Es hätte alles so schön werden können. Eine Menge Vorablob seitens der amerikanischen Filmkritiker und eine 9/10 Wertung bei Filmstarts die auf einen großen Kinoabend hoffen ließ. Warum nun alles anders gekommen ist? Weil dieser filmische Windbeutel grundsätzlich nur mit heißer Luft gefüllt wurde und auch ein erschreckend unterforderter George Clooney hier nur der optische Zuckerguss für seine weiblichen oder homosexuellen Fans bleibt. Selbst in frühen Emergency Room Jahren dürfte die Anforderung an den mittlerweile respektierten Regisseur und gereiften Schauspieler größer gewesen sein als in dieser 120 minütigen Komödie, in der einem nur die wirklich grandiosen Kamerafahrten und der ätherische Folk und zum Thema passenden Soundtrack von u.a. Elliott Smith in Erinnerung bleiben.
Zwischen umwerfenden Luftaufnahmen von amerikanischen Großstädten hat man kurz noch eine Geschichte gewebt, die so unglaubwürdig wie abgenutzt wirkt: Ryan Bingham ist gut in seinem Job als Outsourcer und genießt sämtliche Animositäten und finanziellen Vorteile als Vielflieger und gut betuchter Frauenheld. Er wird beauftragt zu Firmen zu fliegen und deren Mitarbeitern möglichst eloquent und charmant mitzuteilen, daß man sie so eben gefeuert hat und nun eine anderes Leben mit neuen Möglichkeiten auf sie wartet. Womit man dieses “neue Leben” überhaupt finanzieren soll und welche Dramen dahinter stecken interessiert nur die Betroffenen selber.
Es läuft trotz dieser täglich erlebten Tragödien-Jobs alles geordnet für Ryan, zumindest bis zu dem Tag als als ihm eine junge Kollegin (Anna Kendrick) an die Seite gestellt wird, die Kündigungen möglichst schnell und unpersönlich über Videokonferenzen regeln möchte, anstatt teuer bezahlte Flüge zu bezahlen und längere Gespräche mit den Mitarbeitern zu führen. Woraus man hier eine durchaus interessante Kapitalismuskritik hätte entwickeln können, entwickelt sich schnell zu einem lauen Lüftchen, als Gigolo Ryan plötzlich seiner Gefühle zu einer Affäre Alex (Vera Farmiga) klar wird und durch die Heirat seiner Schwester anfängt über sein bisheriges Leben nachzudenken.
Wem hier gerade schon die Füsse eingeschlafen sind, dem dürfte bei diesem mauen “Thank You for Smoking”-Aufguss endgültig die Augen zufallen. “Up In The Air” ist einfach nur ärgerlich und nervt den Zuschauer mit platten Dialogen und einem unglaubwürdigem Drehbuch. Clooney bekommt zudem nicht den nötigen Raum seine Figur über einen alternden Playboy in seiner Midlife Crisis hinaus zu befördern und spult nur ein Standard-Programm ab. Hinzu kommen die uncharismatischen Schauspielerinnen, deren blasse Filmcharakter aus dem direkten Umfeld von Carrie, Samantha und sämtlichen oberflächlichen It-Girls des Sex & City Universum stammen könnten. Das dies eventuell so gewollt ist und die Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft darstellen soll, kann sich jeder Küchenpsychologe selber zusammen reimen, nur bevor hier überhaupt eine Fallhöhe und Spannungskurve nach oben erreicht werden kann endet diese filmische Luftnummer mit einer schmalzigen und peinlichen Schlusssequenz, die gerne das Ende von American Beauty wäre, welche aber noch nicht mal Sandra Bullock für ihren nächsten Schmalzfilm verwenden würde. Jason Reitman, bisher Garant für nette Indiekomödien, hat sich hier sichtlich überschätzt und wer nach den Wolken greift verliert schnell den Boden unter den Füßen.

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Alles richtig