Animated Short der Woche: Rejected

Wirkt zuerst nur wie eine (sinn)lose Zusammenstellung schräger, schwarzhumoriger, surrealer, makaberer, morbider – manchmal auch geschmackloser – Trickfilm-Commercials. Aber es lohnt sich, bis zum Ende dran zu bleiben. Denn das hat es in sich…

Rejected (USA 2000)

Drehbuch, Animation, Produktion: Don Hertzfeld

Synchronisation: Robert May, Jennifer Nyholm, Don Hertzfeld

Laufzeit: 9 Minuten

http://www.bitterfilms.com/rejected.html

***Achtung, Spoilerfashion!*** Das Spoilt-Shirt von Olly Moss

Es ist keine Frage, dass Fashion, Mode, Lifestyle ebenfalls in den kulturellen Bereich fallen. Trotzdem spielen sie bei uns eher eine untergeordnete Rolle. Dennoch wollen wir euch dieses kleine Schmuckstück von Olly Moss nicht vorenthalten. Das modische Shirt enthält in Text und Symbol die wichtigsten Spoiler der Filmgeschichte. Der Schlitten von Citizen Kane darf ebenso wenig fehlen wie die tatsächliche Identität Keyser Sozes, sowie der Status des Seelenklempners Bruce Willis in The sixth sense. Wer der Menschheit schon immer mal mitteilen wollte, dass Darth Vader Lukes Vater ist, dass Charleton Heston die ganze Zeit auf der Erde war und das Soylent Green aus Menschenfleisch besteht, sollte hier zugreifen… Aber Obacht. Man könnte sich damit auch sehr schnell unbeliebt machen.

http://www.threadless.com/product/844/Spoilt#top

Wenn zwei verjunkte Künstler aufeinander treffen. William S. Burroughs und Kurt Cobain: „The priest, they called him“

Ein namenloser Junkie, den alle „den Priester“ nennen, gibt in einem Akt der Wohltätigkeit, einem jungen, verkrüppelten Junkie, der im Entzug liegt, sein letztes, halbes Gramm Heroin und stirbt dann.

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Kultfilme, volle Fahrt voraus?

Auch 2010 hoffen die Produzenten und Filmstudios mit ganz speziellen Nischen-Filmen wieder eine Menge Staub aufzuwirbeln. Ob mit überzeichneter Gewalt, verrückten Geschichten, einer vertrackten Erzählweise, coolen Charakteren oder einfach durchgeknallten Szenarien. Seit den Erfolgen Quentin Tarantinos in den 90er Jahren wird bei jedem kruden, coolen, andersartigen Release auf raumübergreifende Mund-zu-Mund-Progpaganda gehofft. Immerhin verspricht das Label Kultfilm nicht nur erhöhte Credibility bei den Fans sondern darüber hinaus satte Einspielergebnisse und mittlerweile sogar Chancen auf begehrte Auszeichnungen. Seite360 wagt einen Blick auf kommende Highlights und klopft sie auf ihr Kultfilmpotential ab.

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Kurzfilm der Woche: I’m Here (Spike Jonze)

Leider ist die Roboter-Romanze von Spike Jonze nur alle zwei Stunden als Stream auf der filmeigenen Homepage verfügbar (mit begrenzten Sitzplätzen). Aber es lohnt sich:

I’m Here (USA 2010)

Drehbuch & Regie: Spike Jonze

Darsteller: Andrew Garfield, Sienna Guillory

Dauer: 30 Minuten

–> Zum Film

Melodie als Option – The Dillinger Escape Plans neustes Album "Option Paralysis"

Es ist nichts neues, dass bei Dillinger Escape Plan das Chaos Methode hat. Es ist aber auch nichts neues, dass diese Methode von Album zu Album nicht nur verfeinert wurde sondern mit der Zeit auch immer weitere Nuancen dazugewonnen hat. Spätestens seit Miss Machine spielen die Avantgarde Metaler aus New Jersey weitaus mehr als den brutalen Chaoscore der Anfangstage, für den sie so berühmt und berüchtigt waren. Mathematik ist hinzugekommen, die Zusammenarbeit mit Multitalent Mike Patton (Faith No More, Fantomas) hat ebenfalls ihre Spuren hinterlassen und hin und wieder durfte sogar eine Form von pervertiertem Pop in den letzten Alben vorbeischauen. Dem Konzept von Chaos und dessen Filterung, von Krach und dessen Aufweichung, halten DEP auch auf ihrer nun erscheinenden gerade mal vierten Langspielplatte (der immerhin fünf EPs gegenüberstehen) die Treue.

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Gesuchtes und Gefundenes – Rezension zu Siegfried Lenz’ "Fundbüro" (2003)

Dank seines Romans „Deutschstunde“ zählt Siegfried Lenz mit zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. In einer nie moralisierenden, aber ethisch trotzdem konkreten Erzählweise setzte er sich oft explizit mit den Folgen des Nationalsozialismus und der Problematik der Konformität und Uniformität in der Bundesrepublik nach 1945 auseinander. Und trotz dieses immens wichtigen Beitrages zur Vergangenheitsbewältigung sind es keineswegs die großen Romane, die ihn so besonders machen: Nein, es sind die kleinen Erzählungen und Novellen, die alltäglichen Beobachtungen und Anekdoten, die nur scheinbar trivial sind, und in Wirklichkeit tief hinab in die Ängste und Sorgen der Menschen blicken lassen. In diesen Geschichten gelingt es Lenz immer, gesellschaftliche Probleme zu thematisieren, jedoch nie mit dem Blick des Zynikers oder gnadenlosen Realisten, stattdessen mit viel Herzenswärme, Sympathie für alle seine Figuren und einer großen Portion Hoffnung, die jedem seiner kleineren, zurückhaltenden Werke immanent ist. Und eben genau in diese Sparte fällt auch der 2003 veröffentlichte Roman „Fundbüro“.

