Louise Hires A Contract Killer – Rezension zur schwarzen Komödie aus Frankreich

Louise-Michel

Ganz ehrlich, ein wenig mache ich mir schon Sorgen um den Geisteszustand unserer Nachbarn aus Belgien oder Frankreich. Wie sich eine neue frische Generation wolllüstig dem verstaubten europäischen Komödien-Genre annimmt und es mit einer diebischen Freude dekonstruiert, lässt auf ein schwerwiegendes Trauma in der Kindheit schließen, in der besagter Regisseur wohl mit empathisch und politisch korrekten Disney Filmen geradezu vergewaltigt wurden.

Louise Hires A Contract Killer ist eine bitterböse Kömödie, die dem durchschnittlichen deutschen Kinobesucher, der es ja so gerne vorhersehbar und eindeutig mag, mehr als einmal einen Schlag in die Magengrube verpasst. Dabei beginnt es noch recht harmlos und durchaus den Gesetzen des Genres konform. Irgendwo in einem französischen Kaff wird dank der Vorzüge der Globalisierung ein Werk geschlossen und die Mitarbeiter, Frauen aus der unteren sozialen Schicht, stehen tatsächlich von heute auf morgen auf der Strasse und überlegen sich, was sie mit der Abfindung unternehmen können. Da kreative Vorschläge wie “Nacktkalender” und “Restaurant” scheitern, ist es ausgerechnet die schwerfällige und dümmliche Louise, die den Vorschlag hat , den Übeltäter des Schlamassels mittels eines Auftragskillers erschießen zu lassen. Nachdem der Vorschlag ohne  Murren angenommen wird – leider ein Schwachpunkt in dem leider arg konstruierten Anfang des Films – wird die burschikose Thelma damit beauftragt, einen passenden Killer zu finden. Fündig wird sie in dem (Nicht)-Auftragskiller und ein wenig tuntig wirkenden Michel, der schon mit dem Ausschalten eines kleines Hundes sichtlich überfordert ist und eigentlich komplett den Beruf verpasst hat.

Was sich bis hier noch eigentlich wie eine Parodie auf Auftragskiller-Filme anhört, entwickelt sich zu einer bitterbösen Komödie, die im weiteren Verlauf einiges an skurrilen Momenten zu  bieten hat und bewusst der politischen Korrektheit eins auswischt. Wer schon das Nachstellen des WTC Anschlags – nur einer der WTF ? Momente – eine Geschmacklosigkeit nennt, sollte sich besser einen verträglicheren Film anschauen.

Louise Hires A Contract Killer ist kein Film, der für den Mainstream produziert wurde, was man schon bei bewusst amateurhaften Kameraufnahmen bemerkt, die gerne mal ein Bild schräg darstellen lassen oder während einer Autofahrt aufgrund eines Bremsmanövers das Objektiv nach unten kippen lassen. Allerdings hätten die Macher bei ihrer bewusst zur Schau gestellten Nonkonformität auch mehr Storyline bringen können, so bleibt es bei einer Schauparade für die einzelnen grandiosen Einfälle des Regisseurduos Benoît Delépine und Gustave Kevern.

Trotz allem reiht der Film sich in das neue europäische Kino mit Filmen wie “Die Kunst des negativen Denkens,” “JCVD” oder “Neulich in Belgien” ein und darf Freunden der schwarzen Komödie oder  Leuten mit einem nicht festgefahrenem Humorverständniss ans Herz gelegt werden.

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