"Zurück ins Leben" – Sebastian Deisler und die Aufarbeitung einer Karriere

Als diesen November der Fall Enke das Thema Depression wieder für wenige Tage in die Medienlandschaft Deutschlands drängt, ist es gerade einen Monat her, dass Sebastian Deislers Buch „Zurück ins Leben“ erschienen ist. Sebastian Deisler, einer der wenigen Fälle von Depressionen im Spitzenfußball, die öffentlich diskutiert wurden. Im Jahr 2003 begibt er sich in stationäre Behandlung, bekennt sich zu der oft unterschätzten und noch häufiger belächelten Krankheit, im Januar 2007 schließlich beendet er seine Karriere als gebrochener Mann, zieht sich völlig aus der Öffentlichkeit zurück. Nach und nach kämpft er sich zurück ins Leben, in ein Leben abseits der Fußballwelt, mit der er im Laufe der Zeit immer mehr haderte, an der er schließlich zerbrach. Gemeinsam mit dem Sportjournalist Michael Rosentritt arbeitet er seine Vergangenheit in eben dieser Fußballwelt auf, lässt er ein Buch über seine kurze und steile Karriere schreiben. weiterlesen

Rezension zu Roland Emmerichs "2012"

Es musste ja so kommen. Das ganze Brimborium mit Maya-Kalender, Planetenkonstellationen und Weltuntergang war einfach wie geschaffen für Roland Emmerich. Erst pulverisierten Aliens in „Independence Day“ ganze Städte, dann legte Godzilla New York in Schutt und Asche und schließlich raffte ein plötzlicher Klimawandel („The Day After Tomorrow“) mal eben Millionen Menschen dahin. Dass Emmerich nun die ganze Welt untergehen lässt, ist da eigentlich nur der nächste, logische Schritt. Und da „2012“ eben genau in der Tradition der größenwahnsinnigsten Filme des größenwahnsinnigsten Regisseurs Hollywoods steht, ist es fast schon unnötig zu erwähnen, dass Emmerich sein Erfolgskonzept nur minimal variiert. Bombastszenen hier, wirre Verfolgungsjagden dort und zwischendrin rettet der Versager von Nebenan mal so nebenbei die halbe Menschheit, was aber nur bedingt interessiert, denn viel wichtiger ist, dass er dabei seine zerrüttete Familie wieder zusammenschweißen kann. Am Ende kann dann trotz Milliarden an Toten ein Happy End gefeiert werden. Ein Kunststück, das in der Form wirklich nur Emmerich vollbringt.

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Seite360 empfiehlt: Great Lake Swimmers im Cafe Steinbruch

In der wirklich einzig relevanten Konzertlocation in Duisburg treten heute abend die Great Lake Swimmers auf.

Wikipedia.com fällt folgendes dazu ein:

“The band’s style has been compared to Red House Painters, Nick Drake, Iron & Wine and Neil Young,[3] as well as Will Oldham[4] (Bonnie “Prince” Billy) and Sufjan Stevens.[5] Dekker has said his influences include Gram Parsons and Hank Williams.[6]“

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2010: Die Newcomer – Seite 360 wagt einen Blick in die Zukunft

So weit wie Nokia und Roland Emmerich lehnen wir uns nicht aus dem Fenster und wagen “nur” einen Blick auf das nächste Jahr, daß mit neuen Alben von Hot Chip, MGMT, Interpol und Radiohead einiges an großen Namen und Erwartungen zu bieten hat. In unserem Ausblick stellen wir hier 9 Bands vor, damit ihr im nächsten Jahr nur noch laut gähnen braucht wenn euch eure Kumpels besagte Bands als brandneu verkaufen möchte. weiterlesen

100 Elektroniktracks für die Ewigkeit

In dem Forum von  Plattentests.de findet momentan eine Wahl der “100 besten Elektroniktracks der Ewigkeit” statt.

Wer mitmachen möchte, schicke bitte seine von 01 bis 50 geordnete Liste bis 26.11.2009  an Quadratvogel@web.de, optimalerweise in folgender Form:

01 Artist – Song
02 Artist – Song
03 Artist – Song

(…)

Man darf gespannt sein, ob es nun am Ende Kraftwerk mit dem bahnbrechenden “Wir sind die Roboter” oder doch New Order mit “Blue Monday”  auf Platz 1 sein werden.