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Klassiker des selbstreflexiven Kinos – Klappe die Fünfte: Francois Truffauts „Die amerikanische Nacht” (1973)

Francois Truffaut gehörte schon immer zu den Leichtgewichten der Nouvelle Vague. Wenn ein Louis Malle bei „Die Liebenden“ eine Dreiecksbeziehung in eine schwere Tragödie münden und am Ende die wahre Liebe in einem pathetischen Ausklang gewinnen lässt, inszeniert Truffaut seine Menage a Trois in „Jules und Jim“ als leichtfüßige Tragikomödie mit viel Savoir Vivre. Wo bei Jean-Luc Godard sich surreale Phantastereien ihren Weg bahnen und das Kino gar für tot erklärt wird, da macht Truffaut keinen Hehl aus seiner Begeisterung für amerikanische Vorbilder und generiert liebevolle Komödien wie „Schießen sie auf den Pianisten“ und Appelle an die Menschlichkeit wie „Der Wolfsjunge“ . Truffaut ist das warmherzige Epizentrum des avantgardistischen Kinos aus Frankreich… und dann gibt es auch noch „Die amerikanische Nacht“, den selbstreflexiven, leichtfüßigen Kontrapunkt zu Godards „Le meprís“ und eine Liebeserklärung an das Kino und seine Schaffenden an und für sich.

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Introducing…Peggy Sue

Peggy Sue? Diese 80er Klamotte, in der immerhin die Feelies einen Cameo Aufritt hatten? Nö, dafür zwei bezaubernde Ladies die mir doch wieder den Glauben zurück geben, daß es in dem von zotteligen Barträgern überwucherten Genre mehr als Möchtegern-Dylans oder fett produzierte Lagerfeuermusik gibt.  Rosa Rex und Katy Klaw schaffen immerhin einen interessanten Bluesdrive in ihre Songs zu geben, die in ihren dunklen und mysteriösen Rauchigkeit an die American Recordings von Johnny Cash  oder das Unplugged Album von Nirvana erinnern. Ein kleines Folk/Blues -Juwel. weiterlesen

Avatar II – My big fat Pandora versus the deathly hallows striking back at Muriel’s lethal Weapon: Reloaded!

Eigentlich wollte ich mir ja bezüglich Avatar-Lästereien selbst einen Maulkorb verpassen. Aber dieser satirische Trailer parodiert nicht nur gekonnt den Cameron’schen Größenwahn, sondern beweist  darüber hinaus in einigen Szenen eindrucksvoll, dass Avatar ohne CGI-Leuchtlandschaften und Motion Capturing vielleicht sogar besser ausgesehen hätte… Lustig ist er allemal.

Gefunden bei den fünf Filmfreunden

Rattisches, allzu Rattisches – Rezension zu Sam Savages „Firmin – Ein Rattenleben“ (2008)

Erinnert ihr euch an Remy, die sympathische Ratte aus Pixars Ratatouille? Der kleine Nager war mit erstaunlichen Fähigkeiten gesegnet. Er konnte hervorragend kochen, verstand die Menschen und die menschlichen Bedürfnisse und schließlich gelang es ihm sogar mit einem Menschen Kontakt aufzunehmen, mit ihm zu kommunizieren und ihm zu helfen. Mit seinem 200seitigen Roman „Firmin – Ein Rattenleben“ liefert der amerikanische Autor Sam Savage den genauen Gegenentwurf zu dieser niedlichen und unrealistischen Geschichte.

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Berlin Friedrichshain – Who's still awake? >

“Was braucht der alte Mensch denn schon? Das Tageslicht wird dunkler, die Schatten werden heller, die Nacht ist nicht mehr zum Schlafen, die Wege verkürzen sich. Nur noch zwei, drei Wege, zuletzt einer.”

(Johannes Bobrowski)

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Klassiker des selbstreflexiven Kinos – Klappe die Vierte: Jean-Luc Godards „Week End" (1967)

Godards Week End (eines der wenigen Anglizismen im Französischen) ist zweifellos ein gewagtes Experiment der Geschichte des erzählenden Kinos. In erster Linie ist Week End ein filmisches, kaputtes Etwas. Es gibt wenige selbstreferenzielle Elemente und man könnte meinen, dass Selbstreflexivität nicht im Vordergrund steht. In Wahrheit aber ist dieser Film auf einer poetisch-avantgardistischen Ebene durchaus selbstreflexiv. Godard untersucht hier nicht den Film, sondern stellt die Frage nach dem Sinn von Filmkunst in der zerstörerischen und ausbeuterischen Kapitalgesellschaft der westlich zivilisierten Welt.

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Ellie Goulding – Rezension zum Album "Lights" (UK-Import)

Erinnert sich noch jemand an Sophie Ellis Bextor? Die war mal Anfang der 00Jahre eine große Nummer, als sie Northern Soul mit leichten Electro Pop Einflüssen vermengte und kurz zum Darling der englischen Musikszene aufstieg. Die ist mittlerweile auch in die Jahre gekommen und hat seit ihren Minutes of Fame auch keinen weiteren Erfolg mehr für sich verbuchen können. Ellie Goulding, gerade mal 21, wünscht man sich eine erfolgreichere Karriere in dem schnelllebigen Business, das in immer kürzeren Zyklen seine Stars nach oben befördert und erbarmungslos wieder fallen lässt.

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