Rezension zu Tarantinos "Inglourious Basterds"

Quentin Tarantino hat mit seinen Filmen ja schon so manche Schauspielerkarriere kräftig angekurbelt. John Travolta und Uma Thurman können davon sicher ein Lied singen. Und auch „Inglourious Basterds“ dürfte für einen Darsteller ein enormes Sprungbrett darstellen. Gemeint ist nicht Brad Pitt, der eh schon lange im Olymp weilt und der es abgesehen davon auch gar nicht verdient hätte, für seinen routiniert kühlen Auftritt in „Inglourious Basterds“ größere Lorbeeren zu ernten, sondern der Österreicher Christoph Waltz. Trotz einiger Auszeichnungen (u.a. den „Adolf-Grimme-Preis“) und diverser Rollen in Kino- und Fernsehfilmen wird Waltz für die meisten ein unbeschriebenes Blatt sein, was sich in den kommenden Monaten gewaltig ändern dürfte. Seine Darstellung des „Judenjägers“ Hans Landa hat ihm nicht nur den Preis für den „Besten Darsteller“ bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes eingebracht, sondern schreit auch geradezu nach einer Oscar Nominierung, für die übrigens Kritikerguru Roger Ebert vehement plädiert. Verdient hätte Christoph Waltz eine Nominierung schon allein deswegen, da er den Dreh- und Angelpunkt des neuen Tarantino darstellt. An dieser Stelle wird nun auch deutlich, warum „Inglourious Basterds“ einen eher schwächeren Film im Schaffenswerk von Tarantino darstellt:

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Oasis vor dem Aus ? Festivalauftritt in Paris gecancelt.

Wie oft hat man diese Nachricht eigentlich schon bekannt gegeben? Seit ihren großen Erfolgen in den 90ern bis hin zum letzten mauen Album ist die Geschichte von Oasis durch den andauernden Zwist der Brüder Liam und Noel Gallagher geprägt. Schon 2000 durfte man Oasis nur mit Liam Gallagher am Mikrofon und ohne Noel erleben, dem es mal wieder zu bunt mit seinem Brüderchen wurde und der mitten auf einer Europatour die Band verließ.

Heute abend hätten Oasis eigentlich den Headliner Slot um 22 Uhr auf dem Rock en Seine in Paris spielen sollen. Daraus wird nun nichts mehr. Auf der  Band-Homepage hat Noel Gallagher folgendes Statement verlauten lassen:

“It’s with some sadness and great relief to tell you that I quit Oasis tonight. People will write and say what they like, but I simply could not go on working with Liam a day longer.”Apologies to all the people who bought tickets for the shows in Paris, Konstanz and Milan.”

Als langjähriger Oasis-Fan kann ich nur raten in Ruhe Tee zu trinken und das ständige Gezicke der ewigen Kindsköpfe nicht ernst zu nehmen. Hartgesottene Fans haben schon häufiger plötzliche Konzertabsagen der Britrocker erdulden müssen und es wird auch nicht die letzte Krise der beiden Streithammel. Nur mal ehrlich: War das alles früher nicht wesentlich unterhaltsamer ?

Pukkelpop 2009 – Die Headliner Teil 1

38° als Spitzenwert, 150.000 Zuschauer und trotz ordentlichen Alkoholkomsums keinerlei nennenswerte Zwischenfälle zu vermelden. Auch 2009 hat das Pukkelpop mit seiner guten Organisation alles richtig gemacht.  In unserem ersten Teil stellen wir die Headliner vor:

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Rezension zu "Horst Schlämmer – Isch kandidiere"

Isch kandidiere. Jawohl, was ein Hape Kerkeling nicht kann, kann ich schon lange nicht. Und deshalb kandidiere ich für den Posten des Regisseurs eines besseren Schlämmer-Filmes. Meine Forderungen? Na klar, alles muss irgendwie mehr – oder auch weniger – sein.

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Mike Byrne offiziell Nachfolger von Jimmy Chamberlin bei „The Smashing Pumpkins“

SPpic

Was hinter vorgehaltener Hand schon lange bekannt war, wurde nun auf der offiziellen Bandseite bestätigt: Der 19-jährige Mike Byrne ist der neue Mann hinter den Drums bei Billy Corgans Alternative-Rock-Band. Ob Byrne in die großen Fußstapfen seines Vorgängers wird treten können, ist bei der Masse an aktuell kursierenden Vorurteilen zwar fraglich, aber eine Chance sollte man ihm wenigstens geben. Viel interessanter ist aber ohnehin, dass im Artikel auf SP.com ganz unverhohlen von einem neuen Album gesprochen wird. weiterlesen

Pukkelpop 2009 Countdown / Them Crooked Vultures Surprise Act?

Es ist ja eigentlich unter deutschen Festivalgängern längst kein Gehemeinis mehr, dass auch unsere Nachbarn wirklich ganz fantastische Festivals anzubieten haben. Seit längerem bekannt ist das Pukkelpop in Hasselt/Belgien, welches durch seine unglaubliche Vielfalt an Genres und durchweg entspannter Stimmung zu gefallen weiß.

