Der Fall Heinze

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Tja, was war das nur für eine interessante Woche – vieles ist geschehen, doch hier ist nur Platz für ein Thema, das mich richtig bewegt hat: Der Fall Heinze!

Als am die ersten Berichte über einen Betrugsfall beim NDR erschienen, dachte ich erst, nun gut, wenn die Drehbücher des Gatten Doris` Heinzes doch gut waren, warum sollte sie die nicht einkaufen?! Doch nachdem ich las, dass er die teilweise mangelhaften Bücher unter Pseudonym schreib und sie mithilfe seiner Frau dem Sender unterjubeln ließ, wo andere Autoren den gesamten Plot überarbeiten, bzw. um- oder gar teilweise komplett neu schreiben mussten, begann ich mich leicht aufzuregen. Dass jene Autoren dann für ihre Arbeit nicht einmal die vollen Lorbeeren einheimsen konnten, da neben ihrem Namen der des Pseudonyms veröffentlicht wurde, verärgerte mich um ein weiteres.

Doch der Höhepunkt dieser Affäre war noch lange nicht erreicht; die Zeitungen berichteten über Gelder, die Heinzes Ehemann für nie abgelieferte Drehbücher erhalten hatte, dann folge die Nachricht, dass die Redakteurin und Hauptverantwortliche für den Bereich Fernsehspiele selbst Drehbücher unter Pseudonym eingekauft hatte und für ARD und NDR verfilmen ließ. Ein Skandal, da ihr, in hoher Position stehend, eine deutlich geringere Bezahlung zugestanden hätte als freiberuflich schaffenden Drehbuchautoren, die teilweise über lange Zeit an ihrem Werk schreiben und mit dem Geld ihren Lebensunterhalt für diese Phasen bestreiten müssen –  in der Regel Gelder zwischen 50000 und 100000 Euro, je nach den mitverkauften Rechten an dem Material.

Schon längere Zeit gab es wohl Gerüchte, dass es bei Frau Heinze nicht so ganz sauber und mit rechten Dingen zuging wie es sollte, doch besaß sie solche Macht, die selbst gestandene Männer verstummen und kleinlaut werden ließ – wer die Möglichkeit besitzt, Menschen die gesamte Lebensgrundlage zu entziehen, in dem die Bücher nicht gekauft werden, sollte besser nicht kritisiert werden…

Doch der Hauptpunkt, der mich erzürnen ließ, waren nicht die Betrügereien und die unrechtmäßige Bereicherung (und vor allem die Frage, warum eine Person mit vollem Gehalt und Nebeneinkünften aus regulär vermarkteten Drehbüchern, samt einem Mann mit ebenfalls nicht schlechten Verdiensten, mit dem Geld nicht auskommen konnte, sondern auf kriminelle Art öffentlich-rechtliche Institutionen plünderte! [wenn ich da an mein Konto und meine monatlichen „Einkünfte“ denke…)  NEIN, was mich in Rage brachte war die Idee der ARD, den fertig produzierten Film „Die Freundin meiner Tochter“, dessen Sendetermin bereits feststand, aus dem Programm zu nehmen, weil er unter Heinzes Pseudonym „Marie Funder“ eingekauft wurde – unfassbar, dass die Arbeit der beteiligten Schauspieler und des Stabs weniger Beachtung erfahren als die Unverschämtheit einer geldgierigen Schnepfe! Statt von besagter Frau Heinze das investierte Geld als Strafe und Ausgleich zu fordern, wollen öffentlich-rechtliche Sendeanstalten lieber GEZ-Gelder in den Sand setzen und ein zahlendes Publikum enttäuschen! Wozu werden wir denn zur Kasse gebeten, wenn die Resultate nicht stimmen?!

Der Fall Heinze ist nicht nur das Versagen einer Sendeanstalt, sondern Versagen eines ganzen Systems, denn wenn nur die kleinen Fernsehkonsumenten kontrolliert und überprüft werden, nicht aber die Mächtigen in den Führungsabteilungen, die für die sinn- und verantwortungsvolle Verwendung der Gebühren eingesetzt und bezahlt werden, kann von Gerechtigkeit nicht die Rede sein!

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