Literarische Auslese: #Netzpolitik und #Landesverrat

Bevor ich es vergesse: Es gibt eine neue Ausgabe der Literarischen Auslese. Dieses Mal eine schonungslose Offendeckung des Landesverrats durch netzpolitik: Sprich, die Lesung des inkriminierten Dokuments: “Technische Unterstützung des Prozesses Internetbearbeitung” aus den Zuschüssen für das Bundesamt für Verfassungsschutz 2013. Wenn ihr an diesem Wochenende irgendwann mal in diesem Internet unterwegs ward, wisst ihr ohnehin schon worum es geht. Hier trotzdem noch mal alle relevanten Links.

https://netzpolitik.org/2015/verdacht-des-landesverrats-generalbundesanwalt-ermittelt-doch-auch-gegen-uns-nicht-nur-unsere-quellen/

https://netzpolitik.org/2015/ueber-pressefreiheit-und-staatliche-ermittlungen-das-schreckt-uns-nicht-ab/

https://netzpolitik.org/2015/geheimer-geldregen-verfassungsschutz-arbeitet-an-massendatenauswertung-von-internetinhalten/

Literarische Auslese: TTIP

We did it! Johannes und ich haben endlich mal wieder Zeit gefunden, ein paar literarische Auslesen aufzunehmen, die in den kommenden Wochen immer Sonntags veröffentlicht werden. Los gehts, ganz in der Tradition früherer Auslesen mit der Poetisierung eines epischen Mammutwerks: Den Leitlinien für die Verhandlungen über ein umfassendes Handels- und Investitionsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika. Das entsprechende Abkommen dürftet ihr unter dem Namen TTIP kennen. Und unabhängig davon, ob man keine Gene in seinem Essen haben mag, Angst vor Wracking hat oder sich superdubertoll auf eine große Starbucks-Invasion freut, sollte man den kontroversen Text zumindest einmal ganz gelesen bzw. gehört haben. That’s your Chance!

Greetings from Mars

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Ähm, das ist glaube mein erster Artikel seit einer langen Zeit. Gründe? Ja, keine Ahnung. Die Bocklosigkeit der Community auf Interaktion, die fortschreitende Scheißigkeit des Web so allgemein oder das Wetter.

Ich war ja auch schon fast davor Feedly endgültig zu begraben und da tauchen diese Fotos vom “Mars” im Urlaubsfoto-Style auf. Eine sehr schön Idee von Julien Mauve und weder übertrieben wie diverse Grüße aus Tübingen etc.-Karten, sondern ästhetisch umgesetzt.

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Deutschrap und so #30: Afrob – Reimemonster feat. Ferris MC

Oh Baby ja, verdammt nochmal ja!!! Ist das ein verdammter Klassiker des Deutschen Hip Hop oder was? Das Sirenensignal am Anfang des Tracks hätte es gar nicht gebraucht, um das hier wohl zu dem Hit von 1999 und zum absoluten Tanzboden-Killer zu machen. Sehr schön übrigens auch die Reaktion von Ferris MC, der beim Beats for Life nur noch ungläubig ins Publikum starrte, als eine komplett euphorisierte Menge jede Zeile des Songs auswendig konnte und damit klar machte, dass eine neue Zeitrechnung im der deutschen Musikhistorie begonnen hatte.

Afrobs leicht heisere Stimme und Ferris MC krächziges Organ harmonieren jedenfalls perfekt, und es ist einfach toll, wie sich die beiden auf dem geilen DJ Thomilla-Beat längst zum Kult gewordene Lines wie “Jo, macht euch locker, denn dieser Sound haut euch vom Hocker/Sowas habt ihr nie gesehen, sowas machen Hip-Hopper” um die Ohren hauen. Jepp, gehe ich mit…denn damals war Indie-Rock (mal wieder) am Boden und Nu Metal erst noch auf dem Sprung der nächste dominante Sound der Jugendkultur zu sein.

Amazon Prime Day: Kleiner Update-Thread mit Fire Stick und Musik-Deals

prime-day
Ich bin ja kein großer Fan von so Kommerz-Events, aber ein paar nette Sachen konnte ich dann doch entdecken.

Ihr müsst allerdings Prime-Kunde sein oder werden, um in den Genuss dieser Blitzangebote zu kommen..

