In the Fishtank 3: The Tassilli Players (1997)

Ebenso wie Guv’ner waren mir auch die Tassilli Playsers vor ihrem Fishtank-Auftritt kein Begriff. Macht aber auch nichts, beweist es doch, dass die gesamte Fishtank-Serie wunderbar dazu dient, unbekannte Bands näher kennenzulernen. Die Tassilli Players existieren seit den frühen 90er Jahren und haben in ihrer 13jährigen Bandgeschichte mehrere Alben und EPs größtenteils abseits der öffentlichen Wahrnehmung veröffentlicht. Ihr Stil ist ein eleganter Hybrid aus Dub, Minimal Electro und vertrippten Instrumentalspielereien. Eine interessante Mischung, die auch in der dreitägigen Fishtanksession gepflegt wird.

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Kurzfilm der Woche: Try

Eine beeindruckende Arbeit von der Musikvideo-Größe Jonas Åkerlund, der 1997 mit dem Musikvideo zu Prodigys “Smack my bitch up” international berühmt wurde.  Aus dem Film “Try” entstand auch das Musikvideo zu “try try try” von den Smashing Pumpkins. Åkerlunds erster Langfilm “Spun” erschien 2002 und hat sich zu einem kleinen Kultfilm gemausert.

Try (Schweden 2000)

Regie: Jonas Åkerlund

Drehbuch: Billy Corgan, Dario Scardapane

Darsteller: Linda Santiago, Max Vitali

Laufzeit: 15 Minuten

Eurovision Song Contest 2010… eine ganz ganz kurze Nachlese

Wir wollen uns zurückhalten… Irgendwie freut es uns dann ja auch, dass Lena trotz fehlender BILD-Rückendeckung, trotz unzähliger Lästereien aus dem Heimatland und trotz zahlloser Schwarzmalereien den Eurovision Song Contest 2010 gewonnen hat. Am erstaunlichsten an diesem Abend: Es hat tatsächlich das beste Lied gewonnen. Der gerade mal – nunja – nette Discopopsong “Satellite” war den restlichen Stücken aus Europa meilenweit überlegen. Das Feld war, wie schon die Jahre zuvor, unfassbar schwach und wirft weder ein repräsentatives noch besonders positives Licht auf die europäische Musikszene. Verloren in einem seltsamen Nimbus zwischen Pop und Schlager präsentierten sich peinliche Boygroup-Retrospektiven (Großbritanniens Josh Dubovie, der zurecht mit einer kläglichen Punktzahl abgestraft wurden), gelackte Semi-Spacerocker (die zumindest hörbaren Vertreter aus der Türkei maNga) und entweder unfassbar peinliche Gaga-Nummern oder sterbenslangweilige Powerpopballaden (das gesamte restliche Feld). Der traurige Höhepunkt war dann auch, als der Zuschauer die grauenhafte spanische Zirkushymne “Algo pequeñito” von Daniel Diges dank eines durchgeknallten Fans gleich zweimal über sich ergehen lassen musste. Positive Ausnahme war neben dem deutschen Discohit maximal der Vertreter aus Belgien Tom Dice, der gediegenen Songwriter-Folkpop zu präsentieren wusste. Ansonsten musste man sich den gesamten Abend durch schmerzhaft lächerliche Bühnenshows,  uninspirierte Sediernummern, schrecklich gestelzten Pathos und lausige Schlagerpopsongs quälen.

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Das Ende von LOST – Ein Interpretationsversuch

Achtung! Dieser Artikel enthält massive Spoiler für sämtliche Folgen und Staffeln von LOST. Wer die Serie noch nicht komplett (!) gesehen hat, aber vorhat dies noch zu tun, sollte es tunlichst vermeiden weiter zu lesen, sofern er sich nicht den Spaß an unzähligen Überraschungen und Mindfucks kaputt machen will. Der Artikel richtet sich an Fans und Zuschauer der Serie und setzt entsprechend Kenntnisse über das Geschehen von LOST voraus.

