Blut, Sommer und Tränen – Hurts EP vs. The Drums EP

Hurts und The Drums hatten wir hier ja schon mehrfach in Zusammenhang mit unserem Band-Watchout und dem der BBC erwähnt. Nun wird es also so langsam ernst und wir werden schauen ob die Hoffnungen und Vorschusslorbeeren berechtigt waren.

HURTS  Wonderful Life  E.P.

Wonderful Life ist auch auf der E.P ein großartiger Song, den selbst der notorische Remix nicht wirklich kaputt machen kann. Wo man allerdings bei diesem gelungen Mix aus opulenten Spandau Ballet und kühlem Depeche Mode Sound vermuten konnte, dass Hurts die Essenz des 80er Electropop begriffen haben, wird einem bei dem unsäglichen “Blood, Tears and Gold” nahezu schwarz vor Augen. weiterlesen

Alice through the years…>

Tim Burton befindet sich in guter Gesellschaft: Egal ob als Stummfilm, als Disney Zeichentrickfilmklassiker, als Broadway-Musical mit Meryl Streep, als psychedelischer Drogentrip Jefferson Airplanes, als verstörender Stop-Motion-Alptraum, als skurriler Anime, als melancholische Reise einer gealterten 80Jährigen, als buntes kindgerechtes Sesamstraßenmärchen, als Textadventure, als Horror-Videogameadaption, als Vorlage für postmoderne Collagekunst Sigmar Polkes oder gar als frivoler 70er Jahre Porno. Die Reihe an Alice-Adaptionen, Variationen und Neuinterpretationen ist unendlich lang.

Eine kleine, unvollständige Retrospektive…

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Eurodance – Ein Manifest für das Vergessen

Bei uns hieß es immer Kirmesmusik – bzw. Kärwemusik im soliden saarländischen Dialekt. Gerade mal zehn Jahre alt war ich, als SNAPS! Rhythm is a dancer 1992 erschien und dank des Einflusses meines großen Bruders interessierte ich mich eher für die Seattler Rockszene und 80er Jahre Metalhelden als für den glatt polierten Elektrosound, der direkt vor unserer Haustür fabriziert wurde. Aber irgendwie konnte ich mich dem Ganzen dann doch nicht so richtig entziehen. Der Dauerbeschallung durch VIVA und MTV sowie dem nicht zu unterschätzenden Einfluss gleichaltriger Freunde sei Dank. Irgendwann kannte ich sie alle, hatte sie hier und dort bei Freunden gehört, durch Zufall auf Viva gesehen und 1995 geschah dann tatsächlich das Unfassbare: Mit E-Rotics Love Affair kaufte ich mir mein erstes (und bis dato letztes) Album der europäischen Elektrofabrik. Davor hatte ich immerhin die ein oder andere Single besessen und zum Geburtstag den Schlumpfen.Techno zum Geschenk erhalten, aber der Kauf dieses Albums – woran mit Sicherheit auch die albernen Comic-Videoclips und zahllosen lyrischen Schlüpfrigkeiten Schuld waren – bedeutete für mich eine Art Statement, ein kurzes Bekenntnis zu dieser Form von Musik, bevor ich durch die Pubertät und durch Grunge, Punk und Metal endgültig geheilt werden sollte…

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Sechs weitere Bücher die unbedingt noch verfilmt werden sollten…

Vieles Literarisches gibt es noch, was auf die große Leinwand gehört. Nach dem ersten vorsichtigen Ausblick nun also weitere sechs Bücher, die verfilmt werden sollten, könnten, müssten und höchstwahrscheinlich demnächt irgendwann ihren Weg in die Filmpaläste dieser Welt finden werden. Dieses mal gibt es teuflische Elixiere von David Lynch,  einen deutschen Kinderbuchklassiker als Anime, Michael Bays Version des ersten Weltkrieges, Euklid im Disneyland, Platon und Jarmusch beim Kaffetrinken sowie ein größenwahnsinniges Eichingerprojekt.

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Die 00erJahre: Die vergessendsten Alben des Jahrzehnts I

Das Jahrzehnt mit der Doppelnull ist vorüber und damit ist es auch für viele Medien, Feuilletons und Einzelpersonen an der Zeit ein Fazit zu ziehen. Was bleibt uns davon erhalten? Was hat sich in den kulturellen Kanon eingeschrieben? Was ist es wert, für folgende Generationen konserviert zu werden? Bei all diesen Kanonisierungen, Best-Of-Listen und Jahrzehnt-Revuen müssen zwangsläufig Alben unter den Tisch fallen. One-Hit-Wonder, Kurzzeithits, letzte Großtaten von sterbenden Bands und Genres… teilweise auch wahre Perlen der musikalischen Landschaft. Rinko Heidrich und Florian Bayer haben sich auf die Suche nach den Alben begeben, die in den zahllosen Best-Of-Listen des vergangenen Jahrzehnts ungerechtfertigterweise keine Rolle mehr spielen. Alben, die bei Erscheinen begeistert rezipiert und dann doch wieder vergessen wurden, Alben die zu Unrecht der gnadenlosen Kritik der Musikpresse zum Opfer fielen, aber auch Alben, denen in den letzten zehn Jahren zu keinem Zeitpunkt die Aufmerksamkeit zu Teil wurde, die sie verdienen. Hier unser Ergebnis: Eine kleine Serie mit den zur Zeit vergessendsten, missverstandendsten und ungerechtest behandelten Alben der letzten Dekade…

