Rezension zu Ruben Fleischers Horror-Komödie "Zombieland"

Zombies und kein Ende. Die irgendwie liebenswürdige tolpatschigen Untoten und ihre bleichen Freunde, die Vampire, werde von jeder Generation aufs Neue entdeckt. Wo Vampire allerdings immer mehr der die androgynen Schönlinge und Jungfrauen wieder Willen geben, lassen es Zombies so richtig krachen und laufen dumm aber glücklich durch die Gegend. Wahrscheinlich weil Zombies sich gerade durch diese  Eigenschaft kaum von der breiten Masse unterscheiden eignen sie sich besonders gut für sozialkritische Untertöne, wie in den letzten Filmen von Romero.

Zombieland hingegen lässt zwar die auch die Zombies tanzen, aber setzt deutlich mehr auf den trashigen Komödien-Faktor. Direkt zu Anfang werden einem die wichtigsten Regeln zum Überleben während einer Zombie Pandemie erklärt. Eine davon ist es auf dem Klo immer eine Waffe bereit zu halten, da sich die untoten Kreaturen gerade dort bevorzugt ihre Beute holen. Eine bedeutender Nachteil für den an Reizdram-Syndrom leidenden College Trampel Columbus , der sich aber wegen der strikten Einhaltungen der eingangs erwähnten  Survival Taktiken bisher gut geschlagen hat und nur noch auf dem schnellsten Wege zurück zu seiner Familie in den Westen der USA möchte.

Auf dem Weg dorthin trifft er den Vorzeige Red Neck Tallahassee, perfekt dargestellt von Hollywoods Vorzeige-Freak Woody Harrelson, der nach langer Durstrecke wieder Fuß in Hollywood fast und in seiner Paraderolle als knurriger Exzentriker alles richtig macht. Weil Bad Boys wie Tallahasee allerdings in Zeiten von Gender Mainstreaming nur noch als Satire ihrer selbst  taugen gibt es  zeitgemäßg gleich zwei rotzfreche Gören als Konterpart. Die beiden Schwestern Wichita und Little Rock führen den naiven Studenten und den vermeintlichen Bad Boy ein ums andere Mal hinters Licht und zeigen mal wieder eindrucksvoll, dass der Geschlechterkrieg der wahre Horror für Männer heutzutage ist.

Das ist am Anfang noch lustig anzuschauen, wird aber mit ständiger Wiederholung langweilig und auch sonst ist die Storyline  ziemlich dünn geraten. Zudem hat Zombieland auch die nicht die hohe Gagdichte von Shaun of the Dead, woran leider auch ein brüllend komischer  Kultauftritt von Billy Murray nicht viel ändert. Ein paar Kniffe oder Twists hätten dem Film gut getan als die ewige „Männer sind so, Frauen anders“-Klischeereiterei.

Aber abgesehen von erzählerischen Schwächen ist Ruben Fleischer eine launige Horrorkomödie gelungen, die allerdings trotz bestens aufgelegter Hauptdarsteller ihr Potential nicht ausschöpft und sich dank mangelnder Konkurrenz immerhin direkt hinter Shaun of The Dead platzieren kann.