„It only ends once, anything that happens before is just a progress!“ Es ist vollbracht, LOST ist zu Ende. Nach sechs Jahren und ebenso vielen Staffeln, nach unzähligen Mysterien geht eines der größten Serienereignisse dieses Jahrzehnts dem Ende entgegen. Und was war das für ein Ende! Zahllose Fans diskutieren sich – wie schon bei den Staffeln zuvor – die Köpfe heiß, lästern, weinen, freuen sich einfach oder sind schlicht und ergreifend erbost über den Abgang, der viele Fragen offen und unbeantwortet ließ. Gerade der himmelschreiende Pathos, mit dem die letzten 90 Minuten garniert wurden, sorgt für so manches Kopfschütteln, ebenso die religiöse, spirituelle Metaphorik und Auflösung sämtlicher Ereignisse und natürlich nicht zuletzt auch das Unterlassen vieler Antworten, das Offenlassen vieler Plot-Teile und das Ignorieren vermeintlicher Schlüsselszenen.

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Mirror's Edge 2D – Das Browsergame

Passend zur Veröffentlichung von Mirror’s Edge als 2D-Version für das i-phone lohnt sich mal wieder ein Hinweis auf das ganz famose Browsergame Mirror’s Edge 2D. Geboten wird dabei ein hervorragendes, schnelles und anspruchsvolles 2D-Action Jump N Run, das allen Retro-Gamern und Jump N Run Freunden das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen dürfte. Das Spieldesign des großen Next-Gen-Bruders wurde perfekt auf eine 2D-Umgebung adaptiert und ist genau das Richtige um zwischendurch einem Jump N Run Adrenalinrausch der Extraklasse zu verfallen. Darüber hinaus beweist EA hier erneut, dass es keine aufwendigen Grafiken und keine 3D-Umgebung für mitreißende Spielkultur braucht.

http://www.mirrorsedge2d.com/

Musikvideo der Woche

Düstere verwaschene Farben, Industrial-Look und ein androgynes Wesen (Tilda Swinton), das sich in Slo-Mo konträr zu der ihm feindlich wirkenden Umwelt bewegt; eine Frau, die resigniert, entfremdet und gebrochen wieder den Weg zurück in ihre Parallelwelt antritt. Nein, auch dieses Video verspricht keine heiteren Frühlingsgefühle, sondern lässt einen den bitterkalten englischen Regen-Schauer den Rücken runterlaufen. Das Dark Ambient Projekt Orbital malte uns mit The Box 1996 eine düstere Zukunft, in einer Zeit in der MTV auch verstörend sein und die Sehgewohnheiten der Zuschauer brechen durfte. Auf einer Vocal-Version der Singleauskopplung ist übrigens eine damals noch gänzlich unbekannte Alison Goldfrapp zu hören.

Orbital – The Box (1996)

Album: In Sides

Regie: Jens Benstock and Luke Losey

Die 00er Jahre: Die besten Erotikfilme des Jahrzehnts

Vom Spaß an der Überwindung der Wirklichkeit in den besten Fantasyfilmen des Jahrzehnts, über das blanke Grauen der besten Horrorfilme zum puren Genuss des erotischen Kinos. Gerade der erotische Film war schon immer eine ambivalente Geschichte: Einerseits ist der Fokus klar: Erotik, Sex, nackte Haut… Andererseits wünscht man sich als Zuschauer dennoch einen interessanten, fesselnden, auch unabhängig von seinen Schauwerten funktionierenden Film zu sehen. Denn ähnlich wie bei Actionfilmen steht auch bei diesem Genre das Sujet derart im Mittelpunkt, dass die Narration oft ins Hintertreffen gerät und der Cineast unbefriedigt zurück bleibt. Aber es gibt sie: Die guten Filme des erotischen Kinos, Filme die mehr sind als Masturbationsvorlagen und mit interessanten Perspektiven auf die menschliche Sexualität zu begeistern wissen. Aber auch Filme die dennoch erotisieren und erregen können und ihr Sujet nicht verschämt und verklemmt verbergen müssen. Hier haben wir die größten Werke dieses Genres von 2000 – 2009 zusammengestellt.

