Die 00er Jahre: Die vergessendsten Alben des Jahrzehnts III

Dieses Mal mit einem frischen Soul und Hip Hop Hybriden, antipodischem Avantgarde-Pop, dem letzten großen Werk eines 90er Alternative Rock Titanen, melancholischem Art Rock, breitschultrigem US-Rap und skandinavischem Melodic Death Metal.

Common – Like Water for Chocolate

(2000)

Der am Anfang der 00er Jahre sehr populäre New Soul wirkte sich auch auf Hip Hop aus. Bands und Künstler wie Talib Kweli und Common gaben dem Hip Hop eine soulige, mitunter fast jazzige Note. Like Water For Chocolate behandelt in einigen Bereichen ernste Themen wie Rassentrennung  und ist in seinem relaxten Groove ein starkes Gegestück zu dem immer lauter und prolliger werdenden Mainstream Hip Hop.

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Xiu Xiu – Fabulous Muscles

(2004)

Die Musik Xius Xius stellt so etwas wie die Antithese zu jeglichem Folkpop dar. Die Band mit dem exzentrischen Sänger Jamie Stewart spielt eine komplexe Mischung aus Experimental, Avantgarde und schrägem Antifolk, die in ihrem depressiven, kratzbürstigen Zynismus mitunter schwer zu ertragen ist.  Seicht funktioniert jedenfalls anders. Stattdessen gibt es vertrackte Electronica-Momente, disharmonische Interludes und disharmonischen Weltschmerz. Ab dem grandiosen “Fabulous Muscles” öffnete sich die von Kritikern geliebten, vom Publikum viel zu wenig beachetete Band zumindest ein wenig in Richtung eingängiger Popstrukturen und generierten dadurch ein Album, das geschickt zwischen eingängigem, depressiven Anti-Folk und konfusem, andersartigem Elektro pendelt. Eine äußerst spezielle Platte, der es nur zu wünschen wäre, mehr Aufmerksamkeit zu erhalten.

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The Smashing Pumpkins – Machina/ The Machines of God

(2000)

Die Smashing Pumpkins gehörem ohne Frage zu den ganz großen Bands der Neunziger. Es war die Zeit als Billy Corgan zwischen Brötchen schmieren und Kaffee trinken mal eben eine geniale Songidee nach der anderen abwarf und die Schwelle zwischen Genie und Vollpfosten immerhin noch erkennbar schien. Machina zeigte zwar schon die Tendenz zu einem Abwärtstrend und leichte Ermüdungerscheinungen, hat aber auch unerreichte Klassiker wie “Try Try Try” und “Stand Inside Your Love” zu bieten.  Es sollte das Abschiedsalbum der Pumpkins in Originalbesetzung  und leider nicht das Ende von Corgans folgenden musikalischen Fehltritten sein.

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Hope of the states – The lost Riots

(2004)

Pathetisches von der Insel. Die mittlerweile leider nicht mehr existente Band “Hope of the states” spielt auf ihrem 2004 veröffentlichten Debüt eine höchst interessante Mischung aus Brit Pop mit dickem The Verve Einschlag, Postrock der vorsichtig zu Aereogramme schielt, und melancholischem Artrock, der in der Form auch von Dredg oder Blackfield stammen könnte. Epische Gitarrenläufe, atmosphärische Soundlandschaften, ausufernde Spannungsbögen und pathetische, emotionale Ausbrüche kennzeichnen die Eckdaten des runden, in sich stimmigen Soundgerüstes. Dazu gesellt sich die zwar berührende, allerdings viel zu brüchige Stimme Sam Herlihys. Das zusammen gewann zwar 2004 schon keinen Originalitätspreis, weiß aber heute wie damals zu unterhalten. Wer ambitionierten, tiefgründigen und dennoch eingängigen Rock mag, sollte zugreifen.

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Jay-Z – The Blueprint

(2001)

Die Karriere von Jay-Z befand sich ein wenig im Schlingern. Nach dem Megaerfolg von “Vol. 2 : Hard Knock Life” folgten gute, aber nicht auf Albumlänge überzeugende Alben. Zudem legte sich Jay-Z zunehmend ein Pimp Image zurecht, was zwar derzeit im Trend lag aber den ehemaligen Producer-Gott nahezu gewöhnlich erscheinen ließ. Zum Glück besonn er sich auf The Blueprint auf die Wurzeln seines Debutalbums und verband Funk, Soul und frische Beats zu einem Klassiker der 00er Jahre und stieg endgültig zum Mogul des Rap auf.

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Soilwork – A predators portrait

(2001)

Schon im letzten Rückblick haben wir auf den Göteborg-Sound in Zusammenhang mit In Flames verwiesen. Auch die schwedische – eigentlich aus Helsingborg stammende – Band Soilwork spielt einen ähnlichen melodischen Death Metal Sound, geht dabei aber ein gutes Stück progressiver und vertrackter vor. Ihre Stücke sind knallharte Metalcollagen, angereichert mit hymnischen, melodischen Momenten und eingängigen Hooklines. Das ganze ist dann sowohl straight forward als auch angenehm alternativ und experimentierfreudig. Einer der interessantesten und besten Vertreter der Göteborg-Riege.

–> Teil 1

–> Teil 2

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