Editors – Konzert im Palladium, 12.11.2009

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Draußen, direkt  gegenüber dem Palladium, treffen sich lustig kostümierte Personen und setzen sich rein optisch gar nicht von den Besuchern des Editors-Konzerts ab.  Bei diesem illustren Grüppchen vor dem Eingang  des E-Werks gegenüber handelt es sich allerdings nicht um Jecken, die seit dem Vortag traditionell die närrische Zeit in Köln beginnen, sondern um Fans der Gruppe Europe. Die hatten mal in den 80er einen Haufen Haare auf dem Kopf  und ihren einzigen Hit mit „The Final Countdown“ und zum Glück ist uns  – bei aller sonst üblichen Ausschlachterei sämtlicher Genres -  ein Hair-Metal-Revival bisher erspart geblieben (oder war das schon bei The Darkness?) weiterlesen

The Avett Brothers – Folk hat nun auch seine Boygroup

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War ja nur eine Frage der Zeit bis auch Folk so langsam im Mainstream angelangt. Wo die Jonas Brothers kleine Mädchen reihenweise zu Ohnmachtsanfällen hinreißen, gibt es nun  für die etwas reiferen Damen auch ein Brüderpaar, die beide so  aussehen als wären sie aus dem Holzfäller-Erotik Traum einer Amica Leserin entstiegen. weiterlesen

Tocotronic – Schall und Wahn / mögliche Tourdaten

Heißt es nun “twittert”, “twitpict” oder gar “veröffenlichten das möglicherweise neue Tocotronic-Cover auf Twitter”?  Egal, anscheinend wurde auf dem Twitter Account von Intro zumindest das Promo- Cover des neuen Tocotronic Album “Schall und Wahn” veröffentlicht.  weiterlesen

Owl City – Nr. 1 Electro Pop mit Fireflies und Postal Service Abklatsch ?

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Wie nennt man eigentlich diesen putzigen Synthie-Sound von Passion Pit, MGMT oder Miike Snow ? Fluffy Pop oder doch eher College Pop ? Keine Ahnung, aber “Fireflies” von Owl City ist so ein charmantes Liedchen, dass sich nicht nur anhört wie eine Schlafzimmer Produktion, sondern auch genauso visuell umgesetzt wurde. Das Sänger Adam Young auch noch genauso klingt wie  Ben Gibbard von Death Cab for Cutie ist sicherlich ein weiterer Pluspunkt, böse Zungen sprechen allerdings von einem dreisten The Postal Service Rip-Off. weiterlesen

Rezension zu Bon Jovis Kultalbum der 80er "Slippery When Wet"

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Wir schreiben das Jahr 2040: Geschätzte 70.000 Leiber bringen das baufällige Münchner Olympiastadion fast zum Bersten. Irgendetwas liegt in der Luft und es ist keines dieser heftigen Sommergewitter, die uns im aufgeladenen Treibhausklima für kurze Zeit Linderung verschaffen. Nein, es ist eine fast greifbare Energie. Verträumte Naturen würden mit glänzenden Augen von einer magischen Aura sprechen, die sich über die schwitzende Menschenmenge spannt. Als ich langsam meinen Blick über die vollen Ränge der Arena schweifen lasse, muss ich unwillkürlich schmunzeln. Manche Sachen ändern sich wirklich nie. Immer noch kreischen Frauen aller Altersklassen mit wilden Rockmähnen um die Wette, während ihre „Vokuhila“ – Freunde apathisch mit den Füßen wippend Bier schlürfen. Na gut, bei eingehender Betrachtung kommt man zu der schmerzenden Erkenntnis, dass die jüngeren Altersklassen ziemlich rar geworden sind und dass vom „Vokuhila“ der Lederhosen – Rocker mangels Haupthaar nur noch ein „Hila“ übrig ist. Die Fans sind mit ihrer Band alt geworden. Ehe die Melancholie von mir vollends Besitz ergreift, lenkt ein Trommelwirbel meine Aufmerksamkeit auf die Bühne. Unter tosendem Applaus springen die Mannen um Jon Bongiovi ins Rampenlicht. Wobei „springen“ vielleicht nicht das treffende Wort ist, schleppt sich Saitenartist Sambora doch mühsam zu einem bequemen Sessel, während seine Bandkollegen Tico Torres und David Bryan gar in Rollstühlen zu ihren Instrumenten gebracht werden. Nur der gute Jon tänzelt wie eh und je hüftschwingend auf und ab. Ein bisschen licht sind seine wasserstoffblonden Haare geworden (das viele Färben …), doch sind sie so geschickt geföhnt, dass sie aus der Ferne fast wie die Löwenmähne vergangener Tage wirken. In einem kurzen Lachen blitzen seine blendend – weißen Zähne auf (jetzt ist auch klar, warum alle Fans in den ersten Reihe Sonnenbrillen tragen …) und dann ergreift er das Mikrofon:

