Titanen? Rezension zu "Kampf der Titanen"

Wir befinden uns in einer Zeit des Aufruhrs. Die Menschen begehren gegen die Götter auf, so wie einst die Götter gegen die Titanen. Perseus´(Sam Worthington) Zieheltern werden von Hades (Ralph Fiennes) in Rage getötet. Perseus erzürnt nun gegen die Götter und schwört Rache. Als er erfährt, dass er Sohn des Zeus und damit ein Halbgott ist, findet er das doof, denn die Götter sind ja schlecht weil sie Familien töten und so. Er sieht sich als Mensch und macht sich mit ein paar Anderen auf, um die Stadt Argos vor dem „Kraken“, einem fiesen Monster, zu retten.

Dass hier mit Hammer und Schraubstock mythologisiert, d.h. alles neu zurecht gebogen wird, war klar. Dass es angesichts der Götter- und Heldenthematik eine trashige Komponente geben wird war klar. Dass die Macher auf Grund der Landschaftseinstellungen und den Animationen auf 3D setzen werden, war stark anzunehmen. Dass sie damit lächerlich scheitern werden, war klar. Das hat man schon bei Tim Burtons „Alice“ gesehen, da hatte man sich auch keine Zeit für diese Technik genommen, so wie es James Cameron tat. Was offen blieb: Wo waren da Titanen? Was überraschend war: Dass es neben Uwe Boll noch andere Menschen gibt, die von Timing scheinbar keine Ahnung haben.

Am Anfang ist der Film zu schnell, was zu verzeihen ist, da sich so der Hauptplot zügig entwickeln kann. Dann folgen in die Länge gezogene Szenen, die deswegen auffallen weil alles andere so rasant erzählt wird. Dadurch entsteht der Eindruck,  den viele Hollywoodfilme erzeugen… dass es gleich losgehe. Geht es aber nicht. Stattdessen folgen nach langen wieder rasante Szenen. An dieser Rasanz nervt die musikalische Beschallung am meisten, diese zu ertragen ist wirklich eine Herausforderung. Gut sind die Choreographien, aber wer schaut schon einen Film einzig, um ein paar gut choreographierte Kampfszenen gegen Riesenskorpione zu sehen? Sehenswert bleibt lediglich die Augenweide Gemma Arterton, die hier als Halbgöttin Io auftritt.

Dieses zusammen geschusterte Etwas von Film gipfelt schließlich in einem Crescendo, aus ein wenig Kampf, ein wenig mit Pegasus durch die Lüfte fliegen, ein wenig Stadtzerstörung durch den „Kraken“, viel pompöser Musik und viel Geschrei und das alles derart eng in 15 Minuten gequetscht, dass einem schlecht wird. Obendrein nimmt der Film sich selbst ziemlich ernst, was angesichts des Trash-Faktors unfreiwillig komisch wirkt. Schlimmer ist nur noch die infame Abzocke mit dem 3D Ticket! Während die Animationen an sich gut sind, ist ein 3D Effekt schlichtweg erstunken und erlogen.

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