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Nachfolgeband von Oasis heißt Beady Eye

Während sich Noel Gallagher bis auf einen Konzertauftritt bei dem Teenage Cancer Trust Event eher über zukünftige Projekte bedeckt hält,  kann uns Liam immerhin schon den neuen Namen seiner neuen Band präsentieren, die aber bis auf Noel und den neu hinzugewonnen Drummer Chris Sharrock (The La`s, Robbie Williams) eigentlich die alte geblieben ist.  Produzent des Albums, von dem die erste Single im Oktober veröffentlicht wird, ist Steve Lillywhite (U2, Rolling Stones, Peter Gabriel). Beady Eye bedeuet übrigens  übersetzt glänzendes Auge und man darf gespannt sein ob wir die auch später im Jahr haben werden.

Quelle: http://www.nme.com/news/oasis/51231

Animated Short der Woche: Sorry I'm late

Stop-Motion ist unser neues Steckenpferd… eine *hust* gute Überleitung zu unserem Animated Short der Woche  “Sorry I`m Late” von Tomas Mankovsky, der in einer wahnwitzigen Story mit Haien und eher nicht alltäglichen Fortbewegungsmitteln, wie einem Pferd, von A nach B kommen muss.

Sorry I´m Late (Großbritannien 2007)

Regie: Tomas Mankovsky

Musik: Keith Kenniff

Laufzeit: 3 Minuten

Making-Of: http://www.sorry-im-late.com/makingof.html

Kurzfilm der Woche: J'Attendrai Le Suivant

Wunderschön und zugleich tragikomisch ist dieser französischsprachige Oscarkandidat aus dem Jahr 2002.

J’Attendrai Le Suivant (F 2002)

Regie: Philippe Orreindy

Drehbuch: Thomas Gaudin, Philippe Orreindy

Darsteller: Sophie Forte, Thomas Gaudin, Pascal Casanova

Laufzeit: 4:30 Minuten

Pfingstkultur>

Das fünfzig Tage nach Ostern gefeierte Pfingsten ist im Gegensatz zu Ostern und Weihnachten in seiner kulturellen Verwertung immer noch sehr stark mit den traditionellen christlichen Brauchtümen verknüpft und wurde nur sehr gering von der Folklore geschweige denn vom Pop beeinflusst. Es zelebriert die Ankunft des heiligen Geistes nach dem Tod Christi und gilt damit als Ursprungs- und Gründungsfest der christlichen Religion.

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

(Apg. 2, 1-4)

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Rezension zu Anathema – "We're here because we're here"

Vor langer, langer Zeit in einem weit weit entfernten Land lebte eine junge Musikkapelle, die sich Anathema nannte. Anathema wie Kirchenbann, wie Exkommunikation, wie die Verfluchung vor Gott und dessen irdischen Vertretern. So wie sie sich nannten, so klang auch ihre Musik, die sie von Dorf zu Dorf ziehend den Menschen präsentierten. Da mischten sich harte Doom-Metal und Gothic-Klänge, da wurde gelitten, gestorben und dämonisiert. Da wurde das Dunkle in der Welt beschworen. Doch dann eines schönen Tages entdeckte ihr Schreiber Danny Cavanagh auf der Reise eine kleine Höhle namens Artrock, in der unglaubliche Schätze verborgen lagen: Dort zu finden waren psychedelische Farben, Schatzkisten voller epischer Hymnen und vertrackter Takte. Danny zog es in diese Höhle, ebenso den Rest der Band, und als sie wieder herauskamen, sollte nichts mehr so sein wie früher. Anathema hatten sich verändert…

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Klassiker des selbstreflexiven Kinos – Klappe die Siebente: David Cronenbergs "Videodrome" (1983)

In den 70ern war Cronenberg ein wichtiger Vertreter des Venereal Horrors, des geschlechtlichen Thrills und schrieb mit Filmen wie „Shivers“ und „Rabid“ Horrorfilmgeschichte. Schon hier kündigte sich sein großes Thema an: Die menschliche Organik und der Verrat des Körpers am Geist. In „Videodrome“ zeigt er in einer explizit verdinglichten Feedbackschleife die Auswirkungen von Fernsehen auf den menschlichen Geist und Körper. weiterlesen

Musikvideo der Woche

Heute ein kleiner, unaufdringlicher Beitrag der schottischen Combo Boards of Canada mit der Überschrift: “So ist das Leben gemeint!”

Boards of Canada – dayvan cowboy (2005)

Album: The Campfire Headphase

Regie: Melissa Olson