„Once upon a time, not so long ago …“

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Rezension zum neuen Bon Jovi Album "The Circle"

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So langsam wird es ernst. 47 Jahre zählt Frontmann John Bongiovi mittlerweile und selbst geschicktes Föhnen kann die kahlen Stellchen am Hinterkopf nicht mehr vollends verdecken. Die Zeiten, in denen Signore Bongiovi nur durch ein Lächeln scharenweise weibliche Teenie-Fans an Land ziehen konnte, scheinen also gezählt. Schlimm ist das jedoch nicht wirklich. Zumindest nicht für die, die sich schon immer vorrangig mit der Musik von Bon Jovi beschäftigt haben. Überhaupt wäre nun so langsam ein guter Zeitpunkt, um das Image des ewig jungen und ewig strahlenden Gute-Laune-Rockers abzulegen und die durchaus vorhandenen Songwriter-Qualitäten vollends auszuspielen. Da Bon Jovi aber im letzten Jahrzehnt die Übervorsicht mehr denn je zur obersten Maxime ihres Schaffens gemacht haben, kann auf diesen Imagewandel wohl noch etwas gewartet werden. Bezeichnenderweise erstickten aufgesetzte Party-Rockklopfer und Billig-Ohrwürmer die guten Ansätze, die das letzte Album „Lost Highway“ zeigte, schon im Ansatz.

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Weezer – Neues Album Raditude

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Wie lange ist das eigentlich schon her, dass Weezer ein richtig gutes Album geschrieben haben? Die älteren Leser erinnern sich eventuell noch an das großartige blaue Album mit Klassikern wie Buddy Holly und Say it ain`t so und dem nicht minder genialen Nachfolger Pinkerton, der allerdings nicht den Massengeschmack traf und Sänger Rivers Cuomo in eine jahrelange Kreativpause riss, die mit dem grünen Album beendet schien und wieder fröhliche Mitschnipps Nummern anzubieten hatte. Leider war es nur ein kurzes Aufflackern eines ehemals genialen Songwriters, der sein Pulver wohl schon längst verschossen hatte. weiterlesen

The Soft Pack – Neuer Song auf Youtube und als Download

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Bevor wir uns ausführlich der neuen Indie-Sensation The Soft Pack widmen,  gibt es nun mal wieder einen Vorgeschmack auf das neue Album. Titel und VÖ leider noch unbekannt, aber eines ist sicher: es wird groß, verdammt groß.

Mp3 Download hier

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Orphan- Rezension zum Horrorfilm von Jaume Collet-Serra

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Auf der Suche nach einem Adoptivkind findet eine kleinbürgerliche Familie, die natürlich ein Haus fern der Zivilisation ihr Heim nennt, ein kleines Mädchen, welches anders aber nicht sonderlich auffallend wirkt. Wer jetzt noch nicht ahnt, wie sich die ganze Geschichte entwickelt und ausgeht, hat entweder die letzten 40 Jahre Horrorgeschichte verpasst oder ist noch zu jung, um schon sämtliche dieser Omen oder der Exorzist Filme jemals angesehen zu haben. Für diese Zielgruppe wurde Jaume Collet-Serras arg durchschnittlicher und sehr vorhersehbarer Film gemacht. weiterlesen