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Sechs Bücher, die unbedingt noch verfilmt werden sollten…

Sherlock Holmes, Das Bildnis des Dorian Gray, In meinem Himmel… das Kinojahr 2010 beginnt wie schon viele Jahre zuvor mit einer ganzen Reihe an Bestseller- und Klassikerverfilmungen. Das Filmgeschäft liebt seine literarischen Vorlagen, pflegt sie und verwertet sie in regelmäßigen Abständen neu. So ist Robert Downey Jr. auch nur einer von unzähligen Darstellern, die bereits in die Rolle von Sir Conan Arthur Doyles Meisterdetektiv schlüpfen durften (Peter O’Toole, Rupert Everett, Michael Caine, Basil Rathboone… um nur die bekanntesten zu nennen) . Auch Dorian Gray ist in seiner Emogothic-Version nicht die erste Adaption von Oscar Wildes Klassiker. Umso erstaunlicher scheint es, das einige Romane, Erzählungen, Dramen und sonstige Schriftstücke noch keinen Weg auf die Leinwand gefunden haben. Die Literaturlandschaft gibt doch so viel mehr her als Thomas Mann, Edgar Allen Poe und Stephen King, so viel mehr, was es wert ist, seinen Weg in die Filmpaläste zu finden. Daher an dieser Stelle eine kleine Wunschliste, eine Vorhersage von möglichen Verfilmungen diverser Schriftstücke, wie sie demnächst auf uns zukommen könnten… gelungen, misslungen, kurios oder einfach nur folgerichtig… Wie werden sie wohl aussehen?

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Traumhochzeit – Eine Rezension zu Broken Social Scene – s/t (2005)

Wir schreiben das Jahr 2005… So unterschiedlich die beiden Genres auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Sowohl Postrock als auch Indiepop stecken in einer selbst eingebrockten Krise. Während der Indie-Pop sich in kassenträchtige UK-Retro-garage-Rock-Hypes auf der einen Seite und seichte Pop-Boote auf der anderen Seite splittet und dabei jede Innovation vermissen lässt, dümpelt der Postrock im Fahrwasser von unzähligen „Godspeed! You Black Emperor“-Klonen und hilflosen Ambient-Verbrechern, die dem ehemals subversiven Genre einen starken Anstrich von biedermeierschem Konservatismus geben. Da liegt es natürlich nahe, beiden Genres einen Nachruf zu schreiben, sich epitaphischem Wehleiden hinzugeben und eine allgemeine düster, pessimistische Kunstapokalypse heraufzubeschwören. Ausgerechnet Broken Social Scene, das auf mittlerweile zehn Mitglieder angewachsene Künstlerkollektiv, gestartet als Postrock-Projekt mit Tortoise-Anleihen (Feel good lost) und einen Abstecher in trockenen Rock hinter sich habend, geht den genau entgegen gesetzten Weg. Auf dem Opus Magnum der Band, dem berüchtigten Selftitled-Album feierten sie 2005 in elegischen, bunt zusammen gewürfelten, wild ekstatischen Tönen die Wiederauferstehung zweier Genres aus ihrem Dornröschenschlaf und deren innigste Vereinigung.

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Intertextuelles Plagiatspanorama – Die endgültig allerletzte Meinung zu Helene Hegemann

(von Florian Bayer)

Dieser Text ist ein Plagiat! Dieser Text ist nicht selbst geschrieben. Er ist ein intertextuelles Panorama. Er enthält ohne genaue Quellenangaben Textschnipsel, Sätze und ganze Absätze von folgenden Autoren und Institutionen: DPA, Daniel Haas, David Hugendick, Pulp Fiction, Tocotronic, Louis Borges, Peter Kordt, Bob Dylan, Deef Pirmasens, Florian Bayer, die Gefühlskonserve, Ursula März, Jaques Derrida, Johann Wolfgang von Goethe, Jürgen Graf, BILD, Airen, FAZ, Gelnhäuser Tagesblatt, Christof Kerkmann, Die Zeit, Spiegel, Miguel de Unamuno, Christoph Menke, Stern, evangelisch.de, Dirk von Lowtzow, Helene Hegemann, wikipedia.de, Burghart Schmidt und Friedrich Schiller.