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Eklat um Patrick Wolf – C/O Pop Festival Veranstalter erkärt

Was ist bloß aus dem schüchtern wirkenden Pop-Wunderkind aus “Wind in the Wires”-Zeiten geworden? Im Rahmen eines Konzerts auf dem C/O Pop-Festival in Köln kam es am 13.08.2009 zu einem Eklat, als püntklich um 22:00 Uhr der Strom abgedreht wurde und ein sichtlich erboster Patrick Wolf erst einige nette Bemerkungen und später auch Bühneninventar in Richtung Technikpersonal warf.  Nachdem der Auftritt nun bereits ein Youtube Hit geworden ist und Wolf  einige (bewusst inszenierte?) Aufmerksamkeit beschert hat,  kommt nun die obligatorische “Es war so und nicht anders”- Erklärung vom Veranstalter… weiterlesen

Casiotone for the Painfully Alone Konzertbericht, Cafe Steinbruch Duisburg

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Wie bestellt regnet es ganzen Mittwochabend und der wolkenverhangene Himmel lädt auch nicht gerade dazu ein, um in das ein wenig abseits gelegene Cafe Steinbruch zu fahren. Zum Glück wird seit einiger Zeit ein Shuttlebuss angeboten, der einen vom Duisburger Hauptbahnhof bis zur Location bringt. Das Venue selber ist ein Cafe mit einem Konzertraum für ca. 100 Leute und hat sich mit einer wirklich sehr geschmackvollen Auswahl an Künstler bereits einen guten Namen gemacht. Oceansize, Chrystal Antlers und sämtliche international bekannte Post Rock Größen waren bereits alle dort.

Heute abend steht Casiotone for The Painfully Alone auf dem Programm. weiterlesen

Rezension zu Milan Kunderas Kultroman "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins"

„Parmenides antwortete: das Leichte ist positiv, das Schwere ist negativ.

Hatte er recht oder nicht? Das ist die Frage. Sicher ist nur eines: der Gegensatz von leicht und schwer ist der geheimnisvollste und vieldeutigste aller Gegensätze“ (S. 9)[1]

Das Leichte und das Schwere. Die Grundthematik von Milan Kunderas Roman lässt ein philosophisches Schwergewicht erahnen. Und in der Tat jongliert der tschechische Autor mit großen Kalibern. Ständig tritt er selbst in Erscheinung, reflektiert über Grundfragen des menschlichen Lebens und über die Figuren seines Romans, über deren Entstehungsgeschichte und ihre Rolle innerhalb seines Werkes. Auch wenn er mit seiner Präsenz weit entfernt von der didaktisch aufdringlichen Art eines Coelho ist, so sollte der Leser dennoch eine Vorliebe für diese reflektierende, bisweilen verkopfte Art des Erzählens mitbringen, da sie unzweifelhaft einen wesentlichen Bestandteil der Schreibweise Milan Kunderas darstellt. Wer sich mit dieser Eigenheit Kunderas arrangiert, wird mit einer bemerkenswerten Liebesgeschichte belohnt, die subtil in den kleinen Momenten des zwischenmenschlichen Zusammenseins die großen, philosophisch schweren Fragen des Lebens spiegelt und sie damit zum Thema des Romans macht. weiterlesen

Casiotone for the Painfully Alone

Erzählt mir nichts von Sonnenschein, ich habe keine Ahnung  mehr wie sich das überhaupt noch anfühlt. Nana, nicht so depressiv! Aber ein wenig Melancholie kann man sich auch an einem schwül heissen Spätsommerabend hingeben. Wer in Duisburg halbwegs vernünftigen Musikgeschmack besitzt ist bestimmt eh painfully alone und kann sich am kommenden Mittwoch auch gleich ins Cafe Steinbruch begeben, wo Owen Ashworth tieftraurige Elecronic Folk Songs darbietet und man sich dabei gemeinsam einsam fühlen darf.

Einen Konzertbericht gibt es natürlich in Kürze.

Radiohead:Harry Patch, neuer Song und kein neues Album mehr.

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Im stolzen Alter von 111 Jahren ist Harry Patch (17.06. 1898 – 25.07.2009) von uns gegangen. Wenn wir ganz erhlich sind, hätte uns diese sicherlich traurige Nachricht wohl auch nicht so interessiert, hätten Radiohead nicht zu diesem sicherlich traurigen Anlass einen Song auf ihre Homepage gestellt. Während der Song in typischer und mittlerweile ein wenig vorhersehbarer pathetischer Trauigkeit daher kommt, ist das eigentliche Thema doch wesentlich spannender. weiterlesen

