern baut sich behutsam auf um im richtigen Moment auszubrechen und wie eine Welle über den Hörer zu kommen. Wie in “Spanish Sahara” das anfangs noch kühl und nackt wirkt, bis ein Soundstein auf den anderen passt und sich meterweit nach oben emporwölbt, nur um wieder in sich zusammen zu fallen und neues Chaos zu gebären.

Das ist neu in dem sonst so perfektionistischen Klangkosmos der Foals: Auch Ungleichheiten zulassen, die nicht zu dem anfangs geplanten Ergebnis führen, sondern neue Wege auftauen, wie zum Beispiel in dem an Bloc Party orientierten “This Orient” oder den Quasi Hip Hop Beat des an Tv On The Radio erinnerden “Black Gold”. Deren Mastermind David Sitek war zeitweise in das Projekt eingespannt und auch wenn man später wieder getrennte Wege ging, hört man hier noch deutlich den Einfluss heraus. Böse Zungen behaupten gar schon, das Album wäre eigentlich nichts anderes als das Kopieren hipper Indie-Trends. Selbst wenn das stimmen sollte, haben die Foals nun eine Formel entwickelt; mit mehr als einem Hit wie Mute Math (Typical), mehr Tiefgang als Maximo Park und einfach mehr Klasse als die Masse der kleinen Fische, die hier mit diesem Schritt hinter sich gelassen wurden. Goodbye all, you marching Bands? Jetzt stimmt es wirklich.

Das Album Total Life Forever erschien am 07.05.2010 über Warner Music International.

0 Gedanken zu „Foals – Rezension "Total Life Forever"“

  1. Das Debutalbum heißt “AntiDotes” und wo erkennt ihr bei “The Great Escape” von Blur ein identisches Cover-Artwork?

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