Hier schon mal eine kleine Auswahl, die ich immmer updaten werde. (zwischendurch enden Angebote):

Fire Amazon Stick (habe das kleine Dingen zu Hause und nutze zwar nicht Amazons eher dürftigen Prime-Katalog an Serien und Filmen, aber die Netflix-App funzt ohne Probleme)

To Pimp A Butterfly

Kraftclub – In Schwarz

Nevermind (Remastered – Limited Super Deluxe Edition)

At the BBC

Blur – The Magic Whip

Deichkind – Niveau Weshalb Warum

The Beatles-Rubber Soul [Vinyl LP]

Haftbefehl – Russisch Roulette (Deluxe Edition)

KInfs Of Leon -The Collection Box

The Cure – Join the Dots (New Version)

Lady Gaga – Born This Way – The Collection

Ocean Colour Scene -Marchin’ Already (Limited Super Deluxe Edition)

The Rolling Stones Collector’s Box

Ben Howard- I Forget Where We Were

Die Ärzte Live – Die Nacht der Dämonen (3 CDs)

So, ich mache mal Pause! Fazit bisher: Wer 50 % auf Waschmittel braucht oder sich über 15 % Rabatt auf eine Box von 105 Cd´s freuen kann darf sich den Amazon Prime Tag neben Weihnachten in seinen Kalender dick anstreichen. Ich bis bisher übrigens 100% gespart, weil ich gar nichts gefunden habe. Wo bleiben die Vinyl-Angebote?

Deutschrap und so #29: Deichkind – Selber Machen Lassen

Kurz aufgehorcht lieber Böhmerdendemann. Klar war dein Mashup- Sprung durch die deutsche Hip Hop Geschichte irgendwie cool. Wenn du aber wissen willst, wie ein richtig fetzendes Deutschrap Ensembletheater geht, musst du unbedingt noch mal Nachhilfe bei den Deichkindern nehmen. Die lassen sich nämlich im Video zu Selber machen lassen vollkommen ironiefrei, passend zum Songtitel alles selber machen. Und das ist mal echt schick geraten. Feinste Line:  Do it yourself ist out, ich lass das jemand andern machen. / Alles muss man alleine machen lassen. / Ich muss mir schon wieder deine Hände dreckig machen.

Deutschrap und so #28: Maeckes – Würgegriff des Glücks

Ich sags mal so, wie es ist: Deutschsprachiger Post Rap ist mein neuer persönlicher Hype, und da kann es mir auch gestohlen bleiben, dass ich derzeit wohl der einzige Mensch bin, der diesen Ausdruck, diese Kategorie, – ja mein Gott! – diese Schublade benutzt. Maeckes sortiert sich hier jedenfalls perfekt ein: Mit seinen nachdenklichen Lyrics, seinen 1/3 poppigen, 1/3 postpunkigen, 1/3 postrockigen Soundteppichen, seinen deepen Beats und seinem Hang zur poetisch/philosophischen Exquisität, die man im deutschsprachigen Hip Hop sonst nur selten findet.

Maeckes hört man nicht beim Bong- sondern beim Pfeiferauchen, nicht beim Dosenbier sondern beim erlesenen Scotch, nicht in den Baggy-Pants sondern im samtenen Morgenmantel. Wem das jetzt zu elaboriert bildungsbürgerlich klingt, der hat vollkommen recht und daher schleudert “Würgegriff des Glücks” dem Verfasser dieser selbstverliebten Beschreibung dann auch gleich mal ein gepflegtes “Fick dich und deine prätentiöse Attitüde” entgegen. Feinste Line: “Lebst du noch oder stirbst du schon? / Wir reden sinnbehaftet, / verlieren während Szenen, nicht blinzeln! / Lassen nichts aus den Augen, bis auf die Tränen eines Cineasten / Wir sind atommüllsicher halt kleinbürgerlich beschützt / vor dem Würgegriff des Glücks.”

Deutschrap und so #27: Skills en Masse – Wie wir

Meli, mit bürgerlichen Namen Melanie Wharton, war Teil der Kolchose, dem hier bereits angesprochenen Kollektiv aus Stuttgarter Künstlern.

Gerne als Feature-Gast gebucht konnte man sie bereits in dem Video zu Afrobs “Einfach” bewundern, in dem sie mit selbstbewusster Attitüde und weniger durch dümmlichen Barbie-Look auffiel.

Ich wünschte, ich könnte neben dem Projekt Skills en Masse auch das gleichnamige Solo-Album von ihr abfeiern, aber das war leider wieder ein vergebene Chance, den deutschen Female Rap voran zu treiben, und was die mittlerweile bildhübsche Dame heute macht könnt ihr dann hier nachlesen.

Mit ihrem Brudern Marcy war ihr jedenfalls 2001 ein wunderschöner Beitrag auf dem Kopfnicker-Sampler ihres Labels geglückt, bei dem mir natürlich am eindrucksvollsten die Line “Alle Kanaken alle Schwarzen sehen aus wie wir/ Alle Menschen mit Schmerzen sehen aus wie wir” hängen geblieben ist, eine Line, die perfekt den den melancholischen Grundton des Songs wiedergibt. Rap mit Botschaft, jenseits von Bro-Style, wird eben nie langweilig. “Wie wir” ist nach wie vor ein Klassiker, den ich immer wieder gerne aus dem Archiv hole.

Melis leicht gelangweilter und angepisster Style war eine enorme Bereicherung, und wie gerne hätte ich sie wie Nina MC als gereifte Künstlerin erlebt, doch beide verabschiedeten sich leider nach kommerziell wenig erfolgreichen Debüt-Alben aus dem Biz.

Deutschrap und so #26: Casper – Der Druck steigt

Ob dass denn jetzt noch Hip Hop sei, hat man sich gefragt. Ob das nicht einfach nur altbackener Crossover im vermeintlich frischen Düstergewand sei, hat man sich gefragt. Ob dieser Casper nicht einfach mit Emo, Pop und Mainstream flirtet, hat man sich gefragt. Und dieser deutsch-amerikanische Rapper hat – das Album XOXO kommentierend – den Fragenden so wütend einen dogmatischen Knochen hingeworfen…

Wir hatten im Studio viele kleine Zettel hängen. Regel 1: ‚Crossover ist der Feind‘. Alles, was auch nur annähernd nach Crossover erinnerte, haben wir sofort weggeschmissen. Regel 2: ‚Wie-Vergleiche sind verboten‘. Dieses Rappertum wollten wir komplett entfernen.

…dass man sich gar nicht mehr traute mit einem selbstbewussten “Jein” zu antworten. An dieser Stelle sei dieses “Jein” – Caspers Trotzhaltung zum Trotz, Hah! – nachgeliefert. Natürlich ist Der Druck steigt kein klassischer Hip Hop, aber mit seinem aggressiven Sprechgesang stark im ursprünglichen Rap-Gedanken verwurzelt. Natürlich steht der Song mit seinen Samples, seinen harten Gitarren, seinem Pathos, seinem Wechsel aus Metal-Geshoute und Hip Hop Lines in der Traditionslinie des Crossovers. Aber um dieses Jein zu vervollständigen, nicht nur der Opener, sondern das gesamte Album, ist soviel mehr: Die Nachdenklichkeit der Hamburger Schule im Gepäck, den Wut des Punk in den Knochen, die Attitude des Metals in den Beinen, die Monumentalität des Postrock im Herzen, ja sogar den Lidschatten des Emos in den Augen… und dennoch weit entfernt von jeglichem sinnbefreiten Remix, vom unselbständigen Eklektizismus und von der postmodernen Langeweile. Casper macht – und das sollte einmal deutlich honoriert werden – trotz aller Wurzeln, trotz aller Anleihen etwas vollkommen Neues.

Und so seien alle Rezensenten, Feuilletonisten – und der Musiker selbst – verstanden, wenn sie sich nicht trauen, das Ergebnis Hip Hop, Crossover, Indie oder sonstwie zu nennen. Postrap wäre vielleicht eine ganz gute Kategorie – Schubladen rocken halt doch! -, bei Post Emo Hip Hop Core könnte man das ganze mit einem kleinen Augenzwinkern auch einordnen… ich bleibe dann doch beim Deutschrap, denn sonst könnte ich diesen fantastischen Song in dieser Serie nicht posten. Und das wiederum würde ich mir nicht verzeihen.