Trailer zur 3. Staffel von „Californication“ online

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Seit Mitte Juli kann man den Trailer zur neuen Staffel der David Duchovny Festspiele, auch „Californication“ genannt, ansehen. Auch wenn die Ausschnitte definitiv Lust auf mehr machen, bleibt doch abzuwarten, ob an das hohe Niveau der ersten beiden Staffeln angeknüpft werden kann. Immerhin spielt Hanks Muse Karen hier nur eine untergeordnete Rolle, während die Serie bisher größtenteils vom prickelnden Zusammenspiel der beiden lebte. Wir in Deutschland schauen aber sowieso noch eine Zeit lang in die Röhre. So nennt RTL2 für den Start der 2. Staffel vage das Jahresende und auch die DVD zur 1. Staffel lässt noch bis zum 10. September auf sich warten. Anstatt Daumen zu drehen könnt Ihr Euch bis dahin ja wenigstens die Zeit in Hank-Manier vertreiben mit „Vodka, Weed and Warren Zevon“. weiterlesen

Was up? Hier kommt Brüno! (Rezension zu Cohens "Brüno")

An Sacha Baron Cohen scheiden sich ja bekanntlich die Geister. So war sein letzter Kinoausflug „Borat“ für manche eine grandiose Mischung aus Holzhammer-Humor und subtiler Gesellschaftskritik, für andere hingegen eine unzumutbare Parade ekelhafter Ferkeleien. Bei seinem neuen Streich „Brüno“ dürfte es sich genauso verhalten, wurde das Konzept doch nahezu komplett von „Borat“ übernommen und nur die Kunstfigur ausgetauscht. Wer „Borat“ mochte, sollte also auch mit „Brüno“ warm werden, soviel kann vorneweg schon gesagt werden.

Wer ist nun aber dieser Bruno (oder angeschwult: Brüno)?: Cohen schlüpft diesmal in die Rolle eines homosexuellen Österreichers, der als Modejournalist beim Fashion-Magazin „Funkyzeit“ gefeuert wurde und sich nun auf den Weg in die USA macht, um dort „mega famous zu werden. weiterlesen

Er kam, sah und schockierte (Rezension zu Cohens "Borat")

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Jagshemash!

Und mein Name Johannes. Ich bin sehr aufregend, sehr aufregend, denn ich euch heut erzählen über ein Films, das euch Lachens macht wie nie zuvor, obwohl es euch Weinens machen sollte. Klingen interessant? Passen auf:

Es kann ja so einfach sein, einen erfolgreichen Film zu drehen. Man erfindet eine Kunstfigur, vereint in ihr alle Klischees, die die Mottenkiste so ausspuckt, schickt sie in die ferne „U.S. und A.“ und lässt das Übrige mehr oder weniger auf sich zukommen. So geschehen beim britischen Komiker Sacha Baron Cohen, der in der Rolle des frauenfeindlichen, antisemitischen Steinzeit – Reporters Borat aus Kasachstan quer durch die Staaten reiste und dort vorgab, für das kasachische Fernsehen zu filmen, damit sein Heimatland vom „American Way of Life“ lernen kann. Aus diesem Filmmaterial bastelte Cohen schließlich einen der kontroversesten Filme der letzten Jahre, zog sich den Unmut von Privatpersonen wie Regierungen zu, und all das nur, weil in bester „Michael Moore“ – Manier einige Dinge ans Tageslicht kamen, die nicht so ganz in unsere Spaßgesellschaft passen wollen. Na ja, und natürlich auch aufgrund der Tatsache, dass es an allen Ecken und Enden vor Schweinereien nur so wimmelt. weiterlesen

U2 Olympiastadion Berlin, 18.07.2009

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U2 und Berlin, das ist eine besondere Geschichte. Hier entstand 1992 ihr vielleicht bestes Album „Achtung Baby“, welches mit dem euphorischen Stadionrock der 80er brach und zeitgemässe Hooklines und Experimente aus den Dance-Clubs zuließ. Das Album zementierte endgültig den Status von U2 als einer der erfolgreichsten Bands der Gegenwart und brachte Frontsänger Bono in eine schwere Identitäskrise, der er nur entkam,  indem er sich hinter einer monströsen Sonnenbrille versteckte und ein Bühnen Alter Ego namens McPhisto (in Ahlehnung an Mephisto) erschuf und mit Pop ein lautes Mifdlife Crisis Album erschuf, was zwar den ständigen Willen zur Veränderung demostrierte, aber dann doch allzu deutlich klarmachen sollte, dass U2 immer noch mit jüngeren Bands und dem damailigen Zeitgeist Schritt halten konnte.

Fast 11 Jahre später scheinen U2 ihren Frieden und ihre Standortbestimmung gefunden zu haben. Wärend die 90er noch ein Verteidigungskampf gegen die wütende neue Rockgeneration waren und Stadionrock-Antipathien als der neue Chic galten, können sich die irischen Rocker im Jahr 2009 ganz  entspannt zurücklehnen. In Zeiten von massiven Verkaufseinbrüchen verkaufen sich die Alben von U2 dank treuer Fanbase trotzdem  immer noch ordentlich und durch neuere Hits wie Beautiful Day konnte auch die jüngere Generation bei der Stange gehalten werden. weiterlesen