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Liam Gallagher >

Was könnte man hier alles an Videomaterial über den charismatischen Spacken bringen. Seit gestern ist die eh schon unendlich lange Liste wieder um eine  lustige Anektode reicher.

Eigentlich sollte Liam den BritAward für “Das beste britische  Album der letzten 30 Jahre ” entgegen nehmen.  Wie man einen  dermaßen bescheuerten Preis würdigt, mal kurz klarstellt wo man Oasis in der Historie einzuorden hat und einen Fan zum glücklichsten und wohl bald reichen Menschen macht, seht ihr hier:

Japandroids – Live in Köln, Luxor, 08.02.2010

WUAAAAAA LUXOR VERDAMMT NOCHMAL *Fiepgeräusche aus den MonitorBoxen* Entschuldigung, aber das musste einfach mal sein. Während noch die Feedbackgeräusche durch die Gegend surren und ich aus lauter Frust noch das Drumkit zerlege, denke ich an gestern abend zurück. weiterlesen

"Geiles Buch, Hammeralbum, Scheiß Film!" – Subjektivität und Objektivität in der Bewertung von Kunstwerken

Es ist immer wieder die selbe Leier: Egal ob Film- Musik- oder Literaturkritik, die Frage nach der objektiven Klasse eines Kunstwerks schwebt drohend im Raum. Wie ein Damoklesschwert hängt sie über dem Medium der Kritik und immer wenn man glaubt endlich in der Postpostmoderne angekommen zu sein, wo alles relativ, subjektiv und rezipientenabhängig ist, kommt irgendjemand daher und sticht gnadenlos mit dem Objektivitätsschwert zu. Wenn man Staubsauger, Mikrowellen und Plasmafernseher objektiv bewerten kann, indem man Emissionen, Bildwiederholungsraten und physikalische Leistung misst, wieso dann auch nicht Kunstwerke? Immerhin besteht die ganze abendländische Tradition der Kunstrezeption in der Suche nach dem objektiven Qualitätsmerkmal: das Gute, das Schöne und das Wahre, Kunst mal als Natur – x, mal als Natur + x, mal als Supranaturalismus aber immer Kunst mit dem Anspruch die objektiv richtige Kunst zu sein. Und darüber will sich das 21. Jahrhundert tatsächlich erheben? Plötzlich heißt es: Subjektivismus, jede Kritik ist subjektiv, jedes Werturteil rezipientenabhängig, jeder Geschmack hat seine Berechtigung und so weiter und so fort. Die Subjektivität hat Einzug in die Ästhetik gefunden und das Damoklesschwert des Objektiven wird stumpfer und stumpfer. Jeder ist nun Kritiker, jeder hat sein eigenes Urteil, seine eigene Meinung, die ihm viel wert ist und die professionelle Kritik – wenn es denn jemals so etwas gab – verliert immer weiter an Boden.

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Die 100 Alben des Jahrzehnts der User von Plattentests.de (Top 10)

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Die 100 Alben des Jahrzehnts der User von Plattentests.de (Plätze 50 – 11)

Samstag Abend hat Quertz die Top50 00er Alben der Plattentests-Leser veröffentlicht. Wie schon bei den Plätzen 200 – 101 und 100 – 51 wollen wir euch an dieser Stelle das Ergebnis nicht vorenthalten, da es sich bei Plattentests.de um eine der wichtigsten (wenn nicht gar die wichtigste) Online-Musikzeitschriften im deutschsprachigen Raum handelt.

Dieses Mal ohne große Vorrede, die beliebtesten Alben der 00er Jahre, gewählt von über 100 Plattentestslesern:

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My so called Life – Reminiszenz an eine Serie (Teil 1)

Nachdem das neue Jahrtausend sein erstes Jahrzehnt sicher hinter sich gebracht hat, und die 70er und 80er Jahre Retrowellen spurlos an seinen Bewohnern vorübergegangen sind, haben auch endlich die Kinder und vor allem Jugendlichen der 90er das Recht ihre ganz eigenen nostalgischen Gefühle auszuleben. Immerhin hatte dieses Jahrzehnt einiges zu bieten, was zum Lachen, staunen aber auch zum Schämen einlädt: Deutschland wird Fußballweltmeister, Kurt Cobain wird vom radikalen Außenseiter zum MTV-Star und nimmt sich kurz darauf das Leben, dumpfe, schnelle Beats und geklonte Melodien beschallen Autoscooter und Liebesparaden und das private Fernsehen erlebt glorreiche Blütezeiten kurz vor seinem schmerzhaften Ausbluten durch die neuen Möglichkeiten des Internets. Gerade in den 90ern wurde die Jugend als Zielgruppe für unzählige TV-Formate entdeckt und entsprechend gefüttert. Dank des MTV/VIVA-Booms öffnete sich die gesamte private (und auch öffentlichrechtliche) TV-Macherriege für die Zahnspangenträger und Marlboro Menthol Raucher.

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