Album der Woche: Lana Del Rey – Lust for Life

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In einer Welt, die noch nach Logik und gutem Geschmack funktionieren würde, hätte man Lana Del Rey schon längt eine Rolle in “Twin Peaks” angeboten. Die Verbindung von 50er-Jahre-Ikonographie und Moderne sollte doch auch David Lynch nicht entgangen sein. In der Neuauflage seiner gefeierten Kult-Serie tauchte der Name leider nicht auf, dabei ist die gesamte Diskographie der Künstlerin eine einzige Bewerbung an den Meister der dunklen Abgründe.

Der große Aufstiegsmythos, das  “keep smiling” und der uramerikanische Optimismus waren schon kein Thema, stattdessen die traurige Einsamkeit im Schatten des Holllywood-Wahrzeichens. Das Mädchen, das mit großen Träumen hier herkam und nur Enttäuschung fand, ist der Stoff, aus dem Albträume sind. Das letzte Lana-Del-Rey-Album “Honeymoon” war dann der Höhepunkt der Anti-Liebeslieder und der Depression. Es ging nicht mehr schmerzhafter und trauriger, und so klingt der Albumtitel “Lust For Life” nur noch zynisch.

Doch hat sich etwas getan: Die Weltlage und deren Gefährlichkeit ist nun auch endgültig in der sogenannten ersten Welt angekommen. Die Inszenierung der Traurigkeit ist 2017 keine Outsider-Attitüde mehr, sondern in Amerika das Gefühl einer ganzen Generation: “Wir sind alle fucked up, aber es wird schon irgendwie weitergehen”. Nach dem Coachella-Festival, zentraler Punkt der feierfreudigen Eskapismus-Jugend, sah sich Lana eine Dokumentation über den Konflikt zwischen Nordkorea und Amerika an. Auf ihrem Instagram-Account war zu lesen: “Ich werde Euch nicht anlügen – ich hatte gemischte Gefühle jetzt und hier drei Tage am Stück durchzutanzen, während es diese Spannung zwischen den USA und Nordkorea gibt. Ich habe es abgewägt und versuche, die Zeit hier zu genießen. Auf der Erde, welche Gott uns geschenkt hat.” Es gibt also noch eine andere Welt, außer der, die man sich durch Rückzug schafft.

“When The World Was At War We Kept Dancing” beschreibt diesen Misszustand perfekt und fragt sich “Is it the end of an era? Is it the end of America?” – ruft aber gleichzeitig zu einem neuen Movement auf, in dem wir wieder zusammenkommen. “God Bless America And All The Beautiful Women In It” bestärkt Frauen in ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung und im Kampf gegen Benachteiligung. Es mögen einfache Botschaften sein, aber genau die richtigen zu diesem Zeitpunkt. John Lennons Anti-Kriegs-Song “Imagine” wird nie als textliches Meta-Meisterwerk in die Geschichte eingehen, fing aber genau den Zeitgeist der kriegsmüden Generation in den Siebziger Jahren ein. Ja, es mag zu bemüht sein, wenn man sich nun Julian Lennon als Duettpartner holt und damit den Link zum berühmten Vater knüpft, aber auch unabhängig vom übergeordneten Thema “Liebe in Zeiten des Kriegs” ist es ein großartiger Song. Genau wie die Kollabo “Beautiful People Beautiful Problems” mit Stevie Nicks, die weniger an Fleetwood Mac, sondern eher an Marianne Faithfull erinnert. Courtney Love hätte sich aufgrund des Namens schön in die DNA des Albums eingeflochten und wenn man das sehr lesenswerte Interview im Dazed-Magazin liest, sind beide Seiten von der Idee nicht abgeneigt.

Es funktioniert nicht jedes Zitat auf “Lust For Life” – wie zum Beispiel “Get Free”, das sich doch sehr an “Creep” von Radiohead orientiert, aber immerhin noch den Twist zu einer Beach-Boys-Psychedelic-Nummer hinbekommt. Macht also “Lust For Life” wirklich Lust aufs Leben und auf unsere Zeit? “It took thirteen beaches to find one empty / But finally, I’m fine.” Aktivistin an vorderster Front wird Lana wohl zum Glück nicht werden, sondern weiterhin ihre Paraderolle pflegen – als Chronistin der amerikanischen Seele, wenn die Lichter von Coachella ausgehen.

