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Netflix-Schund?: Rezension zu “The Cloverfield Paradox”

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Als – der herausragende – Okja letztes Jahr in Cannes bei seiner Weltpremiere von großen Teilen des Publikums ausgebuht wurde, war bereits klar, dass zwischen Netflix und der Filmindustrie keineswegs eine innbrünstige Liebesbeziehung besteht. Viel zu groß ist auf der einen Seite die Angst vor einem Niedergang der klassischen, bewährten Publikationswege für das Medium. Und ebenfalls viel zu groß ist auf der anderen Seite der Spott (mitunter scheint es sogar die Verachtung) für eine überkommene aufgeblähte Industrie, die in Zeiten des Filmstreamings obsolet zu sein scheint. Ob man nun als traditionsbewusster Cineast auf der einen Seite der Ringarena steht oder als Couchpotato-Filmfreund auf der anderen, man wird sich wohl oder übel damit abfinden müssen, dass der Distribution eines Films in den kommenden Jahren mitunter mehr (kontroverse) Aufmerksamkeit geschenkt werden wird als dem Werk selbst. Und zumindest das ist für alle Liebhaber des Mediums – jenseits von Ökonomie und Marketing – erst einmal eine schlechte Nachricht… für die Netflix wahrscheinlich wiederum am wenigsten kann.

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elektriko

Die 00er: Die besten elektronischen Alben des Jahrzehnts III

Kurzes Intro: Es geht weiter mit Listen! Heute dabei: Hercules & Love Affair die Begründer des neuen Disco-Sounds feiern oder mit Mylo noch einmal Doctor Beat bestellen. Ruhiger wird es mit Royksopp, Ulrich Schnauss und The Field. Es war nicht alles besser, aber vieles entschleunigter vor Deadmau5 und Guetta.

Hercules & Love Affair – Hercules & Love Affair
(DFA, 10.03.2008)

Anthony macht nun als Disco-Künstlerin Anohni auf Disco? Ein lautes Gähnen seitens des Autors. 2008 taucht schon die androgyne Stimme des Ausnahmekünstlers/der Ausnahmekünstlerin auf dem Zweitling des New Yorker Post-Disco-Kollektivs auf. Disco-Sound, einst auch gerade queeren Szene entstanden, war plötzlich zu dem Zeitpunkt plötzlich wieder ein hipper Underground-Trend. Schuld daran ist natürlich das großartige zweite Album von Hercules & Love Affair, in dem verschwitzter Club-House-Sound auf 70er-Lässigkeit trifft.

Während Daft Punk später doch sehr poliert und konservativ dem Disco-Sound fröhnen, ist das selbstbetitelte Album schwitzig, dreckig, sexsüchtig und so tanzbar, dass einem schwindelig wird. Ein sensationeller Paukenschlag und eines der wichtigsten Electro-Alben der 00er.

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Die Newcomer 2018: Seite 360 wagt einen Ausblick in die Zukunft

Wo habt ihr schon 2010 etwas über Ellie Goulding gelesen? Waren wir 2011 nicht schon Monate vor dem Durchbruch an Hurts dran?  Ja genau! Schmeißen wir also wieder die Zeitmaschine an und preisen euch von der goldenen Zukunft.

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The Streets sind zurück

Mike Skinner ist zurück und fast 8 Jahre nach dem Ende von The Streets bekommen wir kurz vor Hl. Abend noch zwei neue Songs als Geschenk unter den digitalen Weihnachtsbaum.

“Burn Bridges” hängt sich an den angesagten Grime-Sound dran, während “Sometimes I Hate My Friend More Than My Enemies” wie ein Update von “Has It Come To This” wirkt.

Wem die neuen Songs so gar nicht zusagen: 2018 gehen die Streets auf Reunion-Tour und werden sicherlich auch alte Fans mit Übersongs wie “Turn The Page” oder “Fit But You Know It” glücklich machen.

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2017: Die schönsten Kinomomente in einem Mashup

Ich meide Kinosäle so gut wie es nur geht. Schmatzende Menschen, die einem den ganzen Film synchron erzählen und Eintrittspreise für die man eine Großfamilie einen Monat lang durchfüttern kann.

Wie schön, dass der Youtuber Sleeyp Skunk ein Mashup der schönsten Kinomomente zusammen gestellt hat und ich mich nicht stundenlang durch die “Schau ich mir an! Echt jetzt!”-Liste quälen muss. Ich frage mich nur ob der gute Mann jemals den Kinosaal verlassen hat.

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Bon Iver spielt für einen Fan

Stellt euch mal folgende Situation vor: Ihr wartet aufgeregt in der Crowd auf euren Lieblingskünstler, werdet dann aus der Menge gezogen, bekommt die Augen verbunden und als ihr dann irritiert nach vorne schaut erblickt ihr Justin Vernon von Bon Iver, der nur für dich den Song 8 (circle) spielt.

Die coole Umsetzung von La Blogothèque und Michelberger Music basiert  auf einer Idee von Damien Rice.

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Trent Reznor spielt Pantomime in Curb Your Enthusiasm

Ist er es nun oder nicht? Darüber streiten sich gerade die Nine Inch Nails-Fans bei reddit. Die menschliche Statue in einer Szene auf der Kultserie “Curb Your Enthusiasm” sieht ihm jedenfalls verdammt ähnlich und die Brille trug er auch schon auf einem Albumcover zu einem Fake-Album, was am 1. April heraus kommen sollte und angeblich Chris Martin, Sheryl Crow und Bono featuren sollte.

Der Mann hat also durchaus seinen eigenen Humor und auch wenn alles eigentlich gegen die Fan-Theorie spricht: Warum sollte er sich diesen Spaß für gerade mal ein paar Sekunden nicht erlauben?

So oder so ein schöner Rätsel-Spaß für den trüben Samstag.

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Trüberbrook – Indie-Game von Bildundtonfabrik

Bildundtonfabrik ist die Firma von dem blassen dünnen Jungen, den ich hier nicht erwähne. Die Leute von BTF machen jedenfalls nicht nur gutes Fernsehen, sondern sind allgemein in Sachen Medien weit vorne.

Der neueste Clou ist ein Indie-Game, dass nicht meta-witzig ist , sondern sich vom Inhalt eher nach Mystery anhört. Ihr könnt auf Kickstarter an dem Projekt teilhaben.

»Trüberbrook« ist ein atmosphärisches, storygetriebenes Adventure-Game. Schauplatz ist das abgelegene Luftkurörtchen Trüberbrook in der deutschen Provinz in den späten 1960er Jahren – also zur Zeit des Kalten Krieges. Der Spieler schlüpft in die Rolle des jungen amerikanischen Physikstudenten Hans Tannhauser, den es durch Zufall nach Trüberbrook verschlägt – wo er schließlich die Welt retten muss.

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“Polygondwanaland” for free: King Gizzard & The Lizard Wizard machen uns zu Labelchefs

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4 Alben in einem Jahr. Die australischen Psychdelic-Rocker von King Gizzard & The Lizard Wizard wissen nicht wohin mit ihrer Kreativität und veröffentlichen das vierte Album in 11 Monaten (!).

Das so etwas nicht zu Lasten von Qualität geht haben sie mit “Murder Of the Universe” schon bewiesen und das dieser Veröffentlichungstakt kommerzieller Selbstmord ist dürfe auch klar sein. Es interessiert aber die Kollegen aus Down Under überhaupt nicht und Polygondwanaland wird nicht nur als freier Download heraus gegeben, sondern gleich das ganze Master.

“We do not own this record. You do. Go forth, share, enjoy”. Es kann sich also jeder über das Album verfügen wie er möchte und es auf auf seinem Label veröffentlichen oder nun ganz schnell gründen.

Hier spielt die Musik!

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Der Kritisierte trifft auf seinen Kritiker

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Nein, wir sind nicht Rapudate und der Content an Hip Hop geht auch bestimmt wieder zurück. Ich bin aber gerade einfach begeistert, wie zwei erwachsene Menschen sachlich und ruhig diskutieren.

Prinz Pi brachte dieser Tage sein neues Album “Nichts war umsonst” raus und Kritikerstimmen reichen von Vergleichen zu One Direction-Vergleichen bis hin zu “Meisterwerk”.  Die Juice, eigentlich immer sehr wohlwollend auf Pi`s Seite hat dem Album mit 3.5/5 keinen absoluten Verriss gegönnt, aber hatte doch einige Kritikpunkte in Person von Rap.de-Autor Skinny auf Lager.

Nun Ist Pi zum Glück nicht Blokkmonsta, sondern ein entspannter Dude, der sich auf einen Diskurs mit seinem Kritiker einlässt. Beide erklären noch einmal in Ruhe und eloquent ihre Standpunkte, können sich mitunter einigen und gehen natürlich meinungstechnisch auseinander.

Der Kritiker und der Kritisierte bekommen ein Gesicht und beide haben noch einmal eine zweite Chance ihren Standpunkt genauer zu erläutern. Ich wünschte mir diese Art Interview mehr und vielleicht ziehen ja auch Musikmags aus anderen Genres nach?

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Travis Scott reitet auf einem Riesenvogel #Emas

Ich gebe es einfach zu: Travis Scott finde ich persönlich ganz grauenhaft und beobachte ich eigentlich nur am Rande. Der Mann ist allerdings ein Superstar und reißt mal eben das Frauenfeld 2017 auseinander.

In der Größenordnung ist es dann ja selbstverständlich, dass er auf einem Riesenadler über das Publikum der MTV Awards gleitet. Auf einem Riesenadler, der auch noch einen Scheinwerfer in seinen Klauen hat. Wunderbare Over The Top-Performance, bei dem das wie immer schwache Songwriting dann auch egal ist.

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Jeanne Moreau in der Szene, die sie unsterblich machte

Die Szene stammt aus „Ascenseur pour l’échafaud“ („Fahrstuhl zu Schafott“) von Louis Malle aus dem Jahre 1958. Miles Davis hat die Musik zum Film improvisiert, wenn ich mich recht erinnere. Man sieht hier auch eine Szenerie, in der Moreau über eine befahrene Straße geht, völlig desinteressiert ob der Autos, unerreichbar, unberührbar, unzerstörbar. Diese Szene wurde dann von David Fincher 1999 in „Fight Club“ mit Helena Bonham Carter als Marla Singer geremixed.

Jeanne Moreau * 23. Januar 1928 – 31. Juli 2017

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