PS.: Falls hier gerade ein paar PeDüBerLeiGIDA-Deppen hereinstolpern, weil sie sich fragen, was für ein großartiges Hip Hop Werk sie bei ihrem letzten Sonntagsspaziergang begleitet hat, sei denen der keine Frage offen lassende Kommentar des Interpreten selbst entgegengeschmettert:

immer wieder höre ich, dass die pegida-leute »der druck steigt« auf ihren sogenannten abendspaziergängen spielen. grundsätzlich freue ich mich natürlich über jeden, der meine musik mag und hört, aber hiervon möchte ich mich eindeutig distanzieren. denn es ist ja zum glück so: »der druck steigt« tatsächlich, aber nicht so, wie pegida sich das vorstellt. überall in deutschland regt sich widerstand – gegen pegida und ihre ideologie. für ein faires und tolerantes miteinander der ethnien und religionen. kein mensch ist illegal! schreibt und singt eure eigenen lieder, meine bekommt ihr nicht.

Verpisst euch!

Feinste Line: “Der Druck steigt, Atem blockiert. / Wir scheitern immer schöner, sind Versager mit Stil! / Haben nicht viel! Ausgenommen, Leitfiguren. Auf davon! / Sind nicht schön, sind nicht reich, wird harter Kampf da rauszukommen!”

Deutschrap und so #25: Döll – Weit entfernt

So, kommen wir mal nach dem heftigen Nostalgie-Trip meiner letzten Artikel, der immer wieder auch meinen Geschmack etwas beeinflusst, in der Gegenwart an. Deutscher Rap entwickelt sich ja, nach der Übernahme der Muskel-Rapper in den 00er-Jahren, mittlerweile wieder in die Breite, und so kommt wieder auf jeden IschfiggedeinäMuddah-Output zum Glück ein deeper Track.

Weit entfernt ist ein wirklich schönes Ding von Döll, der mit Mann im Mond eigentlich noch einen zweiten Kracher im Repertoire hat, aber mir gefällt der von Dexter produzierte “Weit entfernt”  halt noch besser.

Ich bin ja eh für ein Revival von deepem Rap, der mich zum Nachdenken anregt (gerne auch auch von Haftbefehl) und gegen diese Dümmer-als-der-Türsteher-Soße, die gerade am Niederrhein wohl enorm angesagt ist und auch noch mit Platz 1 in den Charts belohnt wird. Es hat schon seinen Grund, warum hier Doubletime-Gewichse von Kollegah nicht auftaucht, weil der Mann wohl weniger an guten Lyrics als viel mehr an dem Aufbau seines Trainingsprogramms interessiert ist.

“Weit entfernt” beschreibt jedenfalls die Sehnsucht, raus aus den zu eng gewordenen Raum, raus aus dem mitunter selbst gewählten Unmündigkeit, und das Streben nach Abenteuer. So war Hip Hop mal gedacht: Als Sender von Texten, der sich in den Köpfen der Leute festsetzen. Ach so, und Dexter hat das mal wieder astrein produziert!

Deutschrap und so #24: Pyranja – Fremdkörper

Ey, wie Pyranja – und auch mir – dieses joviale Gendermarkieren auf den Sack geht! Eine der besten deutschsprachigen weiblichen MCs? Fuck off! Pyranja ist einer der besten deutschsprachigen MCs. Pyranja ist eine der besten MCs. Punkt. Die Rostockerin dropt ihre nach vorne peitschen Rhymes derart smooth und real, dass auch der Auftritt beim Bundesvision Songcontest, Labelgründung, Diplomarbeit und Babypause nichts an ihrer Rap-Credibility ändern können. Mit dem 2001er Brett Fremdkörper hat sie ihre Wut gegenüber der sexistischen Jovialität im Genre dazu noch so gekonnt der konservativen Hip Hop Bagage ins Gesicht geschissen, dass man sich vor so viel Attitude nur verbeugen kann.

Feinste Line:

So hör’ ich oft: Ey Pü, verzeih’, Du leistest Dir zwar gerad’ ‘n Hype, / doch muss schon sagen, Show war tight und auch in Sachen Flow und Style, für ‘ne Braut ganz nice und cool, dass Du Texte selber schreibst. / Mit anderen Worten: Baby, willkommen im Mittelalter! Und ich nur: Danke für die Blumen, doch Du starrst gerade auf meine Titten, Alter! / Oops! Zu harte Worte? Für die harten Jungs im harten Biz? Die mit Schulterklopfen ankommen und mir dann erklären, was Hip Hop ist? / Ich mein’, man lernt nie aus, doch falls es jemand’ interessiert: Ich hab’ mir erst ma’ “Keep it real” dick auf meinen Hintern tättowiert!

Deutschrap und so #23: Kool Savas – Der beste Tag meines Lebens


Das ist eigentlich die Baustelle von Marcus. Kool Savas war ja schon im Berliner Untergrund untwegs, da habe ich noch schön in Heidelberg dessen Hassfigur Torch geliket und dessen immer noch tolles Album “Blauer Samt” in Dauerrepeat gehört.

So ab 2002 war mir das dann aber zu öde. Savas hatte den Ruf ein besonders krasser Battle-Rapper zu sein, und so war ich sehr gespannt als sein Video “Haus und Boot” eines Tages auf MTV Neu angekündigt wurde. Das war dann aber überhaupt nicht krass und als dann noch eine Frau (die doch ziemlich nervige Valeszka) böse in die Kamera schaute war ich erstmal bedient, da ich derben Testeron-Rap wie Pimplegionär erwartete.

Das Thema mit King Kong Savas wäre also eigentlich direkt erledigt gewesen, wenn nicht die zweite Single “Bester Tag meines Lebens” alles umgeworfen hätte, was ich bis dato an Hip Hop gesehen hatte. So unfassbar ästehtisch in Bild und introspektiv In Wort  hatte ich bis dahin noch nie die den Alltag im Plattenbau gesehen: Die Lyrics, die Savas als gereiften MC mit Message zeigten, führten auch bei mir zum Umdenken.

Das war ein vollkommen neues Niveau an Sprachkunst im Rap und eine andere fasznierend schön-kaputte Welt, dir mir zwar Bushido ein wenig später dann auch bringen sollte, allerdings nicht annähernd so tiefgehend im Kontext “Kunst” verwurzelt.

“Glaub nicht, jeder ist gegen dich und ein Hindernis,
sei nett und bescheiden, korrekt und fleißig und du kannst alles erreichen.
Hör auf zu zweifeln, denn gestern ist Vergangenheit und morgen ein Rätsel,
doch heut vielleicht noch der beste Tag deines Lebens.”

Was kann man einem unsicheren jungen Menschen in seiner Adolszenz mehr mitgeben als diese tollen Lyrics? Danke dafür  Savas!

Wenn Hieronymus Bosch und M.C. Escher gemeinsam vor dem Traualtar stünden…

bathyscaphe

…dann würde das vermutlich so aussehen wie diese wundervollen, surrealen Zeichnungen des polnischen Künstlers Jacek Yerka. Seine 4 Siders lassen sich in verschiedene Richtungen drehen und offenbaren mit jeder Drehung ein neues Setting oder Ambiente. Pittoresk, verspielt und im besten Sinne des Wortes naiv ästhetizistisch.

These paintings are specials of specials. They show not one world but four and you can hang them on each side and each way will fit perfectly.
The 4-siders are perfect for jigsaw puzzles and you can see them on several puzzle boxes available in sepcial stores.

four_seasons

gardeners_garden

boudoir

4 Siders via faithistorment

Deutschrap und so #22: Morlockk Dilemma – Ich weiß nicht

Wenn man sich auf die Suche nach gutem, Indie Hip Hop made in Germany begibt, stolpert man früher oder später zwangsläufig über Morlockk Dilemma: Der düstere Leipziger droppt schon seit Ende der 90er mit die spannendsten Battlerap-Lines, die es hierzulande zu finden gibt: Und das auf einem wirklich genuinen Soundteppich zwischen hämmernden Beats, Psychedelic und obskuren Filmmusikschnipseln. Erinnert wohl viele Hörer und Kritiker an den Wu-Tang-Clan. Ich würde wegen der teilweise unfassbar schnell gerappten Rhymes und düsteren Gesamtatmosphäre als US-Referenzen eher so was wie Twisted Insane anführen (aber was weiß ich schon). Und wer jetzt immer noch unsicher ist, ob er Morlockk Dilemma ne Chance geben sollte, der werfe einfach einen Blick auf diese BR-Infografik:

morlockk-worte

Noch Fragen?

Feinste Line:

Ich weiß nicht warum ihr denkt, ihr bringt Rap zurück zu Rap,
Mein Rap geht straight nach vorne ihr Cracks.
Ich weiß nicht warum ihr glaubt, ihr schraubt den Rap
Wie von Zauberhand fett – Mein Rap braucht keinen Effekt.
Ich weiß nicht warum ihr, glaubt euch braucht die Crowd,
Macht die Schnauze auf und alle laufen euch weg
Ich weiß nicht warum ihr denkt ihr habt Fans,
Ich kenn keinen einzigen der euch Aufmerksamkeit schenkt.