Oh, hi… äh James! Erster Trailer zu „The Disaster Artist” ist da

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Heute erschien der erste Trailer von „The Disaster Artist” von James Franco, mit James Franco in der Hauptrolle, produziert von James Franco. Wem das bekannt vorkommt, der erinnert sich vermutlich an „The Room” von Tommy Wiseau, mit Tommy Wiseau in der Hauptrolle, produziert von Tommy Wiseau. „The Room” fehlt auf keiner Liste der schlechtesten Filme aller Zeiten. Für viele ist es DER schlechteste Film schlechthin. Es ist ein regelrechter Kult um den Film entstanden.

James Franco will mit „The Disaster Artist” nun die Geschichte von Tommy Wiseau und seinen Film „The Room” erzählen, wobei Franco selbst Wiseau spielt. Mit dabei sind natürlich seine Buddies Seth Rogen und Zac Afron. Bryan Cranston, J.J. Abrams und Zach Braff spielen sich selbst. Auch Wiseau spielt eine kleine Rolle.

Ironie des Schicksals: Auf dem South by Southwest Film Festival konnte „The Disaster Artist” die Kritiker nicht nur begeistern, es ist sogar von Oscar-Nominierungen die Rede.

Lobend hervorheben muss man an dieser Stelle mal wieder die Independent-Produktionsfirma A24, die 2012 gegründet wurde und seitdem konstant großartige Filme abliefert. Zum Beispiel „Spring Breakers” „Room” „The Witch” oder „Swiss Army Man”. Mit „Moonlight” hat A24 sogar einen Film produziert, der 2017 mehrfach mit dem Oscar prämiert und mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde.

Wer wissen will, was sich hinter „The Room” verbirgt, nichts, dem sei nachdrücklich diese Nostalgia-Critic-Episode ans Herz gelegt.

The Brothers Quay waren die Inspirationsquelle für die Musikvideos von TOOL

The Brothers Quay - "Rehearsals for Extinct Anatomies"

Diese beengende, düstere Atmosphäre, durch die sich stop-motion-animierte Figuren und Puppen bewegen, haben nicht Tool, allen voran Gitarrist Adam Jones, erfunden, sondern die Stop-Motion-Künstler The Brothers Quay.

Adam Jones war auch Special Effect Artist und arbeitete gemeinsam mit Fred Stuhr an den ikonischen Tool-Musikvideos aus den 90er Jahren. Diese zeichneten sich vor allem durch einen exzessiven Einsatz von Stop-Motion aus, in einem vermoderten und farblich und auch sonst kargen Setup, wodurch diese bedrückende und groteske bisweilen unangenehme Atmosphäre entstand. Adam Jones arbeitete auch an Filmen wie „Ghostbusters II”, „Predator 2” und „Edward Scissorhands” mit. Damit war für mich die visuelle Kraft der Videos immer hinreichend erklärt. Nun erfahre ich aber, dass Werke der Stop-Motion-Künstler The Brothers Quay als Vorlage dienten für Jones Video-Arbei. Darüber war Kurt Cobain so angepisst, dass er hoffte, dass Tool für dieses „rip off” verklagt würden:

Und in der Tat. Tools „Sober” sieht schon sehr nachempfunden aus. Aber hey. Kurt hat sich bei einigen Nirvana-Riffs auch woanders inspirieren lassen, das sagt er selbst in seinem Tagebuch. Der politisch korrekte Terminus dafür lautet „remix culture” und ist völlig okay.

Hier mal zwei Arbeiten der Brothers Quay. „Bruno Schulz’s Street of Crocodiles” und „Rehearsals for Extinct Anatomies”.

 

Außerdem warten wir bereits seit mindestens fünf, wenn nicht zehn Jahren auf ein neues Tool-Album. Ob man von Metal überhaupt noch was erwarten kann, ist fraglich. Da wurde ja auch schon alles durchgespielt. Das Genre scheint nur noch was für Liebhaber zu sein. Es passt nicht mehr in den schnelllebigen Fashionlifestyle, bei dem es um Verkaufszahlen, Absätze und ständiges Reizen geht. Irgendwie.

Das Nintendo Classic Mini hat einen Release-Termin und einen Preis

DDQlaDAVwAEleYgDie Mini-Auflage des klassischen Super Nintendo wird am 29. September 2017 in Europa erscheinen und ca. 70 Euro kosten. Der Clou: auf der Konsole sind bereits 21 Spiele vorinstalliert. Darunter Super Mario World, The Legend of Zelda: A Link to the Past, Mega Man X, Street Fighter 2 Turbo: Hyper Fighting und Final Fantasy 3. Die vollständige Liste könnt Ihr Euch hier auf Nintendo.de anschauen.

Nintendo treibt das Treubleiben auf die Spitze und geht nun voll Retro. Könnte funktionieren, zumal es attraktiv sein könnte, sich dem Überangebot an Spielen zu entziehen und die Titel der eigenen Kindheit wiederzuentdecken. Nostalgie halt. Wer sich lieber selbst eine Retro-Game-Emulationsstation basteln möchte, der kann sich Florians Artikel dazu durchlesen, denn der hat sich eine solche aus einem Raspberry Pie gebaut und das genau beschrieben.

Literarische Klassiker, nacherzählt von Jan Böhmermann und der bildundtonfabrik

In die Sommerpause verabschiedet sich das „Neo Magazin Royale” mit vier Kurzfilmen, mit denen sie Klassiker der deutschen Literatur nacherzählen. Das mit „Letzte Stunde vor den Ferien” betitelte Projekt ist eine kaleidoskopische Melange an Literatur- , Popkultur- und Film- und Fernsehzitaten, das selbstreferenzielle Pirouetten dreht und auch ein bisschen sozialkritisch ist. Herausgekommen sind dann so tolle Lines wie:

„Dieser medienreferenzielle Kram interessiert außerhalb der Sparte niemanden.”

 

aus Böhmermanns „Faust”, den Ihr Euch hier anschauen könnt:

Oder noch besser, wenn es in „Effi Briest” plötzlich heißt:

Instetten: „Ich saß zwei Stunden im Knast und du hast mich nicht rausgeholt. Ich verstoße dich.”

Effi: „Ab wann gilt das?”

Instetten: „Das tritt… nach meiner Kenntnis, ist das sofort, unverzüglich.”

Effi: „Gut.”

Instetten: „Das Kind bleibt bei mir, denn Hauptsache Alessio geht’s gut.”

 

„Die Verwandlung” ist so gut getroffen! Kafkas Themen Fremdheit und Vaterkonflikt treffen auf eine Version von Ekel-Alfred, der aus einer RTL-Doku-Soap zu stammen scheint. Großartig.

25 Jahre „Reservoir Dogs”

Was hat Tarantino mit Kafka zu tun? Neben dem klassisch-modernen Schriftsteller aus Prag, mit dessem Werk das Adjektiv kafkaesk in die Welt kam, kann vermutlich nur noch Quentin Tarantino von sich behaupten, dass sein Nachname für einen adjektivischen Gebrauch benutzt wird: tarantinoesk! Mit gerade mal zwei Filmen, „Reservoir Dogs” und „Pulp Fiction” in denen der US-amerikanische Regisseur eine neue Ästhetik des Filmerzählens entwickelte, drückte Tarantino einem ganzen Genre seinen Stempel auf. So nennt man Paul McGuigans „Lucky Number Slevin” nun tarantinoesk, um in einem Wort zusammenzufassen, mit was man ungefähr rechnen kann, wenn man den Film schaut.

Tarantinos Debut „Reservoir Dogs” erschien vor 25 Jahren und der Nerdwriter fühlte sich bemüßigt, in diesem Video-Essay zu prüfen, ob es gut gealtert ist. Nebenbei geht er auch auf Tarantinos spezifische Art und Weise des Erzählens ein. Schaut es Euch an!

Shut up and take my money – Brille die reale Realität zeigt

Ich bin viel zutiefst davon überzeugt, dass das der nächste heiße Scheiß wird. Gleich mal ein paar NHL-Aktien ordern.

Irgend so eine skandinavische Firma namens Naturskyddsföreningen werkelt wohl schon etwas länger an dieser Technologie und hat bereits 2016 eine Brille entwickelt, die sogar Natural Reality geht. Krasse Grafik.

Eine dumme Bedrohung – Tommy Wiseau in „Star Wars“

Und dann kooperierten das Imperium, die Rebellen, die Sith und die Jedi, um die dumme Bedrohung gemeinsam zu zerschlagen.

Jaokee… Antonio Maria da Silvas „Hells Club“ war besser, größer, cineastischer und feuchter, aber hey, das bisschen Tommy Wiseau hat  ̶n̶̶o̶̶c̶̶h̶̶ ̶̶n̶̶i̶̶e̶̶m̶̶a̶̶n̶̶d̶̶e̶̶m̶ geschadet. Zusammengebaut wurde dieses Mashup von den PistolShrimps. Wer Wiseau nicht kenne sollte, der  ̶w̶̶e̶̶r̶̶t̶̶e̶  Herr hat 2003 den wohl erbärmlichsten Film der Bewegtbildgeschichte gemacht, „The Room“. Wir berichteten 2011 darüber. Der Nostalgia Critic hatte damals ein super Review über den Trashklumpen gemacht. Schaut es Euch hier nochmal an!

Endlich ein Wandbild – Erfahrungsbericht über Saal Digital

So klein ist die Welt. Da berichtet mir eine Freundin aus Berlin über Saal Digital und gleich klingelt es in meinem Langzeitgedächtnis. Das Fotostudio Saal in Siegen-Weidenau kannte ich schon aus meiner Kindheit und eine kleine Recherche ergab, dass es hier wirklich um das Traditions-Unternehmen aus meiner Nachbarschaft handelt.

Da besagte Freundin sehr gute Erfahrungen gemacht hat, habe ich mir die Seite nun doch einmal genauer angeschaut, die sich vom Layout nicht von den bekannten Marken wie Cewe-Fotoprint oder XXl-Poster verstecken muss. Eine eigene Software für den Upload und Bildbearbeitung gibt es auch.

Ich habe lange überlegt welches Bild ich für das Wandbild nehme und mich für ein Feuerwerk-Foto entschieden:

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Ich war gespannt, ob der Verlauf wie auf dem Bild sanft ineinander übergeht oder es nur auf einen harten Kontrast zwischen rot und schwarz hinaus läuft.

Software/Usability/Upload

Wie bereits erwähnt stellt Saal Digital eine Software für Win/Mac bereit. SaalDigitalDesign präsentiert sich auf meinen Imac mit MacOs Sierra ein wenig träge, aber das kann auch an den meinen nicht gerade üppigen 4 GB RAM liegen. Die Oberfläche ist gut aufgeräumt, auch ein Chat mit einem Mitarbeiter wird angeboten. Da ich mit derartiger Software vertraut bin, benötige ich diese nicht, aber gerade für Einsteiger dürfte diese Option interessant sein.

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Informationen wie Produktions- und aktuelle Lieferzeiten werden links sofort angeben, ansonsten habe ich nun die Möglichkeit einer Artikelauswahl zwischen Materialen wie dem günstigen Alu-Dibond oder dem qualitativ hochwertigerem Gallery-Print. Ich entscheide mich für den Mittelweg und nehme Acrylglas 30 x 45, Stärke: 5 mm und einer Profil-Aufhängung. Ein Upgrader sämtlicher Option ist möglich, auch auf eine Halterung komplett zu verzichten. Es wird hier noch eine Animation gezeigt, wie die Halterung letztendlich aussieht.

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Gestalten

Nach dem Auswahl von Größe und Material kann ich nun das Foto aus einer Art Explorer in der linken Bildleiste auswählen. Per Drag & Drop lassen sich diese in das Bearbeitungs-Feld ziehen, zudem gibt es direkt eine Einschätzung, wie gut die Bildqualität zu der ausgewählten Größe passt. An bekannte Bildbearbeitungssoftware wie HH kommt SaalDesignManager nicht heran, aber die Grundfunktionen wie Drehen und Beschneiden sind vorhanden. Das Ändern der Hintergrundfarben sind auch möglich, aber wohl eher für Grußkarten interessant. Das Ergebnis sind auf einem Zwischenschritt zur Bestellung noch einmal als Vorschaubild.

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Bestellung

Ich mag die Bestellung mit Paypal, weil diese unkompliziert und schnell geht. Zm Glück wird einem die Option, neben Kreditkarftenabrechnung und Lastschrift. Ich hätte mir als Option noch eine Abholung in der Filiale gewünscht, der Versand kostet 5,95 Euro und ist nur über DHL möglich.

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Versandzeit und Endergebnis

2 Tage dauerte der Versand, das Wandbild kam in einem dünnen Verpackungsmaterial, wie man es ja von Bestellungen von Amazon ja kennt. ich bin etwas skeptisch, ob es auch Stürze oder harte Stösse aushalten kann, aber so ist dann zum Glück alles gute gegangen.

Das Wandbild sah genau so aus wie bei der Bestellung und wurde nicht geschönt oder auffällig verändert. Der Farbverlauf überzeugt, das Glas erzeugt eine gewisse Wertigkeit, natürlich auch hier die Problematik, dass man es nicht unbedingt unter einer Lichtquelle haben sollte, die sich spiegelt. Die Aufhängung wirkt anfangs ungewohnt schwer, lässt sich aber sehr einfach auf einen Nagel hängen und ausjustieren.

Die reflektierende uns stark spiegelnde Glas-Oberfläche ist nicht unbedingt für die Nähe zu Lichtquellen geeignet, sollte also nicht unbedingt in die Nähe einer Lampe etc. angebracht werden.

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Fazit:

Insgesamt bin ich mit der Leistung durchaus zufrieden, würde aber nicht noch einmal Acryl-Glas als Option nehmen. Die Oberfläche wirkt zwar eleganter, die Farben knackiger, aber wie schon bei stark reflektierenden Monitoren z.B vom Imac stört die starke Spieglung gerade starker Ausleuchtung im Zimmer und ist so nur bei natürlicher Ausleuchtung zu genießen.

Die Qualität und Druck des Bildes empfinde ich als schön detailliert, mit sanften Übergängen. Eine weiteren Bestellung bei Saal Digital steht also nichts im Wege.

Banksy-Interview von 1995

Viele Interviews gibt er ja nicht. Und das hier von 1995, festgehalten auf VHS, dürfte eines der, wenn nicht das erste Interview für Banksy gewesen sein. Es lief damals in der BBC Channel 4 Show namens „Shadow People“. Banksy spricht darin über den Wert seiner Kunst, Geld und über das Malen in der Nacht.

Es scheint zwar so, aber ob das nun wirklich Banksy ist, darüber darf man zweifeln. Um seine wahre Identität ranken sich viele Spekulationen. Zum Beispiel auch die These, dass es sich bei Banksy um ein Künstlerkollektiv handelt. Außerdem lässt sich so eine Doku auch leicht fälschen.

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Lola träumt – Neues vom Deutschen Film

Der Nachtmahr

Carolyn Genzkow in „Der Nachtmahr” (© OOO-Films).

Dem Deutschen Film geht es gut, so gut wie seit langem nicht mehr. Der Erfolg kommt aus zwei Richtungen. Einerseits sind die deutschen Komödien-Produktionen nicht nur an der Kino-Kasse erfolgreich, sondern auch bei den Zuschauern am beliebtesten. Das ergab die im Sommer (2016) veröffentlichte jährliche Studie der Filmförderungsanstalt (FFA). Andererseits feiern die Kritiker und Cineasten das künstlerisch anspruchsvollere deutsche Autoren- und Arthouse-Kino. In diesem Text soll es um Letzteres gehen. weiterlesen

Die 100 einflussreichsten Fotos aller Zeiten

Man mag es kaum glauben, aber Menschen fotografieren bereits seit 190 Jahren. 1826 (nach anderen Angaben 1827) entstand mit „Blick aus dem Arbeitszimmer” von Joseph Nicéphore Niépce die älteste erhaltene Fotografie. Niépce selbst bezeichnete sein Verfahren als Heliographie. Die Belichtungszeit der mit Asphalt beschichteten Zinnplatte betrug damals noch mehrere Stunden. Das Ergebnis war ein grobkörniges Bild, das mehr an die Kulissen eines expressionistischen Stummfilms erinnert als an ein „Abbild von Realität”:View_from_the_Window_at_Le_Gras,_Joseph_Nicéphore_Niépce

Das Time Magazin hat nun weltweit Geschichtswissenschaftler, Fotoredakteure und Kuratoren befragt, welches sie für die einflussreichsten Fotografien der bisherigen Menschheitsgeschichte halten. Zusammengekommen ist dadurch eine Auswahl an 100 Fotografien, die man sich hier anschauen kann. Außerdem wird zu jedem Bild erzählt, wie es entstanden ist und warum es eine so bedeutende Rolle gespielt hat und nach wie vor spielt.

“Gutmenschlichkeit in DeiGsicht” – Interview mit form/prim

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Ich hatte die Tage ein sehr interessantes Interview mit form/prim. Es ging nicht um Deluxe-Boxen, Sneaker und Marken-Klamotten, sondern um Gutmenschlichkeit, Polit-Rap Underground und Diskurs.


Hallo form! Ich habe der “Urknall war ein Inside-Job” angehört und würde es als Polit-Rap einordnen. Kannst du mit dieser Schublade leben?

Ich kann damit leben, sonst wäre ich ja schon tot. Ich habe natürlich etwas dagegen, weil dieser Begriff ganz viele Sachen umfasst, mit denen ich nichts zu tun habe, aber die Leute brauchen ja immer ganz arg viel Hilfestellung, Anhaltspunkte, Unterstützung und Orientierung in dieser crazy bösen, unübersichtlichen, schrecklichen Welt. Wenn sie also sonst weinen, sollen sie sich eben an “Polit-Rap” festhalten. Es trifft halt nicht den Punkt, aber was tut das schon? Ich sag lieber “Powerrap mit der Kraft der Gutmenschlichkeit in DeiGsicht, du Furzknolle”, aber das ist auch wieder zu lang. Und ja, ich habe politische Vorstellungen, aber das thront nicht über allem. Zuallererst muss es geil sein. Künstlerisch interessant, unterhaltsam, innovativ und sowas. Das ist mein Anspruch an Rap. Natürlich hab ich auch einen Anspruch an die Inhalte, aber das darf niemals zu Lasten des Styles gehen. Es gibt ja z.B. gerade in klassisch politischen oder in manchen HipHap-HipHop-Kreisen extrem konservative Vorstellungen davon, was Rap sein soll. Leute, die sonst überall den Fortschritt fordern, sind in Sachen Beats mega hängengeblieben auf New York 1996, wollen, dass sich alles immer schön ordentlich am Ende reimt und heulen rum, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden. Das ist wack, das ist rückgratlos, das macht den Fußball kaputt. Das hat vielleicht was mit deren Midlife-Crisis zu tun, aber eben nichts mit Freshness. Und für mich hat HipHop aber viel mehr mit Letzterem gemein. Seid eigen. Traut euch doch mal was, ihr feigen Schiffschaukelbremser!

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Konzertbericht: Kula Shaker im Gloria, Köln, 06.11.2016

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Rauch steigt empor, auf und vor der Bühne. Das eine ist Begleiterscheinung einer jeden Rockband, während Räucherstäbchen klarmachen, dass es doch noch etwas exotischer wird. Der süßliche Geruch verbreitet sich im Raum und ummantelt ein Publikum, das sich mit Pilzkopf-Frisuren und Blümchenhemden perfekt in die Szenerie einfügt.
Kula Shaker waren 1997 noch einmal das letzte große Aufflackern der Britpop-Hysterie und schafften mit 60er-Jahre-Psychedelica und einem Hitalbum namens “K” ihren Durchbruch. Fast 20 Jahre später, inklusive längerer Bandpause, bewegt man sich auf der Hipness-Skala eher im unteren Mittelfeld, und trotzdem ist das Kölner “Gloria” heute Abend brechend voll und ausverkauft.

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Die 80er Jahre: Die besten Filme des Jahrzehnts für Musikliebhaber

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Ich glaube, ich habe schon in einem der letzten Artikel mit Musikliebhaberfilmen erwähnt, dass Musicals so überhaupt nicht mein Genre sind. Dementsprechend sind sie auch in dieser Retrospektive nicht besonders präsent. Müssen sie auch gar nicht: Wer Musik und gleichzeitig Filme mag, ist keineswegs auf das naheliegendste und damit auch irgendwie ödeste Genre-Crossover angewiesen: Warum nicht stattdessen großartige Slapstick-Action mit viel Coolness, viel Humor und vor allem viel Rock N Roll (Blues Brothers)? Oder überlange surreale Musikvideos (The Amazing Mr. Bickford, The Wall), gerne auch dramatisch, pathetisch und voll mit Attitüde (Purple Rain). Oder warum nicht eine der besten Mockumentarys aller Zeiten (This is Spinal Tap)? Und wenns dann doch musicaleske Unterhaltung sein soll, kann ich zumindest Forbidden Zone anbieten… das wiederum ist aber auch ein Musical wie kein Zweites und passt somit perfekt in diese Reihe schriller, verquerer und ungewöhnlicher Filme.

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