Weezer – Neues Album Raditude

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Wie lange ist das eigentlich schon her, dass Weezer ein richtig gutes Album geschrieben haben? Die älteren Leser erinnern sich eventuell noch an das großartige blaue Album mit Klassikern wie Buddy Holly und Say it ain`t so und dem nicht minder genialen Nachfolger Pinkerton, der allerdings nicht den Massengeschmack traf und Sänger Rivers Cuomo in eine jahrelange Kreativpause riss, die mit dem grünen Album beendet schien und wieder fröhliche Mitschnipps Nummern anzubieten hatte. Leider war es nur ein kurzes Aufflackern eines ehemals genialen Songwriters, der sein Pulver wohl schon längst verschossen hatte.

Aber vielleicht haben wir alles falsch verstanden und sind es nicht eher die von Kritikern ungeliebten The Killers und Muse, die derzeit mal wieder mit ihrem grotesken Giga-Pop  sämtliche Arenen direkt ausverkaufen? Der Schmerz über die Nichtachtung von Pinkerton muss so tief sitzen, dass Rivers schon seit einigen Alben ins gleiche Horn bläst und jeweils eine Tonnenladung an Songs auffährt, die alle gerne Hits sein möchten und danach schreien, im Radio gespielt zu werden. Auch im Bereich Videoclip wird nicht gerade gekleckert und so spielen Weezer mal in der Playboy Mansion, bei den Muppets oder veräppeln sämtliche Youtube-Stars.

Wo die ebenfalls in den 90ern erfolgreichen Oasis wenigstens ihre “Leck mich am Arsch” Haltung bis zum bitteren Ende durchgezogen und somit wenigstens Würde behalten haben, biedern sich Weezer dem Mainstream wie ein pickliger Nerd an, der gerade die Highschool Schlampe beim Abschlussball flachlegen möchte.

Für Raditude hat man dann auch gleich den schwer angesagten Rapper Lil Wayne an Bord holen können und bietet alles von Hip Hop über Euro-Pop bis Hardrock auf. Raditude ist Musik für besoffene BWLer Studenten und verdient sich das dorftrottelige Etikett „Party-Mucke“ jederzeit. Ab der 1 Promille Grenze darf man dann auch zu Schunkel Rockern wie „The Girl Got Hot“  und „Can`Stop Partying“ die Hosen runter lassen und sich dabei filmen wie man vom Balkon pinkelt, während im Hintergrund die üblichen „Ausziehen“- Rufe durch das Wohnheim schallen.

Der künstlerische Aspekt  scheint Weezer, bis auf ein paar Lichtblicke wie  “The Underdogs”  und “Turn Me Around”, mittlerweile vollkommen egal und  sie möchten auch mal zu den coolen Parties eingeladen werden, wo silikon- brüstige Strip Girls unter lautem Johlen Sahne auf den Körper schmieren und Bier literweise den Rachen und später sonst wo runter läuft. Klingt aber eigentlich doch ein wenig geil, oder ? Gönnen wir also dem kleinen Mann (Herr Cuomo meinte ich … also bitte!) seine Schwanzus Longus Platte und ändern einfach die Information in Itunes von “Indie” auf “Party-Hits”. Löschen kann man diese Songs